LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 12.04.12

Foto zur MitteilungEmmy Olschewski vor ihrem "Büdchen" in Castrop-Rauxel. Als Informationsbörse und Treffpunkt der Arbeitersiedlung erfüllte die Trinkhalle eine wichtige soziale Funktion.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungErfrischung made in OWL: Über 90 Jahre wurde "Sinalco"-Limonade in Detmold hergestellt. Hier ein Werbeplakat aus dem Jahr 1905.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungFrühstückpause in einem Solinger Schneidwarenbetrieb. Dazu gehört natürlich ein Becher mit heißem Kaffee.
Foto: LVR/Krämer


Foto zur MitteilungBlick in die Ausstellung mit der Bude von Emmi Olschewski.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum

LWL präsentiert neue Ausstellung im Ziegeleimuseum Lage

Bewertung:

Lage (lwl). Nur die Luft zum Atmen ist wichtiger. Ohne Nahrung kann man ein paar Wochen überleben, ohne Flüssigkeit nicht mehr als ein paar Tage. Trinken ist jedoch nicht nur lebenswichtig, sondern auch ein Spiegel der Gesellschaft. Das zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seiner neuen Ausstellung "Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum", die er am Sonntag, 15. April, in seinem Ziegeleimuseum Lage (Kreis Lippe) eröffnet.

"Das Trinken ist für uns so alltäglich, dass wir kaum darüber nachdenken. Aber unsere Trinkgewohnheiten kommen nicht von ungefähr, sondern haben eine Geschichte und spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen. Wenn wir uns damit beschäftigen, eröffnet das ganz neue Blicke auf die Getränke, die wir täglich zu uns nehmen", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale heute (12.4.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Lage.

Mit zahlreichen Exponaten, Fotos und Dokumenten zeichnet die Schau eine "Landkarte" der Trinkkultur und Kultgetränke in Westfalen-Lippe. Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee - das sind die Getränke, die in den letzten 150 Jahren Westfalen-Lippe prägten. Die Ausstellung beleuchtet soziale Zuschreibungen und Konjunkturen, denen der Konsum der verschiedenen Getränke unterlag und fragt nach den Hintergründen. Passend zum Ausstellungsort geht sie außerdem auf die Prozesse der industriellen Produktion ein.

Flüssiges Kulturgut
Erst seit rund 10.000 Jahren gibt es neben Wasser auch andere Getränke. Sie kommen nicht in natürlicher Form vor, sondern müssen eigens hergestellt werden. Die Industrialisierung beeinflusst das flüssige Kulturgut in doppelter Hinsicht: Sie verändert die Produktion der verschiedenen Ge-tränke sowie deren Rolle in der Gesellschaft. Welche Rolle spielten und spielen Getränke in unserem Alltag? Wie haben sich die Trinkgewohnheiten in den letzten Jahrhunderten verändert? Welche Getränke haben Zuwanderer mit nach Deutschland gebracht? Gibt es typische regionale Trinkgewohnheiten? Auf diese Fragen gibt die als Wanderausstellung konzipierte Schau Antworten.

Made in Ostwestfalen-Lippe
Zwei Getränke sind dabei besonders in Ostwestfalen-Lippe verankert: Schnaps und Limonade. "In der weithin landwirtschaftlich geprägten Region bildete sich seit dem 19. Jahrhundert eine vielfältige Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft aus, zu deren Charakteristika auch eine vielfältige Getränkeindustrie gehörte", erläutert LWL-Museumsleiter Willi Kulke. So existierten in der Region um Gütersloh, Halle und Steinhagen traditionell viele Brennereien, die aus Roggen und dem Wacholder der nahegelegenen Sennelandschaft Branntwein herstellten. Steinhagen war bis in die 1970er Jahre ein Zentrum der westfälischen Brenntradition. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Ortsname untrennbar mit dem Steinhäger-Wacholderbranntwein verbunden. Auf dem Höhepunkt des deutschen Schnapsdurstes in den 1960er Jahren produzierten 15 größere und kleinere Brennereien in Steinhagen.

