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Mitteilung vom 20.01.12

Foto zur MitteilungLogo der Ausstellung "Goldene Pracht"

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Presse-Infos | Kultur

Von Stiftern und Schätzen

Vorträge namhafter Wissenschaftler ergänzen die Ausstellung "Goldene Pracht"

Bewertung:

Münster, 20. Januar 2012 (exc). In die Welt der mittelalterlichen Schatzkunst führt eine Vortragsreihe zur Ausstellung "Goldene Pracht" in Münster. Namhafte Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz beleuchten ab Mittwoch, 25. Januar, Themen rund um Gold, Silber und Edelsteine. "Die Reihe bietet einen Vorgeschmack auf die umfassende Schau, die ab 26. Februar herausragende Werke der Goldschmiedekunst in der Domkammer und im LWL-Landesmuseum zeigt", sagt der Leiter des Ausstellungsprojektes, Dr. Olaf Siart. Die Kuratoren und Forscher vertiefen Leitthemen der Ausstellung wie Schatz und Schrein, Prachtentfaltung und Reliquienkult, Stiftungswesen und den Mythos Gold.

Die Vorträge sind ab dem 25. Januar mittwochs ab 19 Uhr in Münster in Hörsaal F1 und F5, Domplatz 20-22, zu hören. Der Eintritt ist frei. Zum Auftakt spricht der Historiker Prof. Dr. Gerd Althoff vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Uni Münster am 25. Januar unter dem Titel "Stiftung und Memoria" über das mittelalterliche Stiftungswesen. "Als Gegenleistung für wertvolle irdische Gaben wie Kunstwerke, Kreuze und Kelche erhofften sich die Menschen des Mittelalters, dass Gott ihre Fegefeuer-Zeit verkürze", erläutert der Mediävist. "Die Sorge um das eigene Seelenheil war ein wichtiger Bestandteil mittelalterlicher Frömmigkeit. Sie drückte sich im Stiftungswesen aus."

Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster. Sie präsentiert vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren konnten 220 Leihgaben von internationalem Rang zusammentragen. Diesen werden zahlreiche Exponate aus dem Domschatz und LWL-Landesmuseum gegenübergestellt. Zu den Vorträgen laden die Museen und der Exzellenzcluster gemeinsam mit dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens ein. Die Reihe ist interdisziplinär angelegt und vereint kunsthistorische, historische und theologische Perspektiven.

Weitere Vorträge
Der zweite Vortrag der Reihe "Stifterbilder in der Goldschmiedekunst" von LWL-Kuratorin Dr. Petra Marx beleuchtet am 1. Februar die Selbstdarstellung von Stiftern auf den von ihnen gestifteten Werken. Marx: "Gläubige Geistliche und Laien stifteten prachtvolle Kreuze, Kelche und Reliquienschreine, um sich der Fürsprache der Heiligen zu vergewissern." Mit den Stifterbildern fügten sie sich oft selbst in die Kunstwerke ein. "Bedeutsam war dabei das rechte Verhältnis zwischen einer demütigen Haltung vor Gott und den Heiligen und der Sicherung des eigenen Ansehens."
Mit dem Vortrag "Liturgie. Gebrauch, Funktion und Prozessionswesen" setzt Bistums-Kurator Holger Kempkens die Reihe am 8. Februar fort. "Von der Messfeier über die Heiligenverehrung bis zum Mitführen bei Prozessionen - der Großteil der bis heute erhaltenen Goldschmiedearbeiten des Mittelalters wurde zur sakralen Nutzung geschaffen und in vielfältiger Form in die Liturgie eingebunden", sagt der Kurator. Es folgen weitere Beiträge von Historikern, Kunsthistorikern, Philologen und Theologen.
Der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt vom Exzellenzcluster beschäftigt sich am 29. Februar unter dem Titel "Schatz und Schrein" mit kostbaren Reliquiaren, die den religiösen Schatz der Kirche, die Reliquien, bargen. Unter der Überschrift "Mythos Gold" gibt der Mineraloge Prof. Dr. Hans-Gert Bachmann, Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, am 7. März einen Einblick in die 6000-jährige Kulturgeschichte des Edelmetalls.
Zur Geschichte hoch- und spätmittelalterlicher Schätze spricht der Historiker Dr. Lucas Burkhart von der Universität Basel am 14. März in seinem Vortrag "Reliquiare, Herrschaftszeichen, Kostbarkeiten". Über Reliquien als "Gewänder der Heiligen auf Erden" äußert sich die Kunsthistorikerin Dr. Gia Toussaint von der Universität Hamburg am 21. März im Vortrag "Prachtentfaltung und Reliquienkult". Die Philologin Prof. Dr. Christel Meier-Staubach vom Exzellenzcluster behandelt am 28. März unter dem Titel "Schönheit, Wert, Bedeutung" die Materialität und Symbolik von Gold und Edelsteinen im Mittelalter. Die Reihe wird während der Ausstellungs-Laufzeit fortgesetzt. (vvm/ska)

Programm der Vortragsreihe:
25.01.2012 Prof. Dr. Gerd Althoff (Münster): Memoria und Stiftswesen (Fürstenberghaus, Hörsaal F1)
01.02.2012 Dr. Petra Marx (Münster): Stifterbilder in der Goldschmiedekunst. Zu Stiftungsanlässen, Stifterwissen und Quellenlage (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)
08.02.2012 Holger Kempkens M.A. (Münster): Liturgie. Gebrauch, Funktion und Prozessionswesen (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)
29.02.2012 Prof. Dr. Dr. hc. Arnold Angenendt (Münster): Schatz und Schrein. Reliquien öffnen den Himmel (Fürstenberghaus, Hörsaal F1)
07.03.2012 Prof. Dr. Hans-Gert Bachmann (Hanau): Mythos Gold. Eine 6000-jährige Kulturgeschichte (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)
14.03.2012 PD Dr. Lucas Burkhart (Basel): Reliquiare, Herrschaftszeichen, Kostbarkeiten. Zur Geschichte hoch- und spätmittelalterlicher Schätze (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)
21.03.2012 PD Dr. Gia Toussaint (Hamburg): Prachtentfaltung und Reliquienkult (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)
28.03.2012 Prof. Dr. Christel Meier-Staubach (Münster): Schönheit - Wert - Bedeutung. Zu Materialität und Symbolik von Gold und Edelsteinen im Mittelalter (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

Hinweis: Weitere Informationen unter www.goldene-pracht.de
Hinweis für Redaktionen: Bis zum Beginn der Ausstellung am 26. Februar 2012 erhalten Sie regelmäßig Pressemitteilungen zu einzelnen Themen und Exponaten, die sich in beliebiger Reihenfolge veröffentlichen lassen. Zur Kennzeichnung solcher Reihen lässt sich das angehängte Ausstellungs-Logo verwenden.

Wenn Sie Pressemitteilungen des Exzellenzclusters "Religion und Politik" nicht beziehen wollen, mailen Sie bitte an religionundpolitik@uni-muenster.de

"Religion und Politik" - Der Exzellenzcluster der WWU Münster
Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) forschen rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und elf Ländern. Sie untersuchen das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Politik von der Antike bis zur Gegenwart und von Lateinamerika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den deutschlandweit 37 Exzellenzclustern der einzige zum Thema Religionen. Bund und Länder fördern das Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative bis 2012 mit 37 Millionen Euro.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Karl Hagemann, Telefon 0251 495-288, pressestelle@bistum-muenster.de und Viola van Melis, Telefon: 0251 83-23376, van.melis@uni-muenster.de
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