LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 27.10.11

Foto zur MitteilungDie Kralle des Raubsauriers aus dem marinen Turon-Zeitalter bei Dortmund ist einzigartig für Deutschland.
Foto: LWL/Lanser


Foto zur MitteilungSo ähnlich könnte der Dinosaurier ausgesehen haben, von dem jetzt die Sichelkralle beim Ausbau der B1 in Dortmund gefunden wurde.
Foto: LWL/Emmerich


Foto zur MitteilungIn einem Gesteinsblock fanden die LWL-Fachleute Knochen, die vermutlich zu dem Tier gehören, von dem auch die Sichelkralle stammt.
Foto: LWL/Lanser


Foto zur MitteilungDie Baustelle der B1 bei Dortmund. Hier wurden die marinen Gesteine ausgegraben.
Foto: LWL/Grzegorczyk


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Presse-Infos | Kultur

Dinofund in Dortmund

Versteinerte Kralle eines bisher unbekannten Raubsauriers bei Bauarbeiten an der B 1 gefunden

Bewertung:

Dortmund/Münster (lwl). Die Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sind sich jetzt sicher: Bei Straßenbauarbeiten an der B 1 in Dortmund ist die versteinerte Sichelkralle eines 91 Millionen Jahre alten Raubsauriers gefunden worden.

Fachleute des LWL-Museums für Naturkunde in Münster haben zwei Jahre lang die knapp fünf Zentimeter lange Kralle aus einer gut einen Quadratmeter großen Gesteinsplatte herauspräpariert. "Es ist der bisher einzige Fund eines Raubdinosaurier in Deutschland aus dieser Zeit und der einzige Beleg einer derzeit noch unbekannten Theropoden-Art", so der Dino-Experte des LWL, Dr. Klaus-Peter Lanser.

Die Tiere hätten auf dem nahen Festland gelebt, wo das heutige Dortmunder Stadtgebiet einst an der Küste eines Binnenmeers lag. Lanser: "Der Kadaver des gefundenen Tieres lag vermutlich in flachem Wasser in Strandnähe und versteinerte dort, weshalb die Überbleibsel jetzt in den Gesteinsblöcken gefunden werden konnten."

Anfang 2009 untersuchte der Fossiliensammler Karl Stekiel als ehrenamtlicher Mitarbeiter des LWL die Baustelle an der B 1 und entdeckte die Knochenreste eines Wirbeltieres. Fachleute des LWL-Museums für Naturkunde sicherten die Gesteinsblöcke mit dem Knochenmaterial und präparierten sie in Münster.

Lanser weiter: "In der gut einen Quadratmeter großen Steinplatte haben wir zunächst nur Teile des Unterarmskeletts, des Schulterblattes, Rippen und des Fußwurzelknochens eines Land-Raubdinosauriers identifiziert. Dann stießen wir auf den versteinerten Knochenkern einer kräftigen, raptorartig gebogenen und spitzen Kralle. Damit war klar: Es ist die Kralle eines Raubdinosauriers oder Theropoden aus dem mittleren Turon, also der frühen Oberkreidezeit."

Der Fund wird am 26. und 27. November auf den Westdeutschen Mineralientagen in der Messe Westfalenhallen Dortmund und ab 2014 in der neuen Dino-Präsentation des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zu sehen sein.

Dortmund an der Küste
Die Küstenlinie des oberkreidezeitlichen Meeres lief vor über 90 Millionen Jahren etwa von Mülheim an der Ruhr ausgehend am südlichen Rand des Ardeygebirges entlang. Damit stammen die Gesteine bei Dortmund aus einem küstennahen Raum, denn im Gebiet der B1 bei Dortmund herrschten zu dieser Zeit marine Bedingungen.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



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