Vinsebeck

Geschichte Um 1350 erwarben die Herren von der Lippe von den von Driburg Lehen der Grafen von Schwalenberg und der Bischöfe von Paderborn zu Vinsebeck und errichteten hier einen Rittersitz, der 1533 durch das vom  Kloster Gehrden im Tausch erworbene Gut Wintrup erweitert wurde. 1579 erfolgte eine Erbteilung zwischen drei Brüdern von der Lippe, wodurch zwei Linien zu Vinsebeck und eine Linie zu Wintrup entstanden. Der Besitz zu Vinsebeck wurde 1697 durch Aussterben einer Linie wieder vereinigt.

Seit dem 17. Jh. wurden Ländereien in Driburg erworben, die zu einem Gut zusammengefasst wurden, das 1781 an Caspar Heinrich von Sierstorpff verkauft wurde. 1743 fiel das Gut Menzel von der Familie von Schorlemer an, das aber nach 1767 an die von Bocholtz gelangte. 1763 konnten im Streit mit der Familie von Oeynhausen Erbansprüche auf das Gut Vorder-Eichholz durchgesetzt werden, das bis 1953 bei Vinsebeck blieb. Als die Linie Vinsebeck 1767 mit Moritz von der Lippe im Mannesstamm erlosch, fiel das Gut an seine Schwester Theresia, vermählt mit Hermann Werner von der Asseburg zu Hinnenburg, die es samt Vorder-Eichholz ihrer jüngsten Tochter Antonetta, die 1765 Johann Ignaz Graf Wolff-Metternich zu Gracht geehelicht hatte, vererbte. 1853 konnte der Besitz durch den Ankauf des Gutes Wintrup, das die dortige Linie von der Lippe 1798 hatte verkaufen müssen, vergrößert werden.
Benutzungsort LWL-Archivamt für Westfalen
Eigentümer/in Graf von Wolff-Metternich
Bestand
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Bestandsignatur Vin.Uk
Findbuch Vin.Uk
Umfang 124 Urkunden
Laufzeit 1345-1803
Inhalt Familiensachen von der Lippe und Wolff-Metternich.- Vinsebeck: Bausachen 1718ff.; Grunderwerb; Fideikommiss; Besitz zu Steinheim (Bosenhof, Zehnt zu Billerbeck), Hembsen, Vinsebeck, Nieheim und Ewersen; Gut Wintrup; Gut Kempen (1929 verkauft); Kloster Kreuzberg bei Bonn; Verkauf von Grundstücken; Verpachtung von Vinsebeck und Menzenbrock; Lehnssachen (Stifte Paderborn, Corvey, Herford, Grafschaft Lippe); Gefälle und Dienste zu Vinsebeck und Otenhausen; Mühlen zu Vinsebeck; Forsten; Jagd und Fischerei; Ablösungen; Kirche zu Vinsebeck (Finanzen, Memorien, Vikarie ab 17. Jhdt.); (Vorder-)Eichholz: Familiensachen von Oeynhausen; Übergang an von der Lippe; Besitz zu Steinheim und Bergheim; Grundstücke; Finanzen; Kirchenstuhl in Steinheim; Gerichtsbarkeit zu Eichholz (ab 1610); Mühle; Kapelle zu Eichholz (ab 17. Jh.).- Menzenbrock: Erwerb ab 1636; Land zu Otenhausen; Lippische Lehen.
Information Im Urkundenbestand des Archivs Vinsebeck sind die Urkunden der Güter Vinsebeck und Vorder-Eichholz zusammengeflossen.

