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Mitteilung vom 30.11.12

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Stabwechsel in der Historischen Kommission für Westfalen

Anna-Therese Grabkowsky nach 30 Jahren verabschiedet

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Münster (lwl). Mit einer Feierstunde im Erbdrostenhof hat die Historische Kommission für Westfalen am Donnerstag (29.11.) die langjährige Geschäftsführerin Dr. Anna-Therese Grabkowsky in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Mitglieder der Kommission sowie LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale dankten Grabkowsky für ihre Arbeit. Mehr als 30 Jahre leitete sie die Geschicke der in Münster ansässigen Kommission, die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragen wird.
In seiner Ansprache betonte der Erste Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen, Prof. Wilfried Reininghaus, den umfassenden Wandel, den die Kommission in der Amtszeit von Grabkowsky durchgemacht habe. In ihre Zeit fiel nicht nur der Übergang von der Schreibmaschine zum PC, die Einführung des Internets und digitaler Publikationsformen, sondern auch "die Öffnung der Kommission von einer gelehrten Vereinigung, die hinter verschlossenen Türen tagt, zu einer Anbieterin historischen Wissens, die das historisch interessierte Publikum erreicht."

Durch ihre "gelegentlich hanseatisch geprägte Bestimmtheit, ihre Zuverlässigkeit, ihre direkte Ansprache, ihre vermittelnde und einfühlsame Art" habe sie sich "eine Hochachtung erworben, die sie zu einer Art Doyenne unter den Geschäftsführern der wissenschaftlichen Kommissionen gemacht hat", so Reininghaus.
Die Nachfolge von Grabkowsky wird Dr. Burkhard Beyer antreten. Beyer hat sich insbesondere mit der Industriegeschichte des Ruhrgebietes beschäftigt und in den letzten Jahren als Lektor in einem münsterschen Verlag gearbeitet.

Zur Person:

Dr. Anna-Therese Grabkowsky wurde 1947 in Hamburg geboren, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach einer Ausbildung als Diplom-Bibliothekarin und kurzzeitiger Tätigkeit in einer Bibliothek begann sie 1971 das Studium der Geschichte und Geographie, das sie 1977 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Zahlreiche Seminare in mittelalterlicher Archäologie konnte sie für ihre Promotion zur Geschichte des Klosters Cismar (Ostholstein) gut verwenden, die sie 1980 vorlegte. Nach zwei Jahren in einem Forschungsprojekt der Staatsbibliothek Hamburg zur Erfassung einer Gelehrtenbibliothek trat sie im Januar 1982 ihren Dienst bei der Historischen Kommission für Westfalen an, der sie trotz mancher Angebote mehr als 30 Jahre treu blieb. Zu den besonderen Projekten dieser Zeit gehören das "Westfälische Klosterbuch" (drei von fünf Bänden erschienen), zu dem sie auch selbst beigetragen hat, sowie das von ihr redaktionell betreute "Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe" (ein Band erschienen, drei weitere folgen).

Hintergrund

Die Historische Kommission für Westfalen ist eine von sechs landeskundlichen Kommissio-nen des LWL. Sie wurde 1896 als Zusammenschluss von Historikern gegründet, um größere Forschungs- und Editionsvorhaben gemeinsam bewältigen zu können. Wichtigstes Vorhaben war die Herausgabe des Westfälischen Urkundenbuches, dessen Folgebände bis heute bearbeitet werden. 1921 schloss sich die Kommission dem Provinzialverband der Provinz Westfalen an, aus dem 1953 der LWL wurde. Seit ihrer Gründung hat die Kommission rund 500 Publikationen vorgelegt. Ihr Auftrag ist die wissenschaftliche Erforschung der westfälischen Landesgeschichte in allen ihren Bereichen, insbesondere die Veröffentlichung von Quellen und Darstellungen zur westfälischen Geschichte. Die Historische Kommission richtet regelmäßig Tagungen und Vorträge aus, gemeinsam mit den Altertumsvereinen Münster und Paderborn organisiert sie den jährlichen "Tag der westfälischen Geschichte".



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
Historische Kommission für Westfalen
Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48147 Münster
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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