Weltweit bekannt geworden ist auch ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, dessen fruchtige Grundsubstanz jahrzehntelang in Detmold hergestellt wurde. Der Lagenser Geschäftsmann Franz Hartmann verkaufte es ab 1902 unter dem Namen des Naturheilkundlers Friedrich Eduard Bilz als "Bilz-Brause". Seit 1907 trägt es den geschützten Namen "Sinalco" (Abkürzung für "sine alcohol", ohne Alkohol). 1937 kam das werbewirksame Emblem hinzu: der rote Punkt mit dem schräg stehenden Schriftzug.

Zum Wohl!
Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt an der "Bude". Sie ist die zentrale Anlaufstelle und entsprechend ihrer Herkunft als Selterwasserhäuschen Schauplatz für das Thema Mineralwasser.

Die Bude wird von sechs runden Ausstellungsstationen zu den Getränken Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Kaffee und Tee flankiert. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Großexponat, das die Produktion der Getränke illustriert - von der Abfüllanlage bis zur Teebeutelpackmaschine. Umrahmt werden sie von den unterschiedlichsten Objekten zur Kultur- und Konsumgeschichte. "FühlBars" mit Rohstoffen der Getränkeherstellung ermöglichen den Ausstellungsgästen einen direkten, sinnlichen Zugang. Medienstationen, die Werbefilme und Interviews zeigen, regen darüber hinaus zur Reflexion über den Status der thematisierten Getränke in der Gesellschaft an.

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

So 22. April, 29.Juli und 23. September, jeweils 15 Uhr
Von Wichteln und Elfen im Märchenland - von Zauber- und Hexentrank
Resi Diekmann erzählt Märchen über magische Tränke und Elixiere für Groß und Klein. Museumseintritt

Mi 9. Mai und 11. Juli, jeweils 14.30 Uhr
"Zum Wohl!"-Komfortpaket Geschichte und Kaffee
Beim Besuch der Ausstellung hören Teilnehmer Geschichten über die Getränke. In geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen tauschen sie Kaffeeerinnerungen aus. Anmeldung erforderlich, Dauer: ca. 2 Stunden. Kosten: 9 Euro pro Person inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 Stück Kuchen.

Mi 16. Mai, 17-19 Uhr
Kaffeeseminar
Cupping - das Seminar für Kaffeekenner und solche, die es werden wollen. Unter Leitung das Kaffeeexperten Stefan Bös lernen die Teilnehmer alles über den perfekten Kaffee und verkosten Kaffeesorten. Anmeldung erforderlich, Kosten: 15 Euro

Do 31. Mai, 14.30 Uhr
Exkursion Staatlich Bad Meinberger Mineralbrunnen
Wir besuchen die Staatlich Bad Meinberger Mineralbrunnen und erleben die Produktion von Mineralwasser und Limonaden. Dauer: Ca. 1 Stunde Anmeldung erforderlich, kostenfrei

So 3. Juni, 14 - 14.30 Uhr und 15 - 15.30 Uhr
Musik zur Kaffeezeit
Das Duo Dinero präsentiert Lieder rund ums Trinken und andere Themen. Kosten: Museumseintritt

Do 7. Juni und So 12. August, jeweils14 Uhr
Tees, Tinkturen & Co.
Im LWL-Ziegeleimuseum wachsen allerlei nützliche Pflanzen. Die Museumsmitarbeiterin Sabine Schierholz erklärt, welcher Tee, Sirup und Tropfen daraus hergestellt werden können. Kosten: Museumseintritt

So 10. Juni, 14-17 Uhr
Kaffeerösten
Tina Abbing, Enkelin des Firmengründers der Probat-Werke und Leiterin des Museums für Kaffeetechnik in Emmerich, röstet auf dem Probat-Kaffeeröster aus dem Jahr 1935 frische Kaffeebohnen und leitet die Teilnehmer durch die Kaffeewelt. Ohne Anmeldung. Kosten: Museumseintritt

