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Mitteilung vom 29.11.12

Foto zur MitteilungIm Vordergrund sieht man eine Mauer des Stadthofes aus dem späten 12. Jahrhundert.
Foto: LWL/Spiong


Foto zur MitteilungDer Stadelhof im 12. Jahrhundert: Die Mitarbeiterinnen der Stadtarchäologie Iuliia Paktina (links) und Cathleen Kretzschmar legen den Hofgraben aus dem 12. Jahrhundert frei.
Foto: LWL/Spiong


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Presse-Infos | Kultur

Stadelhof gibt wieder ein Stück mittelalterliche Stadtgeschichte Paderborns frei

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Paderborn (lwl). Ein weiteres Kapitel Forschungsgeschichte können die Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) jetzt dem Stadelhof des Paderborner Domkapitels hinzufügen. Baumaßnahmen machen es möglich, dass die Fachleute der Stadtarchäologie Paderborn weitere Einblicke in die mittelalterliche Geschichte dieses Ortes gewinnen können, der für die Stadtentwicklung eine wichtige Rolle spielte. Denn das Gebäudemanagement der Stadt Paderborn (GMP) renoviert und saniert das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble für eine Nutzung als Volkshochschule.

Der Stadelhof bekam im 12. Jahrhundert ein völlig neues Gesicht. Damals, vor gut 900 Jahren, veränderte sich Paderborn grundlegend. Ein ganz neues Straßenraster wurde entwickelt, neue Grundstücke entstanden und wurden eingemessen. Die Stadt bekam die äußerliche Form, die sie heute noch prägt.

Ein kleines Stück Paderborner Geschichte schrieb dabei auch die Familie von Stapel. Sie bildete eine Dynastie von Ministerialen und siedelte sich hier, am Stadelhof östlich der Domburg und direkt am Südostrand des Dorfes Aspethera, an. Das war nötig geworden, weil es im Burgareal allmählich eng wurde: Die Ansprüche der Domherren stiegen, immer mehr Kurien wurden gebaut.

Auf dem Gelände des Stadelhofes hat das Grabungsteam um den LWL-Stadtarchäologen Dr. Sven Spiong auf einer Strecke von etwa sieben Metern den bis zu zwei Meter tiefen und vier Meter breiten Hofgraben in der Nordostecke freigelegt. Den Sohlgraben ließen die Besitzer zwischen 1150 und 1170/80 verfüllen. Danach verlief durch das ehemalige Hofareal im Zuge der Neuplanung der Grundstücke eine ganz neue Straße. Hier lag das neue, 2000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich die Familie nun einen Stadthof bauen ließ. Davon zeugt eine 1,25 Meter breite Bruchsteinmauer als Teil des repräsentativen Hauptgebäudes, die von den LWL-Archäologen jetzt dokumentiert werden konnte.

Die neue Pracht überdauerte allerdings nicht lang. Bereits um 1300 wurde das Grundstück geteilt. Das ehemals stattliche Gebäude wurde abgerissen - zumindest in den Bereichen, in denen die Archäologen bislang Mauerabschnitte freilegen konnten. In den nachfolgenden Jahrhunderten gab es zahllose weitere Bauaktivitäten, die sich im Boden abzeichnen und bis heute sichtbar sind.

Die Dokumentation der Archäologen ist ein weiteres Puzzlestück in der umfangreichen mittelalterlichen Geschichte Paderborns. Bereits vor sieben Jahren konnten die LWL-Archäologen den Stadelhof im Rahmen einer größeren Baumaßnahme untersuchen. Damals waren Dutzende Skelette aufgetaucht. Außerdem konnten die ältesten, rund 2000 Jahre alten Siedlungsspuren gesichert werden.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Katja Burgemeister, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8921.
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