LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 01.08.12

Foto zur MitteilungDiese Kanone wurde für den kommerziellen Wal-fang eingesetzt. Die drei Ausstellungsmacher (v.l.) Dr. Thorsten Pickel, Judith Becker und Dr. Jan Ole Kriegs, zeigen das Geschoss im Bereich Walfang in ihrer Ausstellung.
Foto: LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungBei der Jagd auf die Wale ist der Harpunenkopf explosiv.
Foto: LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungDie steinzeitlichen Harpunen aus Knochen und Holz zeigen in der Ausstellung, wie die Menschen früher auf Walfang gingen.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Presse-Infos | Kultur

Das größte Kaliber der Stadt

Ausstellungsmacher benötigt Waffenbesitzkarte für Walfangkanone

Bewertung:

Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet am 21. September seine neue Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere" im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Ein Thema wird dort der Walfang und der Schutz der Meeresriesen sein. Eine 1,5 Tonnen schwere Walfangkanone zeigt in diesem Ausstellungsbereich, welche Geschosse für den industriellen Walfang eingesetzt werden. Die Harpune mit einem Kaliber von 90 Millimetern ist eine Schenkung des Universitätsmuseums Amsterdam.

Um das Geschoss aus den Niederlanden überführen zu dürfen, musste der Ausstellungsmacher und wissenschaftlicher Kurator Dr. Jan Ole Kriegs eine Waffenbesitzkarte bei den Behörden beantragen. "Obwohl die Kanone nicht mehr einsatzfähig ist, fällt sie immer noch unter das Waffenrecht", erklärt Kriegs. Der Harpunenkopf ist knapp einen halben Meter lang. Beim Walfang führt die explosive Spitze den getroffenen Tieren schwere Verletzungen zu. "Nicht umsonst erinnert das rund drei Meter lange Geschoss an eine militärische Waffe, denn sie wurde von einer Rüstungsfirma gebaut", so Kriegs. Bei der Überführung waren das Münsteraner Polizeipräsidium, das Landeskriminalamt NRW, der Zoll und die niederländische Polizeibehörde involviert. "Ich hätte es nie für möglich gehalten, einmal Inhaber einer Waffenbesitzkarte zu werden", sagt der Wissenschaftler und ehemalige Zivildienstleistende.

Neben dem kommerziellen Walfang wird die Ausstellung sich auch mit traditionellen Formen des Walfangs befassen. Dazu gehören Rekonstruktionen steinzeitlicher Harpunen. Mit diesen einfachen Mitteln jagten die Menschen die Wale für den Eigenbedarf.
"Die Jäger nutzten alles von dem Tier: Fleisch, Fett und Knochenmark dienten als Nahrung. Sehnen wurden als Schnüre verwendet, und aus den Knochen wurden Werkzeuge und Schmuck geschnitzt", erklärt Kriegs. Die beiden 2,7 und 2,9 Meter langen steinzeitlichen Harpunen wurden auf Grundlage archäologischer Befunde aus Originalmaterialien (für die Spitze wurden Knochen, Feuerstein und zum Verkleben Birkenpech verwendet) aufwendig rekonstruiert. Sie verdeutlichen eine schon zur Steinzeit raffinierte Technik zum Erlegen großer Wale.

Hintergrund zur Ausstellung:
Die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere", wird vom 21. September 2012 bis zum 3. November 2013 im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen sein. Auf rund 1.700 Quadratmetern werden Lebensraum der Wale, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz thematisiert. Die Schau bietet deutschlandweit die größte Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern. Imposante Skelette, lebensechte Tiermodelle und Organnachbildungen bringen den Besuchern die Biologie der sanften Riesen näher. NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND ist Medienpartner der Ausstellung.



Pressekontakt:
Verena Rösler, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



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