Marienmünster, Kloster

Geschichte Die Stiftung des Klosters Marienmünster durch Graf Widukind von Schwalenberg wurde von diesem am 15.08.1128 bestätigt. Die ersten Mönche stammten aus der Abtei Corvey. Die Äbte besaßen im 13. Jh. die Aufsicht über die benachbarten  Nonnenklöster Gehrden und  Willebadessen. Marienmünster trat 1480 der Bursfelder Kongregation bei. Mehrere in dieser Zeit entstandene Kopiare dienten der Verwaltung der jetzt florierenden Klosterwirtschaft.

Während das Kloster in der Reformationszeit trotz eines evangelisch gewordenen adligen Umfelds weitgehend unbeschadet blieb und sich nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs wirtschaftlich und geistlich konsolidieren konnte, führte der Siebenjährige Krieg zu materiellem und seelsorgerischem Niedergang.

Das Kloster Marienmünster wurde im Zuge der Säkularisation 1803 aufgehoben. Während die Kirche als Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. und Christopherus bestehen blieb, wurde 1812 ein Teil des Klosterguts verkauft. Aus diesem ging 1871 die Derenthal'sche Stiftung hervor (Nordflügel, die drei nordwestlichen Gebäude des Wirtchaftshofs), die sich die Förderung der Familie zur Aufgabe gemacht hatte. Die westliche Hälfte des Klosterguts und der westliche Teil der Konventsbauten wurden 1834 an die Familie Büttner verkauft. Ein Teil des Komplexes wird noch heute landwirtschaftlich genutzt. Der heutige Stiftungszweck (2006) der Derenthal'schen Stiftung besteht in der Erhaltung der Klosteranlage und der Förderung der Kultur in der Region.
Benutzungsort Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Eigentümer/in Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bestand
Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Kloster Marienmünster - Urkunden
Findbuch B 607u
Umfang 97 Urkunden
Laufzeit 1251-1800
Anmerkungen Ergänzungsüberlieferung.
- Berlin, Preußischer Kulturbesitz - Staatsbibliothek Berlin.
- Brakel, Stadtarchiv.
- Detmold, Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe.
- Grevenburg, Archiv des Freiherrn von Oeynhausen.
- Hannover, Niedersächsisches Staatsarchiv.
- Münster, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Msc.: Kopiare, theologische Handschrifen und Tagebücher.
- Paderborn, Archiv des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens e. V., Abt. Paderborn.
- Paderborn, Bistumsarchiv. Bd. 234 blau
- Wolfenbüttel, Niedersächsisches Staatsarchiv.
Information Das 1543 erwähnte Archiv erlitt im Dreißigjährigen Krieg 1622 und 1626 schwere Verluste, wurde 1725 neu geordnet ("Registrum alphabeticum") und kam nach der Aufhebung des Klosters in das Archivdepot Minden, von dort wiederum in das Staatsarchiv Münster. Das alte Findbuch hatte die alte Archivsignatur Rep. 261 5a (Vorgängerfindbuch zu A 277, jetzt: Alte Findbücher). Es enthält neben den 97 Originalurkunden auch die im Jahr 1128 einsetzende kopiale Überlieferung. Diese befindet sich im Wesentlichen in der Manuskriptsammlung des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen und wird im alten Findbuch bei der jeweiligen Urkunde genannt (jeweils auch die Druckstelle im Westfälischen Urkundenbuch):
  • Msc. I 242: Urkundenauszüge und historische Notizen zur Geschichte des Stifts Paderborn, besonders zu den Klöstern, 2. Hälfte 18. Jh.
  • Msc. VII 14: Abschriften von Nekrologen westfälischer und außerwestfälischer Klöster, 1841-1864, enthält auch: Auszüge aus dem Nekrolog des Klosters Marienmünster.
  • Msc. VII 36: Theologische Abhandlungen, Meditationen, Gebete, Entwürfe zu Reden im Konvent über die tägliche Ereignisse im Kloster Marienmünster, lateinisch / deutsch, meist von der Hand des Abtes Joseph Beitelmann, ca. 1716-1722.
  • Msc. VII 207,2: Materialsammlung zum Bistum Paderborn (Grothues), Ende 17. Jh.; enthält u. a.: B II) Auszüge aus dem Nekrolog des Klosters Marienmünster.
  • Msc. VII 227: Abschriften von Archivalien mit westfälischen Betreffen in den Sammlungen Overhamer und Falke im Archiv Wolfenbüttel, (12. Jh.-16. Jh.), enthält u. a.: Marienmünster
  • Msc. VII 4517: Abschriften von Urkunden des Klosters Marienmünster, erstellt durch Ernst Friedrich Mooyer, (1138-1345, 1503) Mitte 19. Jh., meist wohl aus Msc. VII 4512 entnommen, auch VI 193a.
  • Msc. VII 4523 (früher Msc. I 130): Aufzeichnungen und Urkundenabschriften über die Gründung und Geschichte des Klosters Marienmünster, (1128-1537) 1552, 15. Jh.-16. Jh.; Handschrift C (vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte Bd. 45, Abt. 2, S. 156J). Für die Kopiare des Klosters Marienmünster vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte Bd. 45, Abt. 2, S. 151ff, A und B befinden sich im Detmolder Archiv.
  • Msc. VII 4524 (früher Msc. I 129): Kopiar des Klosters Marienmünster, (1140-1525) 2. Hälfte 15. Jh.-Anfang 16. Jh.
  • Msc. VII 4525 (früher Msc. I 131): Kopiar des Klosters Marienmünster, (1128-1498) 15. Jh.-Anfang 16. Jh., enthält u. a.: Abschrift einer Urkunde Kaiser Lothars III., (1136).
  • Msc. VII 4526: Tagebuch der Äbte des Klosters Marienmünster, Ambrosius Langen und Augustin Müller, 1661-1693.
  • Msc. VII 4527: Abschriften von Verträgen des Klosters Marienmünster, hauptsächlich gewährter Kredite, gegliedert nach Ortsbetreffen, 1627-1711.
  • Msc. VII 4528: Tagebuch der Äbte des Klosters Marienmünster, Augustin Müller und Joseph Beitelmann, 1692-1713.
  • Msc. VII 4529: Augustin Müller, Codicillus epigraphicus fundationis, iurium, redituum, proventuum et aliorum quorumcumque emolumentorum huius nostri monasterii Mariaemünstrensis, (1128-1682) 1684, enthält: Gründung, Geschichte und Äbte des Klosters, (1128-1682); Besitz und Rechtes des Klosters in verschiedenen Orten.
  • Msc. VII 4530 (früher Msc. VII 4512): Notariell beglaubigtes Kopiar des Klosters Marienmünster (Primaeva fundati monasterii Mariaemunstrensis nec non temporum revolutione subsecutarum donationum, emptionum, venditionum, concambiorum, actionum, transactionumque habitarum documenta), (1128-1686), 1727; vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte 45, Abt. 2, S. 157/8
  • Msc. VII 4531: Teil eines alphabetischen Registers zu den Kopiaren und Tagebüchern des Klosters Marienmünster (Msc. VII. 4523-4530, Bestand Kloster Marienmünster Akten und fehlende Archivalien), Buchstaben A bis N, 1729, darin: Liste der Meier des Klosters mit Angabe der zu zahlenden Abgaben sowie der unterstehenden Eigenhörigen.
  • Msc. VII 4533: Gutachten in Sachen katholische Kirchengemeinde Altenbergen gegen den preussischen Staat über das Vermögen des ehemaligen Klosters Marienmünster, erstellt durch Archivrat Heinrich Kochendörffer und Rentmeister Sprakel, 1928, enthält u. a.: Übersicht über die Geschichte des Klosters, sowie Landbesitz, Inventar, Kapital bei Säkularisation; Einnahmen des ehemaligen Klosterbesitzes nach Säkularisation; Aufwendungen für die ehemaligen Konventualen.
  • Sammlung Fot. 50 (früher Msc. VII Nr. 4541): Fotokopie: Kopiar des Klosters Marienmünster, (1128-17. Jh.); nach Original im Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe D 71, Nr. 11.

