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Mitteilung vom 19.06.18

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LWL-Preise 2018

Auszeichnung für besonderes bürgerschaftliches Engagement

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Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am Dienstag (19.6.) sechs Vereine und Gruppen mit den LWL-Preisen 2018 ausgezeichnet. Die Auszeichnungen verleiht der LWL alle zwei Jahre für besonderes bürgerschaftliches Engagement. LWL-Direktor Matthias Löb und Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, überreichten die mit je 2.000 Euro dotierten Preise im Erbdrostenhof in Münster.

Den LWL-Sozialpreis erhielt die AG Partizipation der Stadt Hagen. Der Jugendpreis ging an den Verein "We love Warstein" (Kreis Soest). Den Gesundheitspreis bekam der Präventionsrat Rahden (Kreis Minden-Lübbecke). Den Psychiatriepreis hat der LWL an die Stadtteilkonferenz Paderborn Süd-Ost vergeben. Mit dem Kulturpreis zeichnete der LWL die Arbeitsgruppe Sachsenhof des Heimatvereins Greven (Kreis Steinfurt) aus.

Die AG Partizipation der Stadt Hagen hat sich zum Ziel gesetzt, die Anliegen von Menschen mit Behinderung in kommunale Entscheidungsprozesse einzubringen. In der AG arbeiten Menschen mit Behinderung seit dem Jahr 2015 mit Vertretern aus Wohlfahrtspflege, Politik und Verwaltung zusammen. "Die AG ist ein richtungsgebendes Projekt, dem es beispielgebend gelingt, Menschen mit Behinderung entsprechend des Grundsatzes 'nicht ohne uns über uns' selbst zum Sprecher für ihre Anliegen zu machen und damit ihre soziale und politische Teilhabe zu verbessern", sagte Löb bei der Preisübergabe. Mit viel Herzblut und weit über das übliche Maß hinausgehendem Engagement sei es den Akteuren gelungen, gemeinsam innovative Aktionen in der Stadt Hagen umzusetzen. So veranstalte die AG Partizipation einen monatlichen politischen Stammtisch, bringe sich in die Beratung politischer Gremien ein und führe Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung durch, so Löb weiter.

Der LWL-Jugendpreis geht in diesem Jahr an den Verein "We love Warstein". In diesem Verein setzen sich Jugendliche und junge Erwachsene uneigennützig und langfristig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Warsteiner Bürger und für eine positive Stadtentwicklung ein. Mittlerweile zählt "We love Warstein" über 100 Mitglieder und organisiert jährliche Veranstaltungen im Stadtgebiet, aber auch Projekte, die zur Verbesserung der Situation in Warstein und allen Ortsteilen beitragen sollen. Dazu gehört der aktuelle Plan, einen selbstorganisierten Jugendkulturraum zu schaffen. Der Verein setzt das Projekt mit jungen Geflüchteten um und leistet so einen Beitrag zur Integration. "'We love Warstein' ist nachhaltiges, beteiligungsorientiertes und jugendgerechtes Engagement, das frische Impulse für Warstein setzt und zum Gelingen des demographischen Wandels beiträgt", sagte Gebhard, der den Preis an Frederik Cramer überreichte.

Der Gesundheitspreis ging an den Präventionsrat Rahden, der im Jahr 2007 aus einer Bürgerinitiative hervorging. Ziel des Präventionsrates ist es, Kindern und Jugendlichen zu helfen, Probleme des Alltags zu bewältigen und ihnen eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen - ohne Drogen, ohne Straftaten. Die Arbeit des Präventionsrates baut auf der Erkenntnis auf, dass zur Gesundheit das körperliche, geistig-seelische und soziale Wohlbefinden eines Menschen gehört. Um dies zu erreichen, wählt der Verein einen umfassenden präventiven Ansatz, indem er die Zusammenarbeit aller mit Prävention befasster Institutionen, Personen und gesellschaftlicher Gruppen im Ort fördert und koordiniert. 53 Mitglieder hat der Verein heute. Doch insgesamt engagieren sich 150 Helfer in den verschiedenen Projekten des Präventionsrates in sieben Arbeitskreisen: Von Lesepaten in Kindergärten und Schulen über Vorträge und Fortbildungen zu Gesundheitsfürsorge bis hin zur Unterstützung der Integration von Geflüchteten ist der Verein auf vielen Feldern tätig. "Der Präventionsrat Rahden fördert mit seiner rein ehrenamtlichen Tätigkeit Maßnahmen zu einem gesunden Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Das vorbildliche Engagement des Präventionsrates genießt dabei auch über die Stadtgrenzen von Rahden hinaus höchstes Ansehen", sagte Löb.

