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Mitteilung vom 27.04.17

Foto zur MitteilungReste eines verzierten Siebgefäßes, Fundort Warburg-Hohenwepel, Datierung: 5.200-4.900 v. Chr.
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen, Stefan Brentführer


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Presse-Infos | Kultur

Laktoseintoleranz vor 7.000 Jahren?

Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit" im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge schon vor über 7.000 Jahren? Ja - zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24. Mai im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt. Gut 900 Fundstücke lassen dann die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen. Mitmachstationen laden kleine wie große Besucher ein, zum Ursprung unserer heutigen Zivilisation zurückzukehren. Außerdem zeigt die Landesausstellung die wichtigsten archäologische Funde in NRW aus den vergangenen fünf Jahren.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sind keineswegs ein modernes Phänomen - ganz im Gegenteil. Mit der Jungsteinzeit wurden Rinder, Ziegen und Schafe zu Haustieren. Durch ihre Vermehrung hatten die ersten Bauern auch Zugriff auf die Milch der Tiere. Doch was heute nur in ultrahocherhitzer Form im Tetrapack bekömmlich ist, war damals nicht anders. Genetische Untersuchungen zeigen: Auch die ersten Bauern vertrugen keine unbehandelte Milch. Durch den Verzehr roher Milch hätten sie Blähungen und schlimmstenfalls Durchfall bekommen.

Woher weiß man, dass die Menschen der Jungsteinzeit Milch zu sich nahmen? Aus dieser Zeit sind Gefäße mit zahlreichen kleinen Löchern bekannt, deren Funktion zunächst nicht ganz klar war. Man vermutete zwar, dass es Siebe sein könnten, die zur Käseherstellung genutzt wurden. Ähnliche Gefäße gibt es auch heute noch in der Käserei, wo sie das geronnene Milcheiweiß von der Molke trennen. Sicher waren sich die Forscher allerdings nicht, bis sie zahlreiche Scherben dieser Siebe aus der Jungsteinzeit untersuchten und bei einigen tatsächlich Milchfette nachweisen konnten.

Es ist also sicher, dass schon in der Jungsteinzeit Milch zu Käse verarbeitet wurde. Das brachte gleich mehrere Vorteile mit sich: Käse enthält weniger Laktose als Milch und ist dadurch viel verträglicher. Zudem lässt sich Käse viel besser transportieren und ist auch noch länger haltbar.

Die Siebgefäße zur Käseherstellung sind Exponate der Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die vom 24.5. bis 22.10.2017 im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen ist.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Josef Mühlenbrock, LWL-Museum für Archäologie - Westfälisches Landesmuseum - (Museum Herne), Telefon: 02323 94628-11, josef.muehlenbrock@lwl.org
presse@lwl.org



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44623 Herne
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