LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 26.09.12

Foto zur MitteilungBlick in die Ausstellung "Nach Westen".
Foto: LWL/Hudemann


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Presse-Infos | Kultur

Jugoslawien, Tito und die Suche nach Heimat

Kurzfilmabend im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

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Bochum (lwl). Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover widmet sich am Freitag, 28. September, der osteuropäischen Filmkunst. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 20 Uhr zu einem Kurzfilmabend ein. Themenschwerpunkt ist das ehemalige Jugoslawien. Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der aktuellen Ausstellung "Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet" und wird unterstützt vom Go East-Filmfestival, den Kurzfilmtagen Oberhausen, Cirkus Berlin sowie der Hochschule für Film und Fernsehen München. Der Eintritt ist frei.

Die Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien begann bereits in den 1960er Jahren. Tausende von Menschen kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Die sozialistische Regierung hoffte dadurch, trotz Vorbehalten gegenüber dem kapitalistischen Ausland, die Arbeitslosigkeit im eigenen Land zu mindern. Die Öl- und Wirtschaftskrise führte 1973 zum Anwerbestopp. Mehr als die Hälfte der Jugoslawen blieb trotz zahlreicher "Rückführungsversuche" dauerhaft in Deutschland. Die Kriege um die Unabhängigkeit der jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien lösten 1991 eine Flüchtlingswelle aus, die 350.000 Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland brachte. Vor dem Krieg im Kosovo flohen 1999 rund 40.000 weitere Menschen.

Sechs Filmbeiträge setzten sich in unterschiedlicher Art und Weise mit Fragestellungen zur Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Jugoslawiens auseinander. Fragen zu Heimat und Fremdsein, zu Sprache und Identität werden dabei ebenso beleuchtet wie das Leben der Gastarbeiter der 1960er Jahre, der Daheimgebliebenen und die Auseinandersetzung mit den Kriegsjahren. Im Anschluss an die Veranstaltung erläutert die "Go-East"-Festivalleiterin Gaby Babic; in einer Diskussionsrunde die Besonderheiten des osteuropäischen Films.

Es werden folgende Filme präsentiert:

Provisorisches Leben - Prvoslav Maric 1973

(Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Viele Bewohner verlassen ihr Land und fahren zum Arbeiten in die Bundesrepublik Deutschland. Der Film zeigt die Ansichten der jugoslawischen Arbeiter über die deutsche Gesellschaft und ihre Perspektiven und Möglichkeiten als Gastarbeiter.

Bei der Mahlzeit - Vefik Hadzismajlovic 1972 (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Der materielle Wohlstand einiger Gastarbeiter im Ausland muss teuer erkauft werden. Familien sind verlassen und es gibt kein Familienleben mehr. Ein Film über die Ängste und Sehnsüchte jener Verwandten, deren Angehörige ins Ausland gezogen sind.

Michaela Kezele - Milan 2007
(Hochschule für Fernsehen und Film München)
Der Film erzählt die Geschichte zweier Brüder während der Nato-Bombardierungen Jugoslawiens. Der kleine Milan verabredet sich für später mit seinem großen Bruder, um im Wald Verstecken zu spielen. Sie werden sich nicht wiedersehen. Ein Film über die Absurdität des Krieges.

Szenen aus: Zelimir Zilnik - Tito zum zweiten Mal unter den Serben 1994
(Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Tito, im Glanze seiner besten Armeeuniform, ersteht 14 Jahre nach seinem Tode aus seinem Grabe und schlendert durch die Straßen der Innenstadt von Belgrad begierig, sich mit seinem Volk zu unterhalten. "Ist es seit meinem Tod besser oder schlechter?"

Katarina Zdjelar - There is no is 2006
(CIRCUS Berlin)
Wieder und wieder werden einer Frau Worte vorgesprochen. Man spürt die Spannung der Frau. Sie schreibt sich das Gehörte auf die Hand, doch die kulturell gestaltete Anatomie des Individuums verneint die Fähigkeit einer artikulationsgetreuen Rezeption.

Katarina Zdjelar - Shoum 2009

(CIRCUS Berlin)
Einer Person aus Belgrad wird ein Song vorgespielt. Sie hört das Lied mehrfach und schreibt den Text nieder. Da sie der englischen Sprache nicht mächtig ist, überträgt sie das Gehörte ins Serbische, oder erfindet neue, ähnlich klingende Worte. Eine neue Sprache entsteht.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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