LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 15.11.12

Foto zur MitteilungÜbergabe der Stiftungsurkunde auf Burg Hülshoff: (v.l.) Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsver- sammlung, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.
Foto: LWL/Emmerich


Foto zur MitteilungRegierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke (Mitte) übergibt die Anerkennungsurkunde an LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (r.) und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale (l.).
Foto: LWL/Emmerich


Foto zur MitteilungPanoramaansicht von Burg Hülshoff.
Foto: LWL/O. Mahlstedt


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Presse-Infos | Der LWL

Anerkennungsurkunde für Hülshoff-Stiftung

"Teamleistung von Westfalen"

Bewertung:

Münster/Kreis Coesfeld (lwl). Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke hat am Donnerstag (15.11.) die Anerkennungsurkunde an die Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung in Havixbeck auf Burg Hülshoff (Kreis Coesfeld) übergeben. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte gemeinsam mit Partnern die Stiftung gegründet, um das Geburtshaus der berühmten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die Burg Hülshoff, der Allgemeinheit zu erhalten. 24 Stifter hatten insgesamt 19,3 Millionen Euro Stiftungskapital zusammengebracht.

"Das war eine Teamleistung von Westfalen - mit Unterstützung von Land und Bund. Der Tag heute ist Anlass zu sehr guter Laune", so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Er nahm gemeinsam mit LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale die Urkunde entgegen.

"Mit dem Namen von Droste-Hülshoff verbinde ich kultur- und kunsthistorische Werte", sagte Regierungspräsident Klenke in seiner Eigenschaft als Leiter der Stiftungsaufsicht bei der Bezirksregierung Münster. "Diese Werte zu vermitteln und für die nachfolgenden Generationen und die Öffentlichkeit zu erhalten, wird mit der Anerkennung der Stiftung Wirklichkeit. Mit gemeinsamer westfälischer Anstrengung wurde die auf Ewigkeit angelegte Stiftung als 'kulturelles Leuchtturmprojekt‘ in der Region verankert."

Barbara Rüschoff-Thale: "Burg Hülshoff soll sich zu einem Literaturort mit überregionaler Strahlkraft entwickeln. Westfalen ist bereits heute eine lebendige Literaturlandschaft, geprägt von kreativen Literaturschaffenden. Dieses Literaturnetzwerk Westfalen wird mit Burg Hülshoff um eine weitere 'Masche‘ bereichert."

Die Kulturstiftung des LWL und das Land NRW steuerten jeweils vier Millionen Euro zum Stiftungskapital bei, der Bund 2,8 Millionen. Beteiligt sind außerdem die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial-Versicherung mit 2,5 Millionen Euro, die NRW-Stiftung mit 1,6 Millionen Euro, die Kreise Coesfeld (400.000 Euro), Borken (250.000) und Warendorf (200.000), die Stadt Münster (500.000) und die Gemeinde Havixbeck (100.000) sowie Privatpersonen wie Dr. August Oetker, Reinhard Horstmann, Benedikt Graf Droste zu Vischering, Dr. Katja Hellenthal und Unternehmen wie der LVM, die Bertelsmann AG (500.000), die Ratio Handel GmbH, die Sparda-Bank Münster (50.000) und die Firma Sahle.

Die bisherige Eigentümerin, Jutta Freifrau von Droste zu Hülshoff, brachte die Burg mit den umliegenden Ländereien, darunter die Parkanlagen, ein. Auch das Haus Rüschhaus in Münster, erbaut vom westfälischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun, wird Teil der Stiftung.

Hintergrund

Gutachter hatten nach Abzug aller Verbindlichkeiten einen jährlichen Ertrag aus dem Stiftungskapital von 450.000 Euro veranschlagt, um einen finanziell gesicherten Betrieb zu gewährleisten.
Hintergrund der Stiftung war auch die heftige Kritik an dem Gutachten "KunstNRW" zur Kultur und Kulturförderung, das die damalige Landesregierung vor vier Jahren vorgestellt hatte und das den westfälischen Landesteil so gut wie nicht erwähnte. Das Gutachten mit der einseitigen Bevorzugung des Rheinlandes habe Westfalen aufgeweckt, hieß es seinerzeit. Auch in Westfalen und Lippe brauche man vorzeigbare Projekte, die die Landesregierung ebenso wie die Kultur im Rheinland unterstützen müsse.

Burg Hülshoff

Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit einer über 500-jährigen Familientradition.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Kapelle. Die Anlage mit dem öffentlich zugänglichen Park, der Burg sowie einem Drostemuseum ist in Familienbesitz.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche" gehören zur Weltliteratur.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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