LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 04.12.08

Foto zur MitteilungBesucherinnen und Besucher können in der Ausstellung selbst in die Schuhe schlüpfen.
Foto: LWL/Kuhn


Foto zur MitteilungIm museumspädagogischen Programm nähern sich Kinder dem Thema Schuh.
Foto: LWL/Kuhn


Foto zur MitteilungIn der Ausstellung gibt es für jedermann Schuhe zum Ausprobieren.
Foto: LWL/Kuhn


Foto zur MitteilungIn Burma sind die Schuhe der Prinzen mit dem Glück bringenden Hintha-Vogel verziert.
Foto: Museum und Archiv, Pirmasens.


Foto zur MitteilungDiese Schuhskulptur der Budapester Schuhdesigne-rin Zita Attalai heißt "Ufo".
Foto: Zita Attalai.


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Kultur

Die fabelhafte Welt der Schuhe: "Schuhtick"

Ausstellung in Herne zur Kulturgeschichte von Sohle und Absatz

Bewertung:

Achtung TV- und Internet-Redaktionen: Zur Ausstellung finden Sie Videomaterial in sende-fähiger Qualität unter http://www.lwl.org/LWL/Der_LWL/PR/tv_audioservice/Schuhtick

Herne (lwl). Wenn überall in Deutschland Kinder zu Nikolaus ihre Stiefel putzen, hat das LWL-Museum für Archäologie in Herne die Aufgabe in diesem Jahr bereits erledigt: Denn vom 6. De-zember an präsentiert das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seine neue Sonderausstellung "von kalten Füßen und heißen Sohlen".

Die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Jürgen Klinsmann - 400 Exponate erzählen auf 800 Quadratmetern die Geschichte und Geschichten von Schuhen. Bereits am Eingang erwartet die Besucher ein übergroßer Stiletto. Von der Fußbekleidung der Neandertaler über römische Sandalen bis hin zu aktuellen Designerschuhen spannt "Schuhtick" einen Bogen durch die Epochen und über Kontinente hinweg. "Bisher zeigte noch keine Ausstellung Schuhe in dieser Bandbreite", so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Einige der Exponate, wie ein überdimensionaler Marmorfuß mit Sandale von einer antiken Skulptur, würden der Öffentlichkeit zum ersten Mal präsentiert. Bis zum 5. Juli 2009 ist "Schuhtick" in Herne zu sehen.

Schuhgeschichte aus dem Karton
Ein Großteil der faszinierenden Treter ist während der Schau in Kartons ausgestellt. In vier über drei Meter hohen begehbaren Schuhkartons flanieren die Menschen durch die Geschichte von Sohle und Schaft. Status und Macht, Sinnlichkeit und Erotik, Glaube und Glück sowie Kunst und Design sind die vier Themenkreise der Ausstellung.

Mit und ohne Fußschutz
Zum Auftakt der Ausstellung folgen die Besucher den "Fußspuren" der Evolution. "Dabei reift schnell die Erkenntnis, dass der Mensch als einziges Säugetier auf den Schutz seiner Füße angewiesen ist", erläutert Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock. Den Einfallsreichtum der Natur verdeutlicht eine Auswahl von Säugetieren aus unterschiedlichen Klimazonen, wie der Wüstenfuchs oder der Biber, die einen natürlichen Fußschutz entwickelt haben.

Eine Zeitleiste der Schuh-Höhepunkte aus den letzten 40.000 Jahren an den Wänden rund um den Ausstellungsraum eröffnet einen Überblick zur europäischen Schuhmode. Entlang des Zeitstrahls melden sich historische Personen - zum Beispiel Philipp Melanchthon oder Kaiserin Sissi - zu Wort, die über ihre besondere Beziehung zu Stiefeln und Sandalen berichten.

Stars und Sternchen
Prominente Schuhe aus Film und Fernsehen, Politik und Sport haben ihren Auftritt auf einem Laufsteg. Zu ihnen gehören etwa Uta Pippigs Marathon-Rekordschuhe, Audrey Hepburns Ballerinas oder Madonnas Pumps aus dem Film "Evita". Neben diesen Persönlichkeiten stehen Menschen im Mittelpunkt, die erstaunliche, ergreifende oder aufregende Geschichten mit und in ihren Schuhen erlebt haben. Beispielsweise Sibylle Hartung aus Köln, die ihren "Schuhtick" zum persönlichen Markenzeichen machte: sie trägt seit 30 Jahren täglich verschiedenfarbige Schuhe. Die Besucher von "Schuhtick" können auf dem Laufsteg auch selbst einmal testen, wie es sich in mittelalterlichen Trippen oder High Heels laufen lässt.

