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Mitteilung vom 16.02.12

Foto zur MitteilungLogo der Ausstellung "Goldene Pracht"

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Presse-Infos | Kultur

Korrektur: "Sühne für vergossenes Blut"

Borghorster Reliquienkreuz erzählt in der Ausstellung "Goldene Pracht" in Münster vom mittelalterlichen Stiftungswesen

Bewertung:

Münster im Februar 2012 (exc). Das Borghorster Stiftskreuz geht wieder auf Reisen: Nach der Präsentation im Londoner British Museum 2011 wird es in Kürze in Münster in der großen Ausstellung "Goldene Pracht - Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen" zu sehen sein. "Das Reliquienkreuz aus dem 11. Jahrhundert ist eines der herausragenden Zeugnisse sakraler Kunst der Salierzeit. Wir sind dankbar, dieses außergewöhnliche Stück der Borghorster Kirchengemeinde St. Nikomedes zeigen zu können", sagt Historiker Prof. Dr. Gerd Althoff vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Uni Münster. Die Ausstellung im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und in der Domkammer würdigt die Pracht westfälischer Goldschmiedekunst, die lange im Verborgenen schlummerte. Althoff: "Einige Klischees über die Provinzialität der Westfalen lassen sich im Lichte der regionalen Schätzen über Bord werfen."

Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters. Vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 präsentiert sie auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren haben 220 nationale und internationale Leihgaben zusammengetragen, 180 aus westfälischen Kirchen, Klöstern, Archiven und Museen.

Das Reliquienkreuz aus dem Stift Borghorst erzählt dem Besucher der Ausstellung "Goldene Pracht" viel über das Stiftungswesen des Mittelalters: "Die Vorstellung, dass sich das ewige Seelenheil durch irdische Leistungen verdienen lässt, führte damals zu einem differenzierten Stiftungswesen", so der Historiker. "Als Gegenleistung für wertvolle irdische Gaben wie Kunstwerke, Kreuze und Kelche erhofften sich die Menschen des Mittelalters, dass Gott ihre Fegefeuer-Zeit verkürze."

Das Borghorster Kreuz zeige eindrucksvoll, dass die Menschen tatsächlich existentielle Ängste ausgestanden hätten. "Der salische Kaiser Heinrich III. ließ 1048 einen sächsischen Grafen namens Thietmar, der wohl Vogt von Borghorst war, wegen eines angeblichen Mordplans gegen den Kaiser zu einem gerichtlichen Zweikampf verurteilen. Dabei wurde der Graf erschlagen", berichtet Prof. Althoff. "Als dessen Sohn daraufhin den Sieger des Zweikampfes gefangen nahm und ihn brutal von zwei Hunden zerfleischen ließ, schickte der Kaiser ihn ins Exil und konfiszierte seinen Besitz, darunter wohl auch das Stift Borghorst. So ist die Stiftung des Kreuzes vielleicht als Sühne für das vergossene Blut und als Zeichen für die Bereitschaft zum Frieden zu verstehen." Die prachtvolle Gestaltung des Kreuzes zeugt nach den Worten des Experten vom Willen der Stifter, ein außergewöhnliches Zeichen zu setzen.

Das Kreuz steht im Mittelpunkt des zweiten Ausstellungsraums, wie Althoff erläutert. "Im Raum ,Karl der Große und die Folgen. Frühe Stiftungen kirchlicher Schatzkunst‘ zeigen wir den Besuchern, wie es nach der Christianisierung Westfalens im 9. Jh. zu ersten hochrangigen Stiftungen von Goldschmiedekunst kommt." Das Borghorster Stiftskreuz stehe beispielhaft für die Stiftungen weltlicher Eliten. (ska/vvm)

Hinweis: Weitere Informationen unter http://www.goldene-pracht.de

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"Religion und Politik" - Der Exzellenzcluster der WWU Münster
Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) forschen rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und elf Ländern. Sie untersuchen das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Politik von der Antike bis zur Gegenwart und von Lateinamerika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den deutschlandweit 37 Exzellenzclustern der einzige zum Thema Religionen. Bund und Länder fördern das Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative bis 2012 mit 37 Millionen Euro.



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