Vinsebeck wurde als Rittersitz der Familie von der Lippe seit dem 14. Jh. errichtet und 1533 durch Wintrup erweitert. 1579 erfolgte eine Erbteilung, wodurch zwei Linien zu Vinsebeck und eine in Wintrup entstanden. Der Besitz zu Vinsebeck wurde 1697 infolge des Aussterbens einer Linie wieder in einer Hand vereinigt. 1743 wurde im Erbgang von der Familie von Schorlemer das Gut Menzel erworben, wodurch auch einige Urkunden dieser Familie in das Archiv gerieten. 1763 konnte Moritz Anton von der Lippe als Allodialerbe des Christoph Albert von Oeynhausen durch Vergleich mit den Feudalerben aus der Familie von Oeynhausen das Gut Vorder-Eichholz in Besitz nehmen. Damit gelangte auch der Hauptteil des Archiv von Vorder-Eichholz nach Vinsebeck. Vorder-Eichholz ist bis zu seinem Verkauf 1953 Teil des Gutes Vinsebeck geblieben. Als die Vinsebecker Linie der Familie von der Lippe 1767 mit Moritz Anton von der Lippe in männlicher Linie ausstarb, beerbte ihn seine Schwester Therese, Frau des Hermann Werner von der Asseburg. Sie vererbte Vinsebeck mit Vorder-Eichholz auf ihre jüngste Tochter Antoinette, die es ihrem Ehemann Johann Ignaz Graf Wolf Metternich zu Gracht zubrachte. Das Gut Menzel ging damals über eine andere Tochter an die Familie von Bocholtz. 1853 wurde das Gut Wintrup, das die dortige Linie von der Lippe 1798 schuldenhalber aufgeben musste, allerdings ohne das Gutsarchiv angekauft. Vinsebeck betreffen die Urkunden 5, 7, 8, 13, 15-17, 21, 25, 26, 28-31, 35, 37, 38, 40, 41, 43, 44, 47-53, 58-60, 63, 64, 66-68, 71, 72, 75, 77, 80-82, 86-90, 92-94, 96, 98, 100-118.

Im 15. Jh. wurde von einem Zweig der Familie von Oeynhausen ein festes Haus zu Eichholz errichtet, das 1612 geteilt wurde. Es entstanden die Güter Hinter-Eichholz, das nach Aussterben der dortigen Linie der Familie von Oeynhausen 1716 an die von Weichs und von Amboten als Allodialerben fiel, und Vorder-Eichholz, das nach Aussterben der dortigen Linie mit Christoph Albert von Oeynhausen 1737 infolge des Testamentes seines älteren Bruders Ferdinand Friedrich von Oeynhausen an die von der Lippe zu Vinsebeck als die Allodialerben fiel. Die zu Eichholz gehörigen Lehen gingen an die anderen vorhandenen Zweige der Familie von Oeynhausen. Eichholz betreffen die Urkunden 1-4, 6, 9-12, 14, 18-20, 22-24, 27, 32-34, 36, 39, 42, 45, 46, 54-57, 61, 62, 65, 69, 70, 73, 74, 76, 78, 79, 83-85, 91, 95, 97, 99.

Der Bestand wurde 1999 von Dr. Wolfgang Bockhorst verzeichnet.
Literatur Lippe, Viktor von der (Bearb.), unter Mitwirkung von Friedrich Philippi
Die Herren und Freiherren von der Lippe. Teile 1-3. Görlitz 1921-1923.

Oeynhausen, Julius von / Grotefend (Bearb.)
Geschichte des Geschlechts von Oeynhausen. 4 Teile. Teil 1: Regesten und Urkunden von 1036 bis 1605 (Paderborn 1870); Teil 2: Regesten und Urkunden von 1606 bis 1832 (Frankfurt 1887); Teil 3: Biographische Bearbeitung (Frankfurt 1889); Teil 4: Stammtafeln nach der biographischen Bearbeitung (Paderborn 1889). Paderborn [u. a.] 1870-1889.


Waldhoff, Johannes
Die Rittergüter Vorder-Eichholz und Hinter-Eichholz. In: Heimatverein Stadt Steinheim e. V. (Hg.), Steinheim, Steinheim 1982, S.199-202.

Systematik
Zeit2.17   1300-1349
2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.1   1500-1549
3.2   1550-1599
3.3   1600-1649
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
3.7   1800-1849
Ort2.4.4   Brakel, Stadt
2.4.7   Nieheim, Stadt
2.4.8   Steinheim, Stadt
Sachgebiet6.8.1   Adel
Datum Aufnahme 2010-04-07
Datum Änderung 2011-11-04
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