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Mitteilung vom 13.12.17

Presse-Infos | Kultur

Tagung für ehrenamtliche Sondengänger:

LWL lud zur Information und Diskussion ein

Bewertung:

Herne (lwl) Aus ganz Westfalen-Lippe kamen am vergangenen Samstag (9.12.) Besucher zur Sondengänger-Tagung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nach Herne. Über 130 ehrenamtliche Sondengänger, die in ihrer Freizeit mit Metalldetektoren auf Ackerflächen archäologische Funde aufspüren, waren der Einladung der LWL-Archäologie für Westfalen gefolgt. "Wir möchten mit dieser Tagung zum Dialog und Austausch einladen, denn ehrenamtliche Sondengänger sind wichtige Partner für uns", so LWL-Chefarchäologe Prof. Dr. Michael Rind.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, was mit den zahlreichen Funden passiert, die Sondengänger den LWL-Archäologen melden. "Die Detektorarchäologie trägt nicht nur dazu bei, dass neue Fundplätze bekannt werden", so Dr. Christoph Grünewald, Leiter der LWL-Archäologie-Außenstelle Münster. "Die Funde sind eine bedeutende Grundlage zur wissenschaftlichen Erforschung der Bronze- und Eisenzeit sowie des Mittelalters." Mehrere Vorträge verdeutlichten, wie wichtig solche Funde insbesondere an Orten sind, an denen sich im Boden keine Baustrukturen erhalten haben. Ohne den Einsatz von engagierten Privatleuten würden der Archäologie entscheidende Quellen fehlen.

Darüber hinaus erhielten die Sondengänger praktische Hinweise über den Umgang mit Funden. Nach der Bergung aus dem Boden besteht für viele Materialien die Gefahr des Verfalls. Wie sich unterschiedliche Metallfunde vor einer schnellen Zersetzung bewahren lassen, erläuterte Sebastian Pechtold, Leiter der LWL-Restaurierungswerkstatt.

Zu den häufigsten Funden von Sondengängern zählen Münzen. Der Numismatiker Stefan Kötz, der das Münzkabinett des LWL-Museum für Kunst- und Kultur in Münster betreut, zeigte eine Auswahl seltener Fundmünzen aus Westfalen. Der wissenschaftliche Wert einer Münze richtet sich nicht danach, ob diese aus Gold, Silber oder Kupfer geprägt ist. Viel wichtiger für den Experten ist zum Beispiel das Verbreitungsgebiet einer Münze. Außerdem informierte Kötz, welche Fundmünzen meldepflichtig sind.

Hintergrund
In Westfalen-Lippe gibt es über 300 lizensierte Sondengänger. Rind: "Sie setzen sich mit großem geschichtlichem Interesse und technischem Sachverstand für den Erhalt des kulturellen Erbes ein. Mit ihrem Engagement tragen sie zu neuen archäologischen Entdeckungen bei." Dazu zähle beispielsweise der diesjährige Fund eines rund 60 Zentimeter langen bronzezeitlichen Schwertes aus Minden. Auch bei Ausgrabungen der LWL-Archäologie arbeiten Sondengänger ehrenamtlich mit. Ihren Detektoren entgehen auch kleinste Funde nicht, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.

Während Metallsonden frei verkäuflich sind, unterliegt ihre Verwendung bestimmten Regeln. Wenn nach archäologischen Funden gegraben wird, ist eine Genehmigung der Oberen Denkmalbehörde notwendig. Wer ohne Genehmigung nach Altertümern gräbt, betätigt sich faktisch als Raubgräber und macht sich eventuell strafbar. Archäologische Funde müssen bei den Denkmalbehörden vorgelegt werden. Fast alle Objekte gehen zurück an den Finder. Objekte von besonderem wissenschaftlichem Wert gehen gegen eine angemessene Belohnung in den Besitz des Landes über. "Dies gilt jedes Jahr aber nur für sehr wenige, der Anteil liegt unter einem Prozent", so Rind.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
presse@lwl.org



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