LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 12.12.12

Foto zur MitteilungDieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschafts- versammlung, gratuliert der Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart zum Preis.
Foto: LWL/Steinweg


Foto zur MitteilungJudith Kuckart.
Foto: Gisela Cäsar


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Presse-Infos | Kultur

Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2012 an die Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart

Bewertung:

Oelde (lwl). Die Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart hat am Mittwoch (12.12.) aus den Händen von Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis entgegen genommen. "Es ist der besondere literarische Ausdruck von Judith Kuckart, der die Jury überzeugt hat", lobte Jury-Mitglied Gebhard, bevor er Kuckart den mit 12.800 Euro dotierten Preis im Museum für Westfälische Literatur in Oelde (Kreis Warendorf) überreichte. Den "Westfälischen Literaturpreis" verleiht der LWL alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Konrad-von-Soest-Preis für bildende Kunst.

"Judith Kuckart wird der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis für herausragende Leistungen für die deutsche Gegenwartsliteratur zuerkannt. Der Autorin, die als Künstlerin ihre Wurzeln im Tanztheater hat, gelingt es auf beeindruckende Weise, Körper und Körperlichkeit in den literarischen Raum zu übertragen und lebendig werden zu lassen: Kuckart inszeniert literarische Welten", so die Jury-Begründung. "Durch einen häufig szenischen Schreibstil und eine pointierte Sinnlichkeit in ihren Texten evoziert sie Bilder im Kopf des Lesers. Sie beschreibt das Große im Kleinen und umgekehrt. Dabei ist es nicht ihr Anspruch, Antworten zu geben, vielmehr fordert sie den Leser heraus, selbst Fragen zu stellen." Inhaltlich verstehe sie es, historisch und politisch wichtige Themen durch fein gezeichnete Figurenkonstellationen auf außergewöhnliche und beeindruckende Weise für den Leser konkret und erfahrbar werden zu lassen.

"Judith Kuckarts innovativer und originärer Schreibstil hat die zeitgenössische Literatur mit ungewöhnlichen und unverzichtbaren Impulsen bereichert", lautet die Begründung der Jury unter Vorsitz von LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch weiter.

"Judith Kuckarts Prosawerk verbindet sich immer wieder neu sensibel-lebendig, emotional nah und kritisch mit ihrer westfälischen Heimat, von ihrem Romanerstling 'Wahl der Waffen‘ etwa über 'Lenas Liebe‘ bis hin zum bisher jüngsten Roman 'Die Verdächtige‘. Sie zeigt sich in diesen Arbeiten zugleich als eine genaue Beobachterin des bundesdeutschen Alltags von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart", urteilte Dr. Stefan Elit von der Universität Paderborn in der Laudatio. Laut Elit kennzeichnen zwei Merkmale Kuckarts Literatur: Zum einen werden "hoch individuelle, oft auch familiär verflochtene Charaktere und geschickt ausgewählte Momente und Phasen der Zeitgeschichte" anschaulich miteinander verbunden. Zum anderen sind Kuckarts Figuren wie auch ihre Texte immer wieder auf der Suche, gehen Verlorenem, Vergessenem, Verdrängtem nach. "Sie tun dies nur bedingt erfolgreich, ganz wie im realen Leben, oder, um mit der Autorin zu sprechen: 'Wer schreibt, hat eine Frage‘ - man ergänze: Und nicht vor allem Antworten, die die Leser gleich wieder friedlich entlassen", so Eilt.

Zur Person:
Kuckart wurde 1959 in Schwelm geboren. Sie studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin. Nach einer Ausbildung zur Tänzerin u.a. an der Folkwang-Schule in Essen gründete sie 1984 in Berlin mit vier weiteren Ensemblemitgliedern das Tanztheater "Skoronel", das sie von 1986 bis 1998 leitete. Seit 1998 arbeitet Kuckart als freie Regisseurin und Autorin in Berlin.

Ihr Debüt feierte Kuckart mit dem Roman "Wahl der Waffen". Es folgten "Die schöne Frau", "Der Bibliothekar", "Lenas Liebe" und die Erzählungen "Die Autorenwitwe". 2006 erschien "Kaiserstraße" und 2008 der Roman "Die Verdächtige". Daneben schrieb Judith Kuckart Theaterstücke und Hörspiele. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen geehrt, die vom Deutschen Kritikerpreis und dem Villa Massimo-Stipendium über den Margarete-Schrader-Preis, dem Werkjahr der Stadt Zürich bis hin zum Calwer Hermann-Hesse Stipendium und dem Literaturpreis Ruhr reichen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: Rede_Gebhard.pdf
Anlage 2: Rede_Elit.pdf



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