Mit dem Psychiatrie-Preis zeichnete der LWL die Stadtteilkonferenz Paderborn Süd-Ost aus, "in der engagierte Bürger einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass das LWL-Wohnhaus 'Goldgrund' für chronisch suchtkranke Menschen in seinem Stadtteil gut integriert ist", sagte Löb. Als im Jahr 2013 Pläne bekannt wurden, im Stadtteil Goldgrund ein LWL-Wohnhaus für chronisch suchtkranke Menschen zu errichten, überschlugen sich die Wellen der Empörung und Besorgnis von Anwohnern. Die Bürgerinitiative "Lieth-Forum" organisierte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn und dem LWL eine Informationsveranstaltung. Um dem großen Ausmaß an Wut und Aggressivität gegen die geplante Einrichtung etwas entgegen zu setzen, positionierte sich das "Lieth-Forum" mit Presseartikeln und öffentlichen Gesprächen für das Bauprojekt und setzte sich innerhalb des Stadtteils für die Integration der neuen Mitbewohnerinnen ein. Im Herbst 2015 gründete sich die Stadtteilkonferenz Paderborn Süd-Ost, um die Akteure im Stadtteil zusammenzubringen und sich aktiv an der Gestaltung des Viertels zu beteiligen. Die LWL-Einrichtung "Goldgrund" ist mittlerweile gut in das Stadtteilleben integriert. Sie ist beispielsweise häufig mit einem Waffelstand auf dem Wochenmarkt präsent und stellt ihre Fahrwerkstatt beim jährlichen Familienfest im Stadtteilpark vor. Die Einladung zum Kennenlernen und zum Adventskaffee haben viele Menschen in der Nachbarschaft angenommen. "Die Stadteilkonferenz Paderborn Süd-Ost hat viel Anerkennung verdient für die nachhaltige und inklusionsfördernde Quartiersentwicklung, die sie in enger Zusammenarbeit von Stadt, örtlichen Kirchengemeinden, Vereinen und Verbänden sowie dem LWL-Wohnhaus Goldgrund betreibt", so Löb.

Seinen Kulturpreis hat der LWL an den Arbeitskreis Sachsenhof des Heimatvereins Greven verliehen. "Damit würdigen wir jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement von den Mitgliedern des Arbeitskreises, die den Sachsenhof als Museumsstandort betreuen und sich so für die Erhaltung des kulturellen Erbes unserer Region einsetzen", sagte Gebhard. Der Sachsenhof in Greven-Pentrup ist eine Rekonstruktion einer 1200 Jahre alten frühmittelalterlichen sächsischen Hofanlage, die die LWL-Archäologen 1973 in Münster-Gittrup ausgegraben haben. Die frühmittelalterliche Hofanlage ist ganzjährig - ohne Aufsicht und ohne Eintrittsgelder - als Freilichtmuseum zugänglich. Zu dem Gehöft sind weitere Gebäude wie eine Scheune, eine Heuberge, ein Grubenhaus oder ein Bienenstock hinzugekommen. Umgeben ist das Gehöft von einer Gartenanlage mit frühmittelalterlichen Kulturpflanzen. Ein weiteres Standbein ist die experimentelle Archäologie mit Angeboten aus den Bereichen Töpferei und Keramikbrand, Herstellung von Öl, Teer oder Filz, sowie Kohlenmeilerei und Bronzeguss. Regelmäßig findet experimentelle Eisenverhüttung im Rennfeuerofen statt. Gruppen aus ganz Europa haben schon unterschiedliche Methoden zur Eisengewinnung erforscht. "Besonders hervorzuheben ist die Arbeit von Dr. Hermann-Josef Drexler und seiner Frau Liesel Drexler, die seit vielen Jahren die wissenschaftliche und organisatorische Koordination übernommen haben und alle Mitglieder des Arbeitskreises wirkungsvoll motivieren", so Gebhard.



Pressekontakt:
Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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