Ältere Repertorien sind als Ergänzung hinzuzuziehen:
  • Alte Findbücher 241: Kloster Marienmünster, Kopiar, 1842-1851; enthält: Verzeichnis der Urkunden im 1727 angelegten Kopiar (Haarland, 1842) [Kopiar, 850 p., angeblich Privateigentum von Baron Brenken; 1851 im Nachlass Gehrken wiedergefunden und in das Provinzialarchiv nach Münster überführt, heute Msc. VII 4530]; alte Archivsign.: RA 277a.
  • Alte Findbücher 242: Kloster Marienmünster, Akten, 1880; enthält: zwei Kassations- bzw. Abgabe-Verzeichnisse; Übernahme durch STAMS (Keller); alte Archivsignatur: RA 277b.
  • Alte Findbücher 820: Kloster Marienmünster, Akten, 1880-1999; enthält: Findbuch (1880) mit Revision (1948, Prinz) und Nachträgen; Neuverzeichnung (1999, Sagebiel); alte Archivsignatur: A 277.2 (Rep. 261 5b).
Das Findbuch wurde im Januar 2008 von Simone Epking unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Die Sprache und Orthographie des 19. Jhs. wurde nur teilweise verändert, damit der Verzeichnungsstand deutlich bleibt.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Marienmünster und zu Klöstern und Stiften im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

Kloster Marienmünster | Google Maps

Kulturstifung Marienmünster

Pastoralverbund Marienmünster

Stadt Marienmünster
Literatur Schrader, Franz Xaver
Regesten und Urkunden Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Abtei Marienmünster unter Berücksichtigung der früher incorporierten Pfarreien. T 1. Von der Gründung bis zum Tode des Abts Georg I. (1128-1518). In: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens 45, 1887, T. 2, S. 129-168; 46, 1888, S. 132-200; 47, 1889, T. 2, S. 125; 48, 1890, T. 2, S. 140-191; 49, 1891, T. 2, S. 97-148.

