Willebadessen, Kloster

Geschichte Das Benediktinerinnenkloster Willebadessen wurde am 18.03.1149 von Bischof Bernhard I. von Paderborn gegründet, der Besitz wurde 1183 von Papst Lucius III. bestätigt. Die Siedlung Willebadessen verblieb auch nach der Verleihung der Stadtrechte 1317 in der Abhängkeit des Klosters, da u. a. Bürgermeister und Rat nur mit Zustimmung des Propstes gewählt werden konnten. Als Stadtherr übte dieses u. a. auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Auf Anordnung Bischofs Simon III. zur Lippe schloss sich das Kloster 1473 der Bursfelder Reform an. Zwischen 1698 und 1744 wurde der Barockumbau der Klosteranlage ausgeführt.

Das Kloster wurde am 07.06.1810 aufgelöst, die Anlage noch im selben Jahr (21.09.) vom "königlich-westphälischen Gouvernement" an den Kammerherrn von Spiegel zu Borlinghausen verkauft, 1839 an Theodor Ulrich aus Brilon, über dessen Tochter sie 1871 an die Familie von Wrede kam. Die Klosterkirche wird seit 1830 als Pfarkirche der St. Vitus-Gemeinde genutzt. Im Jahre 1977 wurden die Gebäude der Stiftung Europäischer Skulpturenpark e. V. übertragen. Die dreiflüglige Barockanlage dient heute als Veranstaltungs- und Tagungshaus.
Benutzungsort Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Eigentümer/in Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bestand
Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Kloster Willebadessen - Urkunden
Findbuch B 613u
Umfang 12 Urkunden
Laufzeit 1160-1782
Anmerkungen Ergänzungsüberlieferung.
- Münster, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Msc. VII 4522, VII 4513 und VII 4514, Kopiare; Nekrologien und Nonnenliste.
- Paderborn, Bistumsarchiv. Bd. 414 blau, Hauptbestand.
- Paderborn, Stadtarchiv.
- Paderborn, Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens e. V., Abt. Paderborn. Kopiare und einzelne Urkunden.
- Willebadessen, Pfarrarchiv St. Vitus.
Information Das Klosterarchiv, das sich zunächst im Besitz des Freiherrn von Wrede zu Willebadessen befunden hatte, wurde um 1980 an das Archiv des Erzbistums Paderborn verkauft. Einzelstücke kamen in den Besitz des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens e. V., Abt. Paderborn, und des heutigen Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen.

Das Urkundenverzeichnis (jetzt: Alte Findbücher) umfasst neben den Regesten der 1843 ins Archiv in Münster gelangten 11 Originalurkunden vor allem Regesten nach den Kopiaren, die sich in der Handschriftensammlung des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen befinden:
  • Msc. VII 4513: Kopiar des Klosters Willebadessen, (1213-1330) 14. Jh.
  • Msc. VII 4514: Abschriften von Urkunden des Klosters Willebadessen, (1153-1311) 18. Jh., 1830.
  • Msc. VII 4522: Kopiar des Klosters Willebadessen, mit späteren Nachträgen, (1149-1684) 15. Jh.-17. Jh. [früher im Stadtarchiv Dortmund, Acc. 23/1898].
  • Msc. VII 4544: Abschriften von Urkunden des Klosters Willebadessen, darin Abschrift eines Heberegisters des Klosters, nach Original im Archiv des Altertumsvereins Paderborn, (13. Jh.), (1149-1576) um 1897.
Da die kopiale Überlieferung nicht mehr im aktuellen Findbuch enthalten ist, sei auf das alte handschriftliche Findbuch verwiesen. Die Nummernfolge dieses alten Findbuchs (bis Nr. 201c) wurde wegen der gängigen Zitation im aktuellen Findbuch beibehalten, wodurch Springnummern entstanden. Ebenfalls im alten Findbuch befindet sich auf Blatt 92 eine maschinenschriftliche "Liste der Urkunden und Akten des Waldgutes Willebadessen (Archiv von Wrede, Willebadessen)".

Im Findbuch befinden sich Nachweise von rd. 250 kopial und (einigen) auswärts überlieferten Urkunden.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Willebadessen und zu Klöstern und Stiften im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

Kloster Willebadessen | Google Maps

Informationen zur Klosteranlage auf de Website der Kath. Kirchengemeinde St. Vitus

Stiftung Europäischer Skulpturenpark e. V.

