LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 14.12.11

Foto zur MitteilungKampf gegen das Establishment: Das LWL-Landesmuseum zeigt die Plakatkunst der 1968er.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungFrauenpower für die Linken: Wahlplakat der DKP.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungWettstreit der Ideologien: USA und UdSSR als Supermänner.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Plakatkunst und Pop nach 1968

Eröffnung des dritten Teils der Plakatausstellung "Visuelle Revolten" im LWL-Landesmuseum

Bewertung:

Münster (lwl). Pop, Politik und Plakate: Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster versammelt im dritten Teil der Ausstellung "Visuelle Revolten" rund 100 Plakate, Plattencover und Zeitschriften unter dem Titel "Langzeitwirkung ‘68 - Der visuelle Umbruch" (15. Dezember 2011 bis 11.März 2012).

Im Jahrzehnt der Revolte von der Mitte der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahre kam in der westlichen Welt beinahe alles gesellschaftlich Etablierte auf den Prüfstand. Mit zwei Jahrzehnten Verspätung - nach dem Ende der NS-Diktatur und dem politischen Umbruch 1945/1949 - hatte ein epochaler visueller Umbruch das westliche Teildeutschland erfasst. Neue Muster der visuellen Kommunikation lösten das traditionell verwurzelte Handwerk der Gebrauchsgrafik ab. Bildmuster und Sprachcodes der Jugendkultur traten seit 1968 an die Stelle alter Bildklischees und Mentalitäten der Kriegsgeneration. "Auch die Plakatkunst stand einem rasanten Wandel gegenüber, dessen verschiedene Aspekte wir in unserer Ausstellungsserie mit insgesamt drei Teilen seit Januar 2011 dargestellt haben", berichtet der Direktor des LWL-Landesmuseums, Dr. Hermann Arnhold.

Die frech-provokativen Plakatmacher aus der linksalternativen ‘68er-Szene wirkten wie gesamtgesellschaftliche Katalysatoren für den Wandel: "Die lockere Ansprache der Linken wurde selbst im bürgerlich-konservativen Lager und in den Chefetagen von Staatsbetrieben wie der Bahn schnell zur Norm", erklärt der Kurator der Ausstellung im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Jürgen Krause. Die Bahn warb damals etwa mit dem Slogan "Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab". Ziel der dritten Ausstellungssequenz ist es, diesen zweischneidigen Triumph der ‘68er kritisch zu hinterfragen.

Dieser Durchbruch zu einer tendenziell offeneren Gesellschaft und ihre Widerspiegelung in der Plakatwelt wurde durch internationale Idole der Popkultur wie Andy Warhol und Popmusiker wie die Beatles, die Rolling Stones und vor allem Jimi Hendrix beschleunigt. Spannend sind dabei auch die Wechselwirkungen zwischen weltweiter Pop- und Protestkultur vom New York Andy Warhols über das Düsseldorf von Joseph Beuys bis zur Vermarktung Westberliner Wohnkommunen um die Kommunarden Teufel, Langhans und Kunzelmann. Die Präsenz dieser Pop-Ikonen in der Welt der Plakate, die sich schon Jahrzehnte vor dem Internet global zu orientieren versuchte, fügt der Abschlussfolge der "Visuellen Revolten" einen besonders reizvollen Aspekt hinzu.

Die Ausstellungsreihe "Visuelle Revolten" im Überblick:

Münster - Mehr als ein Nebenschauplatz:

20.1.-1.5.2011

Globale Protestkulturen:
19.5.-21.8.2011

Langzeitwirkung "‘68" - Der visuelle Umbruch:
15.12.2011-11.3.2012

Eröffnung "Langzeitwirkung '68 - Der visuelle Umbruch":
15. Dezember, 19 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
Montag geschlossen

Informationen unter
http://www.lwl-landesmuseum-muenster.de



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Nina Heinrich, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-209, nina.heinrich@lwl.org
presse@lwl.org



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48143 Münster
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