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Mitteilung vom 21.02.12

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Dialog im Kontakt

Neue Miniausstellung im LWL-Museum für Naturkunde

Bewertung:

Münster (lwl). Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt vom 24. Februar bis zum 15. April die Ausstellung "Dialog im Kontakt" in Form einer kleinen Inszenierung. Das Besondere: Die vier gezeigten Objekte sind "Fühlbücher zum Anfassen" für Menschen mit Sehbehinderung. Die Bücher beschreiben Gedichte von Henrik Nordbrand (Sternbild), Paal-Helge Haugen (Meditationen über Georges de la Tour) und Joseph von Eichendorff (Mondnacht) und sollen die Texte für Blinde und Sehende gleichermaßen erfühlbar machen: durch Prägungen, Falzungen, Ausstanzungen, Papieren mit unterschiedlichen Oberflächen, Strukturen und Farben, teilweise mit Braille-Schrift. Ein begleitender Film zeigt die Entstehung der Fühlbücher, erläutert sie und führt durch die einzelnen Seiten.

Die Bücher können einmalig am Aktionstag zur Sonderausstellung "Bionik - Patente der Natur" am Sonntag, 26. Februar, angefasst und erkundet werden. Nur an diesem Tag wird die Künstlerin Linda Kasprowiak für Erläuterungen ihrer Unikate zur Verfügung stehen. An den übrigen Ausstellungstagen werden die seltenen Bücher in Vitrinen verschlossen präsentiert und sind somit nur zum Anschauen. Der Ausstellungsfilm übernimmt die Erläuterungen.

Lyrik für blinde und sehende Menschen haptisch und sinnlich auf Papier zu übersetzen war die Idee der Künstlerin Linda Kasprowiak. Schon seit ihrer Studienzeit arbeitete sie mit verschiedenen Drucktechniken die sie später für ihre künstlerische Arbeit nutzte. Die "fassbare" Bildsprache der einzelnen "Fühl-Bücher" fordert die Aufmerksamkeit des Betrachters in einer leisen Form.

Die unterschiedlichen Strukturen, Konturen, Ebenen, Prägetechniken und Materialkombinationen sind organisch und grafisch inspiriert. Museumsleiter Dr. Alfred Hendricks: "Die Designerin schafft mit ihren Büchern eine selbstgestaltete Welt, in die es sich lohnt einzutauchen."

"Wir leben in einer übermächtig visuell dominierten Welt, in der wir müde geworden sind, Dinge nur noch mit den Augen zu begreifen. Meine gestalterische Arbeit mit tastbaren Oberflächen versucht spielerisch eine Brücke zu schlagen und dem Bedürfnis der haptischen Wahrnehmung zu entsprechen", sagt die Künstlerin zu ihrem Werk.

Kasprowiak kam zusammen mit dem LWL-Museum für Naturkunde auf die Idee, die Bücher der Öffentlichkeit in einer kleinen Ausstellung vorzustellen. Entstanden war die Idee im Zusammenhang mit der Bionik-Ausstellung des Museums.

Die Künstlerin Linda Kasprowiak (geboren 1982 in Gronau/Westfalen) machte 2002 eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin. 2003 begann sie ihr Designstudium an der Fachhochschule Münster mit den Schwerpunkten Illustration und Produktdesign. 2008 erhielt sie ihr Diplom.

Seit 2011 ist Kasprowiak Kreativassistentin in der Arbeitsstelle für Forschungstransfer der Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Die Designerin gewann unter anderem Preise und verschiedene Stipendien für ihre Bücher und stellte diese in der Abteilung "Druckgrafik" im Deutschen Museum München sowie auf der Frankfurter Buchmesse aus. Kasprowiak lebt und arbeitet in Münster

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen. Es wird kein gesonderter Eintritt erhoben. Lediglich der normale Museumseintritt (3,00/5,50 Euro) ist zu entrichten.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
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