LWL-Newsroom

Mitteilung vom 27.12.04

Presse-Infos | Der LWL

Kumpel auf vier Beinen - Zollern erzählt Geschichte der Grubenpferde
Museum freut sich über weitere Zeitzeugen und Ausstellungsstücke

Bewertung:

Dortmund (lwl). Zwölf Jahre lang arbeitete Tobias unter Tage und teilte damit das Schicksal Hunderter von Artgenossen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in die Gruben des Reviers einfuhren. Berühmtheit erlangte der vierbeinige Kumpel von der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen als letztes Grubenpferd im Ruhrbergbau. Sein Ausstand am 22. Juni 1966 rührte viele Zeitgenossen: Im Nachklang der Presseberichte erreichten den treuen Tobias kiloweise Zucker und Möhren. Das Westfälische Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund nimmt die Geschichte als Ausgangspunkt einer Ausstellung über Grubenpferde. "Kumpel auf vier Beinen" wird sie heißen und am 20. März 2005 eröffnet.

Wie viele Pferde waren im Einsatz, welche Arbeiten leisteten sie und wie waren sie ausgerüstet? Wer arbeitete mit den Kumpeln auf vier Beinen, und wie wurden sie unter Tage versorgt? Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus will in der Ausstellung ein möglichst breites Themenspektrum ansprechen: "Es reicht vom Transport der Pferde im Förderkorb bis zur Verpflegung im untertägigen Stall, vom Ankauf der neuen Arbeitskräfte bis zum Gnadenbrot." Natürlich ist auch Zollern ein Thema: hier brachte es "Nurmi" als letztes Grubenpferd 1953 zu einem gewissen Ruhm.


Fotos, Exponate wie Zug-Geschirre und Grubenhalfter sowie Inszenierungen typischer Arbeitssituationen und schließlich Interviews mit Zeitzeugen sollen das Thema anschaulich machen. Um das Spektrum zu vervollständigen, sucht das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jetzt noch weitere Zeitzeugen - etwa ehemalige Pferdejungen oder Stallmeister, die mit ihren Erinnerungen und Geschichten die Ausstellung bereichern können. Auch wer noch Teile einer Grubenpferd-Ausrüstung oder Fotos besitzt, kann sich bei Museumsleiterin Ulrike Gilhaus (Tel. 0231 6961-211) melden.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, Tel. 0231 6961-127
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0






Ihr Kommentar




zur Druckansicht dieser Seite

zu den aktuellen Presse-Infos