LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 13.10.11

Foto zur MitteilungDas vor 50 Jahren geschlossene deutsch-türkische Anwerbeabkommen steht im Mittelpunkt der Reihe "Pott-Püree" auf der Zeche Hannover. Das Foto zeigt türkische Spaziergängerinnen im Schatten des Malakowturms. Foto: LWL / Brigitte Kraemer

Foto zur MitteilungDie Einwanderer haben Spuren hinterlassen - Installation von Marcus Kiel mit ausgedienten Bergarbeiterschuhen vor dem Malakowturm der Zeche Hannover.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Pott-Püree" - Interkulturelle Wochen im LWL-Industriemuseum

50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen steht im Mittelpunkt

Bewertung:

Bochum (lwl). "Melting Pott" Ruhrgebiet - auch in der Kultur-Szene ist das Revier ein Schmelztiegel. Davon können sich Besucher des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover überzeugen. Ein vielseitiges Programm hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) für sein "Pott-Püree" zusammengestellt. Bereits zum vierten Mal bietet das LWL-Industriemuseum in Bochum vom 16. bis 30. Oktober ein Programm aus Führung, Film, Musik, Lesung und Diskussion aus dem Bereich der Interkultur.

Am Sonntag, 16. Oktober, um 15 Uhr führt die Geschichts-Tour "Wege der Migration" durch 150 Jahre Zuwanderungsgeschichte im Ruhrgebiet. Millionen von Menschen sind mit der Industrialisierung ins Revier gekommen - viele mit der Hoffnung auf gutes Geld für harte Arbeit, manche aber aus Zwang oder auf der Flucht. Heute leben Menschen aus 170 Nationen im Ruhrgebiet. Die Führung auf dem Rundweg gibt Einblicke in die wichtigsten Etappen der Migrationsgeschichte im Ruhrgebiet und präsentiert biografische Beispiele zu den einzelnen Themen.

"Einwanderer wider Willen im Einwanderungsland wider Willen? 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen". Zu diesem Thema wird der Migrationsexperte und Historiker Dr. Manuel Gogos aus Bonn am Donnerstag, 20. Oktober, um 19 Uhr einen Vortrag halten.

Der Vortrag zeichnet die Geschichte der Anwerbung vor allem aus der Perspektive der "Pioniere" nach: Was hat es für die erste Generation der so genannten Gastarbeiter bedeutet, nach Deutschland zu kommen? Wie waren die ersten Schritte aus dem anatolischen Dorf, die Reihenuntersuchungen beim deutschen Amtsarzt in der Deutschen Verbindungsstelle in Istanbul, die dreitägige Fahrt im überfüllten Sonderzug von Sirkeci, das Leben nach dem Rhythmus der Fließbandarbeit? Wie ging die Geschichte weiter? Und wie lassen sich aktuelle Integrationsdebatten aus dem Blickwinkel des Historischen neu bewerten?

Dendokumentarischen Film von Edith Schmitt und David Wittenberg "Pierburg - Ihr Kampf ist unser Kampf" aus dem Jahr 1974 zeigt das LWL-Inustriemuseum am Freitag, 21. