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Mitteilung vom 13.02.18

Presse-Infos | Psychiatrie

Wenn das Essen zum Feind wird - Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Fachleute der LWL-Klinik Marl-Sinsen beantworten Fragen und laden zum Dialog ein

Bewertung:

Marl-Sinsen (lwl). "Thinspiration" - "Inspiration zum Dünnsein". Ein wohlklingender Begriff, hinter dem sich oftmals ein Bild mit einer erschreckenden Botschaft verbirgt: "Sieh her, so schön und glücklich bin ich mit meinen hervorstechenden Rippen und den eingefallenen Wangen."

Auch die 15-jährige Julia war einer "Thinspiration" auf Instagram gefolgt. Eigentlich ganz zufällig, auf der Suche nach neuen Rezept- und Sportideen, um ihrem Wunschgewicht endlich noch näher zu kommen. Julia sieht die offensichtliche Erkrankung des Models nicht. Sie bemerkt lediglich ihren anscheinend glücklichen Gesichtsausdruck und die Grazie ihres Körpers. So will sie aussehen und sich fühlen.

Als Julia zur Therapie in die Marler Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) kommt, wiegt die Jugendliche noch 40 Kilogramm, bei einer Körpergröße von 1,68 Meter. Hier begegnet sie neben anderen magersüchtigen Mädchen und Jungs und auch Altersgenossen, deren Kampf mit dem Essen darin besteht, in kürzester Zeit möglichst viel Nahrung in sich hineinzuschlingen, um kurze Zeit später den gesamten Mageninhalt wieder zu erbrechen. Der Fachbegriff für diese sogenannte Ess-Brech-Sucht lautet "Binge-Eating".

"Die Problematik der Essstörungen ist sehr komplex und teilweise auch verknüpft mit anderen psychischen Störungen wie selbstverletzendem Verhalten", weiß Dr. Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Marl-Sinsen, "deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln, wenn der Verdacht auf eine Essstörung besteht".

Was sind die ersten Alarmzeichen für eine Essstörung? Wann ist psychologische Hilfe gefragt? Und wie geht es nach der Therapie weiter? Das sind nur einige der Fragen, die Dr. Rüdiger Haas und sein Team beim kommenden Haard-Dialog am 27. Februar ab 18. 30 Uhr, im Festsaal der LWL-Klinik Marl-Sinsen beantworten werden.

Wie sie junge Menschen auf einer Essgestörtenstation zum Essen motivieren, wie sie Eltern mit in die Behandlung einbeziehen und welche Tipps sie ihnen mit auf den Weg geben, darüber referieren die Stationsleiter Willi Hülshoff und Jürgen Gebauer. Kunsttherapeutin Katrin Ruck zeigt anschaulich, wie die Kunsttherapie helfen kann, sich selbst und seine Gefühl besser kennenzulernen und dadurch neue Perspektiven zu entdecken.

Im Anschluss stellen sich alle Beteiligten sowie die Psychologische Psychotherapeutin Katharina Alt, die über eine jahrelange Erfahrung mit essgestörten jungen Menschen verfügt, den Fragen der Zuhörer. Die Moderation des Abends übernimmt der Medizinjournalist Bernd Overwien.

Termin:
Haard-Dialog
Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen - Alarmzeichen und Therapie
Dienstag, 27. Februar 2018, 18.30 Uhr - 20.00 Uhr, Festsaal der LWL-Haardklinik,
Halterner Straße 525, 45770 Marl.
Der Eintritt ist frei.
Telefonische Anmeldung bitte unter 02365 802-0

Hintergrund
Mit der Veranstaltungsreihe "Haard-Dialog" bietet die LWL-Klinik Marl-Sinsen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, mehr über psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen zu erfahren, Therapiemöglichkeiten kennenzulernen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen, ohne sich vorher in "Arztsprache" üben zu müssen.



Pressekontakt:
Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Kerstin Seifert, LWL-Klinik Marl-Sinsen - Haardklinik -, Telefon: 02365 802-2126
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Klinik Marl-Sinsen
Haardklinik
Halterner Str. 525
45770 Marl
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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