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Mitteilung vom 30.05.12

Foto zur MitteilungSimon Chen hat mit seiner Forschung am Heiligen Meer, Außenstelle des LWL-Museums für Naturkunde, bei "Jugend forscht" gewonnen. Foto: LWL/Pust

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Presse-Infos | Kultur

Vom Heiligen Meer zur Siegerehrung bei "Jugend forscht"

Naturforscher aus Dortmund Sieger beim Bundeswettbewerb

Bewertung:

Recke/Dortmund (lwl). Der 18-jährige Simon Chen aus Dortmund hat den ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" mit einer Arbeit über Nachtfalter am Heiligen Meer bei Recke (Kreis Steinfurt) gemacht. Drei Jahre lang beschäftigte sich der junge Forscher an der Außenstelle des LWL-Museums für Naturkunde mit ganz besonderen nachtaktiven Tieren, den sogenannten Schilfeulen.

Chen errang außerdem jeweils den ersten Preis beim Regional- und Landeswettbewerb von "Jugend forscht". Der westfälische Nachwuchswissenschaftler nahm am Montag (28.5.) in Erfurt seine Auszeichnung beim Bundeswettbewerb entgegen.

Dr. Heinrich Terlutter, Leiter der LWL-Außenstelle ist stolz auf den Jungforscher: "Simon Chen ist schon als Schüler mit sieben Jahren in unseren Kursen am Heiligen Meer gewesen. Er hat ein sehr breites naturwissenschaftliches Interesse, aber schon bald konzentrierten sich seine Aktivitäten auf die Schmetterlinge." Chen selber hatte nicht mit dem ersten Preis gerechnet hat. "Ich freue mich darüber, dass die Jury meine Arbeit anerkannt und meine Arbeit für von wissenschaftlichem Interesse befunden hat", sagt Simon Chen nach der Preisverleihung.

Chen hat sich bereits als kleines Kind mit Insekten beschäftigt. Er belegte nicht nur faunistische und ökologische Kurse am Heiligen Meer, sondern kam auch in den Schulferien, um die Schmetterlingsfauna zu erfassen. Seine Ergebnisse wurden in einer Schriftenreihe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) publiziert.

Hintergrund:
In den vergangenen Jahren hatte sich der Schüler intensiv mit einer kleinen Gruppe von Nachtfaltern beschäftigt, die sich in Röhrichten, Pflanzen wie Schilf und Rohrkolben in Ufernähe, entwickeln. Er konnte dadurch Kenntnisse zur Lebensweise dieser Insekten gewinnen, die so bisher noch nicht bekannt waren. Seine Untersuchungen führte er im Röhricht durch. "Röhrichte sind ein Lebensraum, in dem ich mit selbstständig zu erbringenden Aufwand Untersuchungen durchführen konnte, anders als dies etwa bei Baumkronen der Fall gewesen wäre", sagt Chen zu seinem ungewöhnlichen Forschungsort. Röhrichte sind etwa als Uferschutz (Wellenbrecher, Ufererosion) und durch die Aufnahme von überschüssigen Nährstoffen und Schadstoffen von Bedeutung.

Eine spezialisierte Artengemeinschaft, der Rückgang der Röhrichte und die Gefährdung der Insekten durch menschliche Einflüsse sowie das Schilfsterben führt dazu, dass Schilfeulen als gefährdet gelten. Die Biologie der Schilfeulen ist nur unzureichend erforscht. Bisherige Arbeiten waren oft wenig detailliert. In seiner Arbeit hat Chen fünf Arten systematisch erfasst. Drei davon waren jene mit in Halmen bohrenden Larven (Lenisa geminipuncta, Archanara dissoluta, Arenostola phragmitidis) und zwei weitere mit blattfressenden Larven (Mythimna straminea, Leucania obsoleta).

Chen hat in den sehr verschieden beschaffenen Schilfbeständen am Heiligen Meer an 19 Probestellen die Maße des Schilfbestandes, weitere Umweltfaktoren (z.B. Abschattung durch Gehölze, Wasserstand) gemessen und die Larven bzw. Puppen der Schilfeulen direkt oder über Fraßspuren und Schlupflöcher erfasst. Die Falter konnte er mit im Gebiet verteilten Ködern und Lichtfangstandorten nachweisen. Die Daten der Probestellen waren statistisch auswertbar und erlaubten ihm abgesicherte Aussagen über den Einfluss von Umweltfaktoren auf die einzelnen Schilfeulenarten und mehrfach auch die Erstellung von Modellen zum Vorkommen der Arten in Abhängigkeit dieser Faktoren.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



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