Status und Macht
Schuhe zu tragen, war und ist für viele Menschen nicht selbstverständlich. Ihr Besitz war in manchen Kulturen ein Zeichen von Status und Macht. Sklaven in der römischen Antike gingen barfuss, worin sie sich von freien Bürgern unterschieden. Im Mittelalter regelten Kleiderverordnungen für jeden gesellschaftlichen Stand Aussehen und Form der Schuhe. Als Privileg des französischen Adels galten im Zeitalter des Barock rote Absätze.

Sinnlichkeit und Erotik
Schon früh bestand zwischen Frauen und Schuhen eine sinnliche Beziehung. Je nach Epoche und Kultur variierten das Schönheitsideal und die Attraktivität bestimmter Körperpartien, was auch Fuß und Schuh betraf. Beispielsweise galt im 18. Jahrhundert der Anblick eines unbedeckten Knöchels als überaus erotisch. High Heels, Overknee-Stiefel oder Pumps mit Fesselband unterstreichen bis heute die Wirkung der Füße. Der Übergang von Sinnlichkeit und Erotik der Schuhe zum Fetisch-Charakter ist fließend. So sind beispielsweise der Höhe der Absätze, in denen das Laufen noch möglich ist, Grenzen gesetzt. Auch in der Männerwelt sollen verschiedene Schuhtypen die männliche Attraktivität unterstreichen. Ein auffallend zweifarbiger Herrenschuh der 1920er Jahre, der sogenannte Spectator, ging etwa als Dandy-Schuh in die Geschichte ein.

Glaube und Glück
Im Volksglauben spielen Schuhe eine bedeutende Rolle. Sie sind oftmals Glücksbringer, was zahlreiche Amulette und Schmuckstücke in Schuhform belegen. Die ersten Schuhe des Kindes aufzuheben, sollte zum Beispiel das Kind vor einem frühzeitigen Tod bewahren. Auf chinesischen Kinderschuhen sind noch heute Verzierungen mit dem Tierkreiszeichen des Geburtsjahres zu finden, die böse Geister abwehren und die Schritte im Leben sicher lenken sollen. In vielen Religionen gibt es ebenfalls Rituale und Vorschriften, die den Fuß samt Verpackung betreffen. Im Islam gilt nach wie vor das Verbot, Moscheen mit Straßenschuhen zu betreten.

Kunst und Design
Schuhe sind Objekte von Mode und Kunst. Aus manchem Schuhmacher wurde mit der Zeit ein Schuhkünstler. Berühmte Schuhdesigner wie Salvatore Ferragamo und Manolo Blahnik gestalten eher Kunstobjekte als gebrauchsfähiges Schuhwerk. Seit Vincent van Gogh erstmalig in einem Stillleben den Schuh als zentrales Bildmotiv verwendete, hielt dieser auch Einzug in die Kunst des 20. Jahrhunderts.

An dem Gemeinschaftsprojekt "Schuhtick" arbeiten Archäologen, Kultur- und Naturwissenschaftler verschiedener Museen. Nach dem Ende der Ausstellung im LWL-Museum in Herne wandern die Schuhe weiter: zunächst ins Überseemuseum Bremen, danach in die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Hauptförderer des Ausstellungsprojekts "Schuhtick" ist die Ludwig Görtz GmbH.

Adresse
LWL-Museum für Archäologie
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-0
http://www.schuhtick-ausstellung.de
http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr

Begleitbuch
Das Begleitbuch zur Ausstellung ist im Verlag Philipp von Zabern, Mainz erschienen:
Museumsausgabe: 19,90 Euro (ISBN: 978-3-8053-3941-4)
Buchhandelsausgabe: 29,90 Euro (ISBN: 978-3-8053-3938-4)
212 Seiten, 161 Farb- und 45 Schwarzweißabbildungen

Achtung Redaktionen:
Weitere Bilder zum Download finden Sie im Internet unter http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=19074



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer und Martin Holzhause, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos