LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.07.12

Foto zur MitteilungDr. Daniel Bérenger und sein Grabungsteam untersuchen einen der besterhaltenen bronzezeitlichen Grabhügel in Ostwestfalen und erhoffen sich wertvolle Erkenntnisse für die archäologische Forschung. Béranger erläutert hier eine Pfostengrube, die sich im Boden abzeichnet.
Foto: LWL/Burgemeister


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Kultur

Hügelgrab in Steinhagen offenbart Grabsitten der Bronzezeit

LWL-Ausgrabungen sichern wertvolles Bodendenkmal

Bewertung:

Steinhagen (lwl). Sie haben ihre Toten weit spektakulärer beigesetzt, als es heute der Fall ist. Die Hügelgräber der frühen und mittleren Bronzezeit (2000 bis 1000 v. Chr.) sind jedenfalls auch nach vielen tausend Jahren noch in der Landschaft sichtbar - insbesondere in Ostwestfalen. In Steinhagen erforschen die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jetzt ein solches Zeugnis vergangener Kulturen.

Nötig werden die wissenschaftlichen Untersuchungen, weil ein Autobahnzubringer im kommenden Jahr an dieser Stelle gebaut werden soll. Im Vorfeld der Baumaßnahme sichern die LWL-Archäologen das Bodendenkmal für die Zukunft, bevor die Bagger und Planierraupen anrücken. "Wir können zwar jetzt noch nicht sagen, was wir genau vorfinden werden", beschreibt Dr. Daniel Bérenger als Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen die Erwartungen zu Beginn der Ausgrabungen. "In ähnlichen Hügelgräbern auch unweit von dieser Stelle wurden jedoch bereits wertvolle Funde gemacht, die wichtige Erkenntnisse über die Grabhügel der frühen und mittleren Bronzezeit geliefert haben", betont er.

Der Grabhügel ist zu Beginn der Ausgrabungen in einem guten Zustand. "Wir haben bislang erst an einigen Stellen mit den Untersuchungen begonnen, detaillierte Aussagen können wir deshalb noch nicht machen", beschreibt Grabungstechnikerin Tatjana Meglin den aktuellen Stand der Dinge. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Grabhügel, der für den Laien auf den ersten Blick einer Düne zum Verwechseln ähnlich sieht, ein ebenso spannendes Innenleben offenbart wie seine Nachbarn.

Dort fanden bereits in den 30er- und 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts archäologische Untersuchungen statt. Schließlich findet sich an der Grenze zwischen Steinhagen-Amshausen und Halle-Künsebeck eine ganze Gruppe von Hügelgräbern, von denen damals noch 13 Gräber zu sehen waren. Einige davon haben einen stattlichen Durchmesser von 15 bis 20 Metern. Ein fast zerstörter Grabhügel überdeckte noch die Spuren eines Kreisgrabens und eines Ringes aus liegenden Holzschwellen sowie drei Grabschächte. Zwei von diesen Schächten enthielten Holzreste eines Deckels oder eines Baumsarges und Leichenbrand, während der dritte eine unverbrannte Leiche aufgenommen hatte.
Es fanden sich allerdings nur wenige Grabbeigaben. In weiteren Grabhügeln, die am Südfuß des Teutoburger Waldes immer wieder vorkamen und heute zumeist zerstört sind, konnten Nachbestattungen aus der frühen Eisenzeit (800 bis 500 v. Chr.) nachgewiesen werden.

Die LWL-Archäologie für Westfalen erforscht voraussichtlich noch bis Ende August das Hügelgrab in unmittelbarer Nähe zur Autobahn.



Pressekontakt:
Katja Burgemeister, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8921. und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Archäologie für Westfalen
Zentrale
An den Speichern 7
48147 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos