LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.10.12

Presse-Infos | Kultur

Kulturpiloten in Westfalen-Lippe gestartet

Bewertung:

Münster/Westfalen (lwl). In Westfalen-Lippe werden in den kommenden Monaten sieben Kommunen strategische Kulturplanungen erarbeiten. Die Prozesse finden im Rahmen der Kulturagenda Westfalen statt, dem Kulturplanungsprozess für Westfalen-Lippe. Die Kulturagenda Westfalen wird vom Projekt "Kultur in Westfalen" seit Mai 2012 umgesetzt und vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) moderiert.

Der Kreis Höxter sowie die Städte Lippstadt (Kreis Soest) und Freudenberg (Kreis Siegen-Wittgenstein) wollen jeweils umfassende Kulturentwicklungsplanung betreiben. Der Kreis Olpe sowie die Kooperation der Städte Ahlen und Beckum (beide Kreis Warendorf) werden einen Kinder- und Jugendkulturentwicklungsplan erarbeiten. Beide haben dafür in den vergangenen Jahren Grundlagen gelegt. In der zweiten interkommunalen Kooperation haben sich die Städte Halver, Kierspe, Meinerzhagen und die Gemeinde Schalksmühle (alle Märkischer Kreis) im Rahmen der Regionale 2013 bereits zusammengeschlossen und wollen nun auch ein gemeinsames Kulturkonzept entwickeln. In der kreisfreien Stadt Hagen dagegen geht es um einen Masterplan Kultur mit dem Schwerpunkt Interkultur.

Die Planungsprozesse werden von Kulturberater Reinhart Richter beraten und moderiert. Eine Zwischenbilanz wird bei der nächsten Westfälischen Kulturkonferenz am 19. April 2013 gezogen.

Hintergrund Kulturentwicklungsplanung
Kulturentwicklungsplanung ist ein Steuerungsinstrument, eine qualifizierte Informationsgrundlage für kulturpolitische Entscheidungen und ihre Evaluation. Sie zeigt, was vorhanden ist und entwickelt Wege, wie bestehende Strukturen, kulturpolitisch Wünschenswertes und Finanzierbares in Übereinstimmung gebracht werden können.

Kulturentwicklungsplanung erleichtert eine zielgerichtete Förderung der Kultur und durch den offenen, kommunikativen Prozess werden neue Ideen und Wege entwickelt.
Kulturplanungsprozesse stärken den gesellschaftlichen Stellenwert der Kultur und können zudem die Legitimation öffentlicher Kulturförderung auch in finanziell schwierigen Zeiten sichern.

"Pilotfunktion"
Die sieben Planungsprozesse finden im Rahmen der Kulturagenda Westfalen statt und haben Pilotfunktion. Dadurch sollen möglichst viele Kulturplanungen und kulturpolitische Diskurse in Kommunen, Kultureinrichtungen und bei anderen Kulturorganisationen überall in Westfalen-Lippe angestoßen und bereits begonnene Prozesse unterstützt werden. Ziel der Kulturagenda Westfalen insgesamt ist die strategische und organisatorische Verbesserung der Kulturarbeit in Westfalen-Lippe.

Rund zwei Dutzend weitere Kommunen und Kulturorganisationen wollen bislang die Pilotplanungsprozesse als Beobachter begleiten. Auf diese Weise können sie für ihre eigene Kulturarbeit profitieren und es können weitere Kooperationen gefördert und Synergien hergestellt werden. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale: "Alle interessierten Kommunen und Kulturorganisationen, die sich mit strategischer Kulturplanung befassen, sind eingeladen als Beobachter an einem jeweils passenden Planungsprozess teilzuhaben".

Weitere Informationen gibt es unter
http://www.kulturkontakt-westfalen.de.

Die sieben Pilotplanungsprozesse hat die Steuerungsgruppe, der Fachbeirat zur Kulturagenda, aus 18 Bewerbungen von Kreisen, Städten, Gemeinden und Kultureinrichtungen aus ganz Westfalen-Lippe ausgewählt. Rüschoff-Thale zeigte sich bei der Beratung der Steuerungsgruppe sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Ausschreibung. Dies und die hohe Zahl an Beobachtern zeige das große Interesse an strategischer Kulturplanung.

Finanziert werden die Pilotplanungsprozesse von der LWL-Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung sowie der Sparda-Bank.

Hintergrund Kulturagenda Westfalen
Die Kulturagenda Westfalen ist ein Prozess, in dem möglichst viele Kulturakteure - Künstler, Kulturschaffende und Kulturanbieter, Vereine, Verbände und Netzwerke, Verantwortliche in Politik und Verwaltung, Kulturförderer und -partner und Kulturinteressierte in ganz Westfalen-Lippe - gemeinsam eine Vision und konkrete Ziele für die Entwicklung von Kunst und Kultur in der Region erarbeiten. Insgesamt zielt die Kulturagenda Westfalen auf die strategische und organisatorische Verbesserung der Kulturarbeit und die Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwertes der Kultur in der Region.

Konkret werden vor allem drei Entwicklungsstränge verfolgt:

Der Entwicklungsstrang Kulturplanung hat zum Ziel, möglichst viele Kulturplanungen und kulturpolitische Diskurse in Kommunen, Einrichtungen und Organisationen zu initiieren und zu fördern sowie Synergien herzustellen bzw. zu nutzen.

Der Entwicklungsstrang Gemeinsam handeln zielt auf die Entwicklung und Umsetzung von gemeinsamen, westfalenweiten Projekten und Programmen mit Strahlkraft nach innen und außen. Durch das Projekt "Kultur in Westfalen" sind mit dem "literaturland westfalen" (http://www.literaturlandwestfalen.de) und "Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" (http://www.gaerten-in-westfalen.de) schon vor der Kulturagenda erste Akzente gesetzt worden.

Der Entwicklungsstrang Kulturfachliche Knotenpunkte zielt auf die Stärkung von Kommunen und Organisationen, die jeweils besondere Erfahrungen und Kompetenzen in einem wichtigen Feld der Kulturarbeit haben. Diese sollen in die Lage versetzt werden, andere Kommunen oder Organisationen mit ihrem Wissen zu beraten oder zu unterstützen.



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, Projekt „Kultur in Westfalen“, LWL-Kulturabteilung, Telefon: 0251 591-3924, kultur-in-westfalen@lwl.org, http://www.kulturkontakt-westfalen.de
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0






Ihr Kommentar




zur Druckansicht dieser Seite

zu den aktuellen Presse-Infos