LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 31.08.12

Foto zur MitteilungGroße Mengen Textilien werden jedes Jahr in Deutschland aussortiert, dabei entsteht ein Kleiderberg von ca. 750.000 Tonnen.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Kleiderwege - vom Kaufen, Tragen und Entsorgen

LWL-Industriemuseum präsentiert neue Ausstellung im TextilWerk Bocholt

Bewertung:

Bocholt (lwl). Elf Kilogramm neue Kleidung kauft der Bundesbürger im Durchschnitt jedes Jahr. Kein Wunder, die Preise sind günstig - ein T-Shirt ist schon für 4,95 Euro zu haben. Doch geht unser Konsum nicht auf Kosten der Umwelt und der armen Bevölkerung in den Herstellerländern? Dieser Frage geht die Sonderausstellung "Kleiderwege - vom Kaufen, Tragen und Entsorgen" im TextilWerk Bocholt auf den Grund. Die Schau, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Sonntag, 2. September, in der Spinnerei seines Industriemuseums präsentiert, zeigt exemplarisch Überaschendes und Wissenswertes über die ökologischen und sozialen Hintergründe unserer alltäglichen Bekleidung.

Unser Umgang mit Kleidung ist oft recht sorglos. Häufig greifen wir nach Sonderangeboten, sortieren Unmodisches bald aus und geben es an gemeinnützige Initiativen oder in den Müll. Die Kehrseite zeigen uns Medien in Berichten über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Fabriken und auf Plantagen sowie den profitorientierten Handel mit ausrangierten Textilien. Die Ausstellung "Kleiderwege" greift die aktuelle Debatte auf. Exponate aus der Museumssammlung sind zu sehen sowie Objekte und Installationen aus der Ausstellung "Kleiderberg - vom Leben der Textilien", ein Projekt von Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück und dem Museum für Industriekultur Osnabrück. Sie weisen auf problematische Aspekte der Textilherstellung und -entsorgung für Mensch und Umwelt hin, aber auch auf Innovationen und kreative Ideen.

Unter dem Schlagwort Kaufen geht es um die Produktion. Die Schau zeigt Wege und Stationen der Ware, bevor sie verkaufsbereit in den Kaufhäusern landet. Am Beispiel einer überdimensionalen Jeans zeigen Studentinnen, wie wenig die Arbeiterin im Vergleich zum Einzelhandel an der Hose verdient. Neben konventionellen präsentiert die Ausstellung auch alternative Produktionsmöglichkeiten, die auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards setzen. Unter dem Gütesiegel bioRe stellt beispielsweise das Schweizer Unternehmen Remei AG seit 1991 Bekleidung aus Bio-Baumwolle her, die in Tansania und Indien angebaut und unter fairen Bedingungen gefertigt und vertrieben wird. Auch Initiativen wie die "Kampagne für saubere Kleidung", die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen kämpft, kommen zu Wort.

Beim Tragen macht die Ausstellung anschaulich, dass Ökolabels seit geraumer Zeit ein breites Angebot an modischer Kleidung anzubieten haben. Hess Natur stellt bereits seit Mitte der 1970er Jahre ökologisch und sozial korrekte Bekleidung her - auch in Zusammenarbeit mit Stardesignern. Dass es nicht immer etwas Neues aus dem Warenhaus sein muss, machen neue Trends wie Kleidertauschpartys oder "re-design" deutlich. Handgemachte Arbeiten der Osnabrücker Studentinnen zeigen, wie aus einem ausgedienten T-Shirt mit wenigen Handgriffen ein Rock wird.

750.000 Tonnen Textilien laden in Deutschland jedes Jahr im Container, bei Kleiderkammern, Hilfsgüterinitiativen oder Sozialkaufhäusern. Im Bereich Entsorgen geht es in einem Interview mit dem Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung unter anderem um den Export von Alttextilien nach Osteuropa und Afrika. Mit einem komplett kompostierbaren T-Shirt stellt die Ausstellung ein textiles Produkt vor, das keinen Müll produziert.

Begleitprogramm

So, 2.9., 11 Uhr
Eröffnung

Mit einem Informationsstand des Weltladens Bocholt, Ökumenischer Arbeitskreis Eine Welt Bocholt e. V.

Do, 4.10., 19 Uhr
Filmvorführung
"China Blue" Dok., USA 2005, 87 Min., OmU

Der Dokumentarfilm von Micha X. Peled gestattet einen Einblick in die Arbeitsverhältnisse einer chinesischen Jeansfabrik.

Di, 6.11., 18 Uhr
Vortrag über die Kampagne für saubere Kleidung

mit anschließender Diskussion

So, 18.11., 15 Uhr
Finissage

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung
So, 23.09., So, 7.10., So. 4.11. jeweils um 16 Uhr
Kosten:
Museumseintritt

Gruppenführungen durch die Ausstellung
Dauer: 1 Stunde, max. 25 Personen, Kosten: 35 Euro plus Museumseintritt
Anmeldung unter Telefon: 02871 21611-0


Museumspädagogisches Programm
Der Prozess oder ein T-Shirt erklärt die Globalisierung

Ein Baumwoll-T-Shirt kostet heute oft nicht mehr als 4,95 Euro. Das Programm setzt das Billig-T-Shirt auf die Anklagebank und fragt: "Schnäppchen oder Verbrechen?". In Form eines Gerichtsverfahrens gehen die Schüler dieser Frage nach und nehmen die Rollen von Anklage, Verteidigung, Richter und Jury ein. Um in der Verhandlung ein Urteil fällen zu können, werden vorab in der Ausstellung - am "Tatort" - Argumente für die jeweiligen Plädoyers gesammelt: Fakten zu den ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Ursachen sowie den Folgen der Baumwollverarbeitung.
Dauer: 2 Stunden, Teilnehmer: max. 15 Schüler und 1 Begleitperson, Klassen 10 bis 13 Kosten: 45 Euro plus Museumseintritt, Begleitperson frei

Kleiderwege - vom Kaufen, Tragen und Entsorgen
02.09.2012 - 18.11.2012


LWL-Industriemuseum I TextilWerk Bocholt I Spinnerei
Industriestraße 5

Kontakt:
Telefon: 02871 21611-0
E-Mail: textilmuseum@lwl.org

Geöffnet Di - So 10-18 Uhr



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum - TextilWerk Spinnerei
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Industriestraße 5
46395 Bocholt
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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