LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.12.12

Foto zur MitteilungEntwürfe des Dessinateurs Wilhelm Bollwerk für Schlafanzug-Stoffe.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungSchick im Jahr 1958: Anoraks aus Popeline.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Der Stoff, aus dem die Hemden sind

TextilWerk Bocholt präsentiert Textilmuster für "Popeline-Kollektion"

Bewertung:

Bocholt (lwl). Vor der Einführung des Computers wurden die Stoffmuster für Kleidungsstücke von Hand gezeichnet. Wie solche Entwürfe angefertigt wurden und welch filigrane Kunstwerke dabei entstanden, zeigt die neue Schau "Popeline-Kollektion - Von der Idee zum Gewebe" im TextilWerk Bocholt. Vom 14. Dezember 2012 bis zum 1. Mai 2013 präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in der Weberei seines Industriemuseums eine Auswahl kunstvoller Unikate des Musterzeichners Wilhelm Bollwerk. Sie sind zuvor noch nie öffentlich präsentiert worden.

Nur wenige Zentimeter groß sind die Muster und Entwürfe des Designers, Webmeisters und Diplom-Ingenieurs. Er fertigte sie zwischen 1954 und 1965 zum Beispiel für Blusen- und Schlafanzugstoffe an, und zwar nur mit Hilfe von Reißbrett und -feder, Pinsel, Lineal und Farbe. "Mit dieser einmaligen Kollektion können wir Einblicke geben in einen bedeutenden Beruf des textilverarbeitenden Gewerbes. Gleichzeitig stellen wir den beeindruckenden Werdegang eines Mannes vor, der eng mit der Entwicklung der damaligen Textilindustrie verknüpft ist", erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp.

Popeline ist die Bezeichnung für ein feingeripptes, leinwandbindiges Gewebe. Es kann aus Baumwolle, Seide, Wolle, Viskose, Polyester oder Fasermischungen hergestellt werden und eignet sich besonders für Oberhemden, Blusen, Kleider und Jacken. Der Namen stammt aus dem Französischen 'papeline'. Das Wort "pape" zeugt von seiner Herkunftsstadt Avignon, die im 14. Jahrhundert Sitz des Papstes war.

Das Geheimnis des strapazierfähigen Gewebes steckt im Zusammenwirken von dichten, feinen Kettfäden und einer lockerer Schusseinstellung. In Kombination mit Schussfäden aus dickerem, etwas weicher gedrehtem Material, entsteht die charakteristische feinrippige Qualität, die bis heute Dessinateure, wie Musterzeichner auch genannt werden, herausfordert.

Wilhelm Bollwerk stellte sich dieser Herausforderung mit Begeisterung. Am Höhepunkt seiner Karriere 1964 wurde er zum Chef-Dessinateur der Bocholter Firma "Kersten & Sohn". Der 1883 unter dem Namen "Stern & Löwenstein" gegründete Betrieb gehörte zu den größten der Stadt. Die Kollektionen an hochwertigen Popelinen galten bis in die 1960er Jahre als besonders "stark" - auch ein Verdienst von Wilhelm Bollwerk.

Als Dessinateur wirkte er an der Entwicklung die Stoffkollektionen mit. Er skizzierte und zeichnete mit verschiedenen Mitteln und war ständig auf der Suche nach neuen Kompositionen. Inspiration fand er in Zeitschriften, im Theater, im Kino und natürlich auf Messen. Um Sujets zu realisieren, brauchte er aber auch Fachwissen über Rohstoffe, Produktionsverfahren, Färbe- und Veredlungsmöglichkeiten der Gewebe. Nur so konnte der Dessinateur Musterzeichnungen als Grundlage für die technische Umsetzung in der Textilproduktion gestalten. Nach Beratung wurden ausgewählte Stoffmusterentwürfe zunächst auf Patronenpapier übertragen und anschließend als Musterkollektion gewebt, mit denen dann um Kunden in der Konfektionsindustrie geworben wurde.
Heute werden die Entwürfe vielfach direkt an CAD-Systemen rein gezeichnet und koloriert.

+++ Einladung zum Pressetermin +++

Eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung möchten wir Ihnen die Schau bei einem Presserundgang vorstellen. Dazu laden wir Sie am Donnerstag, 13. Dezember, um 16 Uhr herzlich in die Weberei des TextilWerks Bocholt, Uhlandstraße 50, an.



Ihre Gesprächspartner sind Wilhelm Bollwerk und Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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