LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 17.02.12

Foto zur MitteilungEiner der Höhepunkte der "Goldenen Pracht": Der Marienschrein aus Tournai bei der Ankunft im LWL-Landesmuseum.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungSicher verpackt: Der Marienschrein aus Tournai zählt zu den wertvollsten Exponaten der "Goldenen Pracht".
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDas Logo zur Ausstellung "Goldene Pracht".
Foto: Stephan Kube, Greven


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Presse-Infos | Kultur

Ein goldenes Haus für die Heiligen

Marienschrein aus Belgien ist teuerste Leihgabe der Ausstellung "Goldene Pracht"

Bewertung:

Münster (lwl/exc). Mit Spannung wurde es erwartet, nun ist das kostbare Goldschmiedewerk eingetroffen: Der mittelalterliche Marienschrein aus dem belgischen Tournai steht seit kurzem im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster.
Das berühmte Exponat aus der Schatzkammer der Kathedrale Notre Dame in Tournai wird einer der Höhepunkte der Ausstellung "Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen" (26. Februar bis 28. Mai 2012) sein. Die Versicherungssumme, ein achtstelliger Betrag, macht den Marienschrein zugleich zur teuersten Leihgabe der Ausstellung, die ab dem 26. Februar im LWL-Landesmuseum und in der Domkammer zu sehen ist.

Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster. Sie präsentiert auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts.

Die Aufbauarbeiten für die "Goldene Pracht" laufen an beiden Ausstellungsorten auf Hochtouren: Täglich treffen Kuriere mit hochwertigen internationalen und nationalen Leihgaben ein. Die filigranen Werke aus Gold, Silber und Edelsteinen müssen mit äußerster Vorsicht transportiert und ausgepackt werden, wie Kuratorin Dr. Petra Marx, Mittelalter-Expertin des LWL-Landesmuseums erläutert. Der Schrein aus Tournai sei von besonderer kunsthistorischer Bedeutung: "Er stammt aus der berühmten Werkstatt von Nikolaus von Verdun, der auch wesentliche Teile des Dreikönigsschreins im Kölner Dom gefertigt hat. Es handelt sich um eines der wenigen Stücke mit einer Inschrift, die auf den Meister Nikolaus von Verdun verweist."

Wie wertvoll das Gold und Silber des Schreines ist, war schon im Mittelalter wichtig: Die Inschrift auf dem Marienschrein führt nicht nur das Entstehungsjahr 1205 auf, sondern auch den Wert der Edelmetalle, 109 Mark an Silber und sechs Mark Gold. "Für die Gläubigen des 13. Jahrhunderts war bei aller Prachtenfaltung vor allem bedeutsam, dass der Schrein Reliquien der in Tournai verehrten heiligen Piatus und Nicasius enthielt. Die Verehrung von Gott und den Heiligen stand im Zentrum des damaligen Denkens", so Marx.

Der Marienschrein wird in der Ausstellung neben dem Beckumer Prudentia-Schrein erstrahlen, der in heimischer Goldschmiedeproduktion entstanden ist. Die Kuratoren stellen in der Schau westfälische und internationale Werke gegenüber. So lassen sich laut Marx nicht nur künstlerische Einflüsse auf die westfälische Kunst entdecken, sondern auch die hohe Qualität der Objekte.

Die Form des Schreins, der knapp einen Meter hoch, 70 cm breit und knapp 130 cm lang ist, folgt der Tradition der Hausschreine, wie sie seit dem 12. Jahrhundert in zahlreichen Beispielen zwischen Nordfrankreich und dem Rheinland nachweisbar sind. Auf dem Reliquiar sind das Marienleben sowie die Passion Christi abgebildet. Auffällig ist die plastische Gestaltung der vergoldeten Figuren auf blauem Email, die sich vom Hintergrund lösen und die dargestellten Szenen damit beinahe dreidimensional wirken lassen.

Hinweis:
Weitere Informationen unter
http://www.goldene-pracht.de

Hinweis für Redaktionen:
Bis zum Beginn der Ausstellung am 26. Februar 2012 erhalten Sie regelmäßig Pressemitteilungen zu einzelnen Themen und Exponaten, die sich in beliebiger Reihenfolge veröffentlichen lassen. Zur Kennzeichnung solcher Reihen lässt sich das angehängte Ausstellungs-Logo verwenden.

"Religion und Politik" - Der Exzellenzcluster der WWU Münster
Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) forschen rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und elf Ländern. Sie untersuchen das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Politik von der Antike bis zur Gegenwart und von Lateinamerika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den deutschlandweit 37 Exzellenzclustern der einzige zum Thema Religionen. Bund und Länder fördern das Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative bis 2012 mit 37 Millionen Euro.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Karl Hagemann, Telefon 0251 495-288, pressestelle@bistum-muenster.de und Viola van Melis, Telefon: 0251 83-23376, van.melis@uni-muenster.de
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