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Mitteilung vom 16.12.14

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Gegen dörfliche Traditionen und kleinstädtischen Mief?

Wissenschaftler diskutieren auf Einladung des LWL über Protestkulturen in der 'Provinz‘

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Münster (lwl). "Neue soziale Bewegungen in der 'Provinz‘ (1970 - 1990)" lautet der Titel einer Tagung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag und Mittwoch (16. und 17. Dezember) im Liudgerhaus in Münster veranstaltet. Über 40 Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz diskutieren über Protestkulturen abseits der großen Zentren wie Berlin, Frankfurt oder München. Wie wurde das "Andere" in diesen Regionen wahrgenommen? Inwieweit beeinflussten sich soziale Bewegungen in Metropolen und ländlichen Regionen wechselseitig? Diesen Fragen geht die vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte initiierte Tagung nach.

"Die Forschung hat zwar in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien zu den neuen sozialen Bewegungen vor dem Hintergrund der '68er-Revolte‘, hervorgebracht. Dabei spielt das ländliche Umfeld aber immer noch eine völlig unzureichende Rolle", sagt Organisatorin Dr. Julia Paulus vom LWL-Institut. Aus diesem Grund nehmen die Historikerinnen erstmals die regionalen Emanzipationsbewegungen in den Blick. "In der Forschungsliteratur gibt es bisher kaum Untersuchungen, die den spezifischen Motivationen von Akteuren vor Ort nachgehen, sich politisch zu engagieren und Projekte fernab der Metropolen zu gründen", betont Paulus.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung steht am ersten Tag die Protest-Vielfalt in der Provinz. Dr. Hans-Gerd Schmidt aus Detmold thematisiert die 68er-Bewegung am Bespiel des Kreises Lippe und zeigt, welche Aktivitäten es gab und wie die Provinz vor allem durch Jugendliche zum Ort des Experimentierens wurde. Die Frauen- und Jugendbewegung sowie die Aussteiger und Umweltaktivisten stehen am zweiten Tag im Fokus der Tagung. Prof. Dr. Kristina Schulz von der Universität Bern geht beispielsweise anhand des Films "Lieber Herr Doktor" auf die Auseinandersetzungen in den ländlichen Gegenden der Schweiz während der Debatten um die Liberalisierung der Abtreibung in den 1970er Jahren ein.

Der LWL wird die Ergebnisse der Tagung in einem Tagungsband veröffentlichen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Karlstr. 33
48147 Münster
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