LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 13.10.11

Foto zur MitteilungDie Projektleiter von "Vielfalt ländlicher Gärten" Agnes Sternschulte (LWL-Freilichtmuseum Detmold) und Dr. Olaf Denz (Büro für Vegetationskunde, Tierökologie und Naturschutz) begutachten den Rotkohl im Garten des Münsterländer Gräftenhofes. Foto: LWL

Foto zur MitteilungBlick in den Garten des Valepagenhofes im LWL-Freilichtmuseum Detmold.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Vielfalt ländlicher Gärten

Modellprojekt im LWL-Freilichtmuseum Detmold gestartet

Bewertung:

Detmold (lwl). Unsere Dörfer bestehen nicht nur aus Gebäuden, Straßen und Plätzen. Sie werden auch durch ihre Gärten geprägt. Um die Vielfalt in den Gärten der Region geht es in einem Modellprojekt des LWL-Freilichtmuseums Detmold. Das Projekt, das vom Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit dem Büro für Vegetationskunde, Tierökologie und Naturschutz (BfVTN) betreut wird, ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft gefördert. Die Gesamtprojektsumme beträgt rund 485.000 Euro.

"Die Artenvielfalt ist ein wichtiges Thema, nicht nur für uns als Museum. In der Rückbesinnung auf die Vielfalt liegt die Zukunft des Essens, denn nur so können wir die Qualität unserer Nahrung erhalten. Mit der Förderung dieses Modellprojekts wird dieses Anliegen unterstützt", erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Jan Carstensen.

Der ländliche Garten ist traditioneller Bestandteil von Dörfern. Er diente vor allem der Selbstversorgung und beinhaltet deshalb von je her eine große Auswahl an Gemüse- und Obstsorten, Gewürz- und Zierpflanzen sowie Heilkräutern. Die Gärten sind historisch gewachsen und harmonisch in die Umgebung und das Ortsbild eingefügt.

Doch diese Gärten und ihre Vielfalt an Nutz- und Zierpflanzen sind zunehmend bedroht. Immer mehr Nutzgärten werden aufgegeben. Damit gehen auch ein Stück Geschichte, Tradition und Lebensweise und viele Pflanzen verloren. Die Dörfer verlieren ihr typisches Ortsbild. Wichtige Genreserven für die Ernährung und medizinische Versorgung drohen für immer in Vergessenheit zu geraten. Denn bei den kommerziell angebauten und im Handel befindlichen Nutz- und Zierpflanzen handelt es sich um wenige Arten und Sorten, die durch Züchtung stark verändert worden sind.

Das LWL-Freilichtmuseum in Detmold hat sich zur Aufgabe gesetzt, diesem Trend entgegenzuwirken. In dem dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das das Landwirtschaftsministerium über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit rund 310.000 Euro fördert, soll bis Herbst 2014 modellartig untersucht werden, wie die Arten- und Sortenvielfalt von traditionellen Nutz- und Zierpflanzen in ländlichen Gärten der Region Westfalen-Lippe erhalten und verbessert werden kann.

Dazu soll in einem ersten Schritt eine Erfassung des aktuellen Bestands einzelner Gärten und ihrer Artenvielfalt in Beispielregionen Westfalens durchgeführt werden. Zudem sollen im Gespräch mit den Besitzern die traditionelle Verwendung der Kulturpflanzen in Erfahrung gebracht werden. Lokale Pflanzensorten mit bemerkenswerten Eigenschaften werden gesammelt und im LWL-Freilichtmuseum vermehrt, um sie später an Interessenten abzugeben.

Auf diese Weise soll das LWL-Freilichtmuseum zu einem Informationszentrum für biologische Vielfalt im ländlichen Gartenbau ausgebaut werden, in dem das Wissen über die Herkunft, Geschichte, regionale Verbreitung, Eigenschaften, historische Nutzung und aktuelle Verwendung der Kulturpflanzen gesammelt wird. Tauschbörsen, Ausstellungen, Vorträge, Führungen, Druck- und Internetveröffentlichungen sind Angebote, mit denen dieses Wissen Interessierten zugänglich gemacht werden soll.

"Die Artenvielfalt von Bauerngärten zu erhalten und zu verbreiten, kann nur durch tatkräftige Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung gelingen. Bürgerbeteiligung ist beim Aufbau eines regionalen Netzwerks zur Förderung von Genreserven in ländlichen Gärten gefragt. Denn ländlichen Gärten und ihre Kulturpflanzen sind als Kulturgut ein wichtiger Bestandteil der Identität", so Castensen.

Mithelfen kann jeder, der bereits einen ländlichen Garten bewirtschaftet, in dem traditionelle Nutz- und Zierpflanzen angebaut werden, oder wer Interesse daran hat, solche Pflanzensorten in seinem Garten zu kultivieren oder anderweitig einen Beitrag zur nachhaltigen Förderung der biologischen Vielfalt in Bauerngärten leisten möchte. Die Kontaktadresse lautet: Büro für Vegetationskunde, Tierökologie und Naturschutz (BfVTN), E-Mail: Denz.Gartenvielfalt@t-online.de oder LWL-Freilichtmuseum Detmold, E-Mail: lwl-freilichtmuseum-detmold@lwl.org, Tel. 05231/706-0.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Ruth Lakenbrink, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Tel. 05231/706-110
presse@lwl.org



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32760 Detmold
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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