Göppinger Gralglas als Glückstreffer
![]() ![]() Als die 120 Bewohner des Heimatortes von Ernst S. im November 1946 nach Göppingen kamen, wurden sie behelfsmäßig in der Handelsschule einquartiert. Eine Liste bestimmte die Verteilung der Familien auf die einzelnen Räume. Die Familie S. kam mit insgesamt 32 Personen in das Zimmer Nr. 41. Herkunft: Kreisarchiv Göppingen. |
als Sohn eines Glasmachers im Böhmerwald geboren Jahre Nach Volks- und Bürgerschule Ausbildung zum Glasschleifer in der Glashütte Kralik in Eleonorenhain Reichsarbeitsdienst und Einberufung zur Wehrmacht Afrikafeldzug und Gefangenschaft in den USA Entlassung und Heimkehr Vertreibung und Übersiedlung nach Göppingen, Arbeitsaufnahme in den Gralglaswerkstätten in Göppingen Heirat mit einer Frau aus Eleonorenhain, Beginn der Arbeit in Dürnau Bezug des eigenen Hauses in Dürnau Ruhestand Fahrt in den Heimatort zum 170jährigen Ortsjubiläum
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die im September 1946 ins Lager Peiting kamen, war die Initiative der Gralglas-Werkstätten Göppingen, eine eigene Glasproduktion aufzuziehen, ein Glückstreffer. „Gott sei Dank, wir kamen aus dem Lager raus und konnten wieder im Beruf weiterarbeiten, das war das Schöne“. Die Gralglashütte ermöglichte es den Glasmachern aus dem Heimatort von Ernst Schneider, zusammen zu bleiben und den von daheim gewohnten engen Kontakt weiter zu pflegen: gemeinsame Wandertouren, Besuche, Silvesterfeiern. Die Glashüttenarbeiter waren eine Familie. Der Betrieb organisierte Ausflüge, es gab Hüttenabende mit Musik und Tanz.
als Feinschleifer und Graveur in der Gralglashütte, die ersten Jahre in Göppingen, dann in Dürnau. Feine Rauten, Tiere, Jagdmotive, Fastnachtsfiguren waren seine Themen. Nach 40 Jahren Arbeit für Gralglas ging er in den Ruhestand. Als 1992 die Idee aufkam, die Geschichte der Glashütte und ihrer Arbeiter in einem Museum in Dürnau vor dem Vergessen zu bewahren, engagierte er sich als Gründungsmitglied im Förderverein des Museums, das im Jahre 2005 sein zehnjähriges Jubiläum feiern konnte.