LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 14.02.12

Foto zur MitteilungReineke vam Dressche, Chormantelschließe des Mindener Chorherren Albert von Letelen, vor 1487, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kunstgewerbemuseum, Berlin.
© SMPK, Berlin


Foto zur MitteilungLogo der Ausstellung "Goldene Pracht".
Foto: Stephan Kube, Greven


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Presse-Infos | Kultur

Einzigartige Mindener Kunstschätze in Münster

Ausstellung "Goldene Pracht" präsentiert wertvolle Chormantelschließe und Reliquienbüste

Bewertung:

Münster/Minden (lwl). Zwei einzigartige Kunstschätze Mindener Herkunft sind in Kürze in der Ausstellung "Goldene Pracht - Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen" (26.2. - 28.5.2012) in Münster zu sehen. Mit der Reliquienbüste der Maria Magdalena aus dem Mindener Domschatz präsentiert die Schau die wohl älteste Büste einer weiblichen Heiligen in Deutschland.
Das zweite Exponat, eine Chormantelschließe aus dem Domschatz, das seit 1876 in den Staatlichen Museen zu Berlin verwahrt wird, zählt zu den herausragenden Mindener Goldschmiedearbeiten der Gotik, wie Dr. Petra Marx vom LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster erläutert.

"Die beschädigte Reliquienbüste steht in der Ausstellung stellvertretend für die zahlreichen Kriegsverluste, die die Kirchenschätze nicht zuletzt im 20. Jahrhundert dezimiert haben", erläutert die Kuratorin. Die Wissenschaft gehe davon aus, dass nur ein Prozent des Ursprungsbestandes an weltlichen und sakralen Goldschmiedewerken des Mittelalters erhalten sind. Ein anderes Thema verdeutlicht das zweite Mindener Exponat in der Ausstellung: "Anhand der kostbaren Chormantelschließe zeigt die Schau, welche Frömmigkeitsvorstellungen die Stifter sakraler Kunstwerke im Mittelalter hatten."

Vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 präsentiert die Ausstellung "Goldene Pracht" auf 1.500 Quadratmetern in zwölf Räumen des LWL-Landesmuseums und der Domkammer insgesamt 300 hochkarätige Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster.

Die Mindener Büste der Heiligen Maria Magdalena wird im letzten Raum der Ausstellung zu finden sein, der den Titel "Der Schatz in der Kirche" trägt. "Das Exponat zeigt eindrucksvoll, welches Schicksal viele mittelalterliche Goldschmiedeobjekte getroffen hat. Bei einem Bombenangriff im Jahr 1945 wurde das Reliquiar durch Feuer stark beschädigt: Der verkohlte Holzkern schrumpfte, das Gesicht wurde durch den Brand geschwärzt", erläutert Marx.

Reliquiare wie die Büste dienten im Mittelalter der Verehrung von Heiligen und Märtyrern. Sie standen im Zentrum der Vorstellungswelt der Menschen damals und dienten ihnen als Vorbilder, wie Kunsthistorikerin Marx erläutert: "Die Behältnisse hatten oft die Form von Köpfen oder Büsten, um den Menschen eine kommunikative Nähe zu den abgebildeten Heiligen zu bieten."

Die Mindener Chormantelschließe aus dem 15. Jahrhundert erzählt dem Besucher der Ausstellung viel über die Frömmigkeit des Mittelalters. Die Menschen glaubten, dass sich das ewige Seelenheil durch irdische Leistungen verdienen lasse. Das führte zu einem differenzierten Stiftungswesen, wie Historiker Prof. Dr. Gerd Althoff vom Exzellenzcluster sagt. So wollte der Mindener Domherr Albert von Letelen (1435-1483) für sein Seelenheil vorsorgen und ließ den örtlichen Goldschmied Reineke vam Dressche (1459-1493) die einzigartige Mantelschließe fertigen, um sie dem Mindener Dom zu stiften. "Als Gegenleistung für wertvolle irdische Gaben wie Kunstwerke, Kreuze und Kelche erhofften sich die Menschen des Mittelalters, dass Gott ihre Fegefeuer-Zeit verkürze." Der zweite Ausstellungsraum in der Domkammer wird dafür viele Beispiele geben. Er trägt den Titel: "Irdische Pracht für Himmlischen Lohn".

Hinweis:
Weitere Informationen unter
http://www.goldene-pracht.de

"Religion und Politik" - Der Exzellenzcluster der WWU Münster
Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) forschen rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwis¬senschaftlichen Fächern und elf Ländern. Sie untersuchen das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Politik von der Antike bis zur Gegenwart und von Lateiname¬rika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den deutschlandweit 37 Exzellenz-clustern der einzige zum Thema Religionen. Bund und Länder fördern das Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative bis 2012 mit 37 Millionen Euro.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Karl Hagemann, Telefon 0251 495-288, pressestelle@bistum-muenster.de und Viola van Melis, Telefon: 0251 83-23376, van.melis@uni-muenster.de
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