Schröder-Dronemann, Heinrich
Das Diarium des Abtes Heinrich Schröder-Dronemann von Marienmünster. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Bd. 3. Münster 1992.

Westfälisches Urkundenbuch [WUB 4]
Bd. 4: Die Urkunden des Bistums Paderborn vom J[ahr] 1201-1300. Abt. 1: Die Urkunden der Jahre 1201-1240 (1874, bearb. Roger Wilmans); Abt. 2: Die Urkunden der Jahre 1241-1250 (1880, bearb. Roger Wilmans); Abt. 3: Die Urkunden der Jahre 1251-1300 (1894, bearb. Heinrich Finke). Westfälisches Urkunden-Buch, Fortsetzung von Erhard's Regesta Historiae Westfaliae, hg. Verein für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens [Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 1: Westfälisches Urkundenbuch, Bd. 4]. Münster 1874-1894.


Blick, Gerd:
Ein Streifzug durch die Geschichte der Abtei Marienmünster. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1987, S. 207-211.

Dahlke, Benjamin
Die Aufhebung des Klosters Marienmünster. In: Die Warte 124, 2004, S. 23-26.

Drews, Gerd.
Kloster Marienmünster. Umnutzung von Wirtschaftsgebäuden zu einer öffentlichen Begegnungs- und Bildungsstätte mit musikalischem Schwerpunkt. In: Jahrbuch Kreis Höxter 2008, S. 206-213.

Gehrken, Franz Joseph
Die Errichtung und erste Dotation der Benedictiner-Abtei Marienmünster in der Paderbornischen Diözese. Mit drei ungedruckten Urkunden. In: Wigands Archiv I, 1826, Heft 4, S. 90-93.

Gropp, Birgit
Ein Stück vom Himmel. Die schönsten Klöster in Westfalen, Regensburg 2012, S. 158-165.

Jansen, Hans Hermann:
Die Abtei Marienmünster im Wandel der Geschichte. Schriftenreihe der Sparkasse Höxter, Heft 11 / Kultur im Kreis Höxter. Brakel 2009.

Knackstedt, Wolfgang
Marienmünster. In: Germania Benedictina, Bd. 8, 1980, S. 446-467.

Knackstedt, Wolfgang
Marienmünster - Benediktiner. In: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, hg. von Karl Hengst, Teil 1 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Band 2), Münster 1992, S. 568-574.

Lohmann, Eckhard:
Kloster Marienmünster auf dem Weg zum Musenhof. Umnutzung und Restaurierung der historischen Wirtschaftsgebäude. In: Jahrbuch Kreis Höxter 2004, S. 58-63.

Ludorff, A[lbert] (Bearb.)
Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Höxter. Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Münster 1914.

Machalke, Joseph
Die Abteikirche Marienmünster. Hg. Kath. Pfarramt Marienmünster. 8., erg. Aufl. Marienmünster 1986.

Michels, Paul
Die Türme der Klosterkirche zu Marienmünster. In: Die Warte 4, 1936, S. 4f.

Michels, Paul
Gräber in der Abteikirche Marienmünster. In: Die Warte 23, 1962, S. 163-188.

Mönks, Anton
Die Glocken des Klosters und der Pfarrei Marienmünster. In: Heimatborn 16, 1936, S. 38.

Mooyer, Ernst Franz
Verzeichnis der Äbte des Klosters Marienmünster. In: WZ 15, 1854, S. 314-322.

Oldemeier, G.
Die ältere Baugeschichte der Klosterkirche zu Marienmünster. Diss. masch. Stuttgart 1942.

Pfarrgemeinde St. Jakobus d. Ä. (Hg.)
Marienmünster 1128-1978. Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der ehemaligen Benediktinerabtei aus Anlaß des 850-jährigen Bestehens. Paderborn [1978].

Pöppel, Diether
Das Benediktiner-Kloster Marienmünster. 15. August 1128 bis 31. März 1803. Paderborn 1989.

Strohmann, Dirk
Marienmünster-Vörden, Kreis Höxter, Kath. Pfarrkirche St. Kilian, Konservierung und Restaurierung des Hochaltars 2004 und 1899-1902. In: Westfalen 81, 2003, S. 480-490.

Wenneker, Erich
Die Gründung des Klosters Marienmünster und sein Gründer Widukind I. von Schwalenberg. [Schieder-Schwalenberg] [1978].
Systematik
Zeit2.16   1250-1299
2.17   1300-1349
2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.1   1500-1549
3.2   1550-1599
3.3   1600-1649
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
3.7   1800-1849
3.8   1850-1899
Ort2.4.6   Marienmünster, Stadt
Sachgebiet16.6.3   Geistliche, Rabbiner, Ordensleute
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
Datum Aufnahme 2010-06-23
Datum Änderung 2012-04-04
Aufrufe gesamt 4448
Aufrufe im Monat 17