So 14. Juni, 15 Uhr
Exkursion Privat-Brauerei Strate Detmold
Die Teilnehmer besichtigen den Betrieb und erleben die Kunst des Bierbrauens aus erster Hand. Dauer: ca. 1,5 Std. Anmeldung erforderlich, kostenfrei

So 24. Juni, 14-17 Uhr
Porzellan und Glas schätzen
Thomas Sauerland vom Auktionshaus OWL schätzt die Lieblingsstücke der Besucher: Was ist Omas alte Sammeltasse wert? Schatz oder Staubfänger? Nur ein Objekt pro Person, Kosten: Museumseintritt

So 2. September, 14 Uhr
Vortrag "Die heißen 3 und Porzellan - eine Symbiose"
Thomas Krueger, Museumsleiter in der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, erzählt aus der Geschichte von Kaffee, Tee und Schokolade und ihrer Trinkgefäße. Kosten: Museumseintritt

So 30. September, 14-17 Uhr
Kaffeerösten
Stefan Bös, Kaffeeröster aus dem Lemgoer Café da Capo, führt die Teilnehmer durch die Welt des Kaffees und röstet frische Kaffeebohnen. Kosten: Museumseintritt


Museumspädagogische Angebote und Führungen

Getränkeforscher
(für Schüler Klasse 1 bis 4)

In Kleingruppen wird die Ausstellung rund um die Themen Milch, Limonade, Wasser und Tee erkundet und Fragen zur Herstellung und Inhaltsstoffen beantwortet. Zum Schluss stellen die Teilnehmer ein ganz individuelles Klassengetränk her. Dauer: 1,5 bis 2 Stunden. Teilnehmer: max. 25. Kosten: 45 Euro plus Museumseintritt, zwei Begleitpersonen frei.

"Zum Wohl!" Getränke zwischen Kultur und Konsum
(für Erwachsene)

"Zum Wohl!" heißt es zu Beginn der Führung durch die Sonderausstellung. Hier steht der Spaßfaktor im Vordergrund, wenn in geselliger Runde die Ausstellung erkundet wird. Dauer: ca. 1,5 Stunden. Teilnehmer: max. 25 Personen. Kosten: 40 Euro plus Museumseintritt. Zusätzlich ist eine Getränkeverkostung im Museumscafé buchbar (Informationen auf Anfrage).

"Zum Wohl!"-Komfortpaket Geschichte und Kaffee
(für Senioren)

Beim Besuch der Ausstellung hören die Teilnehmer Geschichten über die Getränke. In geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen tauschen sie Kaffee-Erinnerungen aus. Anmeldung erforderlich, Dauer: ca. 2 Stunden. Teilnehmer: 16 bis 25 Personen. Kosten: 9 Euro pro Person inkl. Eintritt, 1 Tasse Kaffee und 1 Stück Kuchen.

"Zum Wohl!" vor Ort
(für Senioren)

Museumspädagogen kommen in Senioreneinrichtungen und nehmen die Teilnehmer mit auf eine Reise durch die Welt der Getränke. Die Teilnehmer hören Geschichten zu Kaffee, Schnaps, Milch und Bier und dürfen selbst die mitgebrachten Exponate anfassen und dazu erzählen. Dauer: 1 Stunde. Kosten: 50 Euro (ab 20 Kilometer zusätzlich Fahrtkosten)

Zum Wohl!
Getränke zwischen Kultur und Konsum

15. April bis 30. September 2012
Ziegeleimuseum Lage
Sprikernheide 77, 32791 Lage
Geöffnet Di - So, 10-18.00 Uhr



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum - Ziegeleimuseum Lage
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Sprikernheide 77
32791 Lage
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
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Kommentar(e)

Ulrike Rumpf16.04.2012 10:19
Einen herzlichen Dank den Verantwortlichen dieser Ausstellung. Sie haben ein Stück Geschichte an der wir, Tochter Ursula Rabe und Enkelin Ulrike Rumpf, von Emmi Olscheski persönlich beteiligt waren, anschaulich, interessant und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Eine wirklich gelungene, sehenswerte Ausstellung und ein schönes, würdiges Plätzchen für (Tante) Emmis Büdchen!


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