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Mitteilung vom 24.09.12

Foto zur MitteilungDer LWL hat die behutsam restaurierte Pietà aus Soest als Denkmal des Monats ausgezeichnet.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Pietà aus dem Jahr 1400 durfte Farbe aus dem 19. Jahrhundert behalten

LWL zeichnet behutsam restaurierte Holzplastik als Denkmal des Monats aus

Bewertung:

Soest (lwl). Zu den kostbarsten Ausstattungsgegenständen der im 12. Jahrhundert errichteten Nikolaikapelle in Soest gehört die Pietà aus der Zeit um 1400. Da sich auf der Oberfläche der Skulptur Schmutz angesammelt hatte, der nicht nur das Aussehen beeinträchtigte, sondern auch einen Nährboden für Mikroorganismen wie Schimmelpilze bildete, musste die Pietà dringend restauriert werden. Da die Kirchengemeinde die Substanz erhalten hat und mit einer behutsamen Restaurierung Umsicht gezeigt hat, zeichnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Holzplastik als Denkmal des Monats September aus.

"Durch den respektvollen Umgang mit dem denkmalgeschützten Kulturgut und seinem historisch gewachsenen Erscheinungsbild hat die Kirchengemeinde den historischen Bestand des Originals bestens erhalten", lobt LWL-Restauratorin Brigitte Vöhringer. Da von Untersuchungen aus dem Jahr 1980 bekannt war, dass sich unter der heute sichtbaren Farbfassung aus dem Jahr 1895 noch die mittelalterliche Farbfassung befindet, überlegte die Gemeinde zunächst, die originale Fassung freilegen zu lassen. "Bei einem so schwerwiegenden Eingriff in die historisch gewachsene Substanz eines Kunstwerkes muss man die Erfolgsaussichten und Risiken vorab genau überprüfen", erklärt Vöhringer. Deshalb untersuchte die LWL-Restauratorin in der Werkstatt der LWL-Denkmalpflege das so genannte Vesperbild mikroskopisch und mit weiteren Methoden. "Dabei haben wir festgestellt, dass sich die Farbfassung des 19. Jahrhunderts in einem sehr guten Zustand befindet und noch sehr gut haftet. Würde man sie entfernen, würde man unweigerlich Teile der wohl nur fragmentarisch erhaltenen Originalfassung zerstören. Deshalb haben wir von der Freilegung abgeraten, schließlich gehört auch die Fassung von 1895 zur Geschichte des Kunstwerks", so Vöhringer.

Um das Erscheinungsbild der Pietà zu verbessern, wurde sie jetzt nur gereinigt. Dazu hat die Restauratorin zunächst besonders gefährdete Stellen wie Randbereiche älterer Fehlstellen gefestigt. Danach konnte die Oberfläche der Pietà trocken mit einem Radierverfahren von fest anhaftendem Schmutz gereinigt werden, denn Farben aus dem 19. Jahrhundert reagieren auf Lösungsmittel sehr empfindlich.



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