| Titel/Regest |
Der verstorbene Hermann Fforck, Vikar des St. Paul-Altars in der St. Johannis-Kirche zu Billerbeck, hat 25 Gulden in seinem Testament gestiftet, damit seine Nachfolger für ihn ewige Memorie halten sollten. Dafür ist eine Rente von 1 1/4 Gulden (vyffort golden guldens), auf Mariae Geburt zahlbar, aus Gerdings Haus und Hof gekauft worden, das in Coesfeld in der Münsterstraße liegt, und zwar aufgrund einer von dem genannten Vikar besiegelten Urkunde. Darin ist u. a. enthalten, dass man seine Memorie am zweiten Freitag nach Ostern (des anderen ffrygdages na paesschen) halten soll, indem man morgens Vigilie lese und danach zwei Singmessen. Die eine Messe soll von Unserer Lieben Frau auf dem St. Paul-Altar sein, es soll dabei auf der Orgel gespielt und von dem zeitigen Vikar gesungen werden. Die andere Messe soll auf dem obersten Altar von dem Pastor oder seinem Kaplan gehalten werden. Dabei sollen die anderen Vikare, der Rektor von St. Ludgeri und der Kaplan zu Hameren zu diesem Gottesdienst und dieser Memorie vereint beitragen. Wenn dies alles so geschieht, soll der Vikar von St. Pauli die Präsenzgelder austeilen: dem Pastor 5 Rader Albus, all den anderen Priestern, die im Chor sind und Seelenmessen gelesen haben 2 1/2 Rader Albus, dem Küster und dem Schulmeister je einen Rader Albus und dem Organisten einen halben Rader Albus geben. Zur Austeilung der Präsenzien soll der Inhaber der besagten Vikarie auf ewig verpflichtet sein, so wie es auch im Memorienbuch geschrieben steht.
Auf Bitten der Beteiligten siegeln 1. Gerd von Plettenberg, Domherr und Archidiakon zu Billerbeck mit dem Archidiakonatssiegel, 2. Joachim Stapervenne, Pfarrer, wegen der Vikare zu Billerbeck und 3. Arnd von Raesfeld zu Hameren als Patron der Vikarie St. Pauli und Exekutor des Testaments des Herrn Hermann Ffo[r]ck. |