Panorama Kloster Willebadessen

Stadt Willebadessen
Literatur Erbert, Felix (Red.)
Willebadessen - die Stadt neben dem Kloster. In: DNK-Studentenworkshop Willebadessen 2008. Bonn 2009, S. 16-23.

Figge, Robert
Die Gründung der Stadt Willebadessen und ihr Recht. In: WZ 107, 1957, S. 395-428.

Gottlob, Adolf
Die Gründung des Klosters Willebadessen. In: Warburger Kreiskalender 1924, S. 57-60.

Gottlob, Adolf
Ein Römischer Prozeß zwischen den Klöstern Heerse und Willebadessen. In: Warburger Kreiskalender 1926, S. 24-26.

Greve, Michael
Drangsale des Klosters Willebadessen im Dreißigjährigen Krieg. In: Warburger Kreisblatt 1927/1931, S. 5, 7.

Heuter, Christoph
Neue Chancen für ein altes Kloster. Studentenworkshop des deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz in Willebadessen. In: Jahrbuch Kreis Höxter 2009, S. 29-32.

Hengst, Karl / Müller, Heinrich (Hg.)
Willebadessen gestern und heute. Paderborn 1999.

Honselmann, Klemens
Das Brevier der Benediktinerin Anna Wegewort in Willebadessen und sein Einband (aus Kloster Liesborn)? In: WZ 128, 1978, S. 435-440.

Kindl, Harald
Willebadessen - Benediktinerinnen. In: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, hg. von Karl Hengst, Teil 2 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Band 2), Münster 1994, S. 494-500.

Leßel, Stephanie
Mosaik der Möglichen. Nutzungskonzepte für die Klosteranlage Willebadessen. In: DNK-Studentenworkshop Willebadessen 2008, Bonn 2009, S. 38-43.

Michels, Paul
Die Klosterkirche in Willebadessen. In: Heimatborn 14, 1934, S. 30-34.

Michels, Paul
Willebadessen und St. Vitus. In: Die Warte 2, 1934, S. 163-165.

Münster, G. B.
Die Gründung des Klosters Willebadessen. In: Warburger Kreiskalender, 1924, S. 57-60.

Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.)
Kreis Warburg. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Bd. 44. Münster 1939.

Schmalor, Hermann-Josef
Die Bibliothek in Willebadessen - Kloster- oder Pfarrbibliothek. In: Karl Hengst / Heinrich Müller (Hg.), Willebadessen gestern und heute, Paderborn 1999, S. 81-92.

Schröder, Johannes
Zur Geschichte des Klosters Willebadessen. In: WZ 47, 1889, S. 105-124.

St. Vituspfarrei Willebadessen (Hg.)
Willebadessen 1207-1958. Willebadessen 1958.

Stiewe, August
Zur Wirtschafts- und Verfassungsgeschichte des Klosters Willebadessen. Münster 1914.

Stöwer, Herbert
Lemgo und Kloster Willebadessen (1149-1202). In: WZ 143, 1993, S. 199-220.

Strohmann, Dirk
St. Vitus in Willebadessen. Westfälische Kunststätten, Heft 86. Münster 1999.

Völker, Christoph
Nachrichten über Willebadessen und Gehrden. Aus Akten des Klosters Marienmünster. In: Warburger Kreiskalender 1924, S. 57-60.

Wildeman, Johan
Ehemaliges Benediktinerkloster Willebadessen. Restaurierung der Kirche und des östlichen Klosterflügels. In: Westfalen 37, 1959, S. 104-114.

Witthuit, Franz
Willebadessen 1207-1958. Willebadessen 1958.
Systematik
Zeit2.14   1150-1199
2.15   1200-1249
2.16   1250-1299
2.17   1300-1349
2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.1   1500-1549
3.2   1550-1599
3.3   1600-1649
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
Ort2.4.10   Willebadessen, Stadt
Sachgebiet6.8.8   Frauen
16.6.3   Geistliche, Rabbiner, Ordensleute
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
Datum Aufnahme 2010-06-24
Datum Änderung 2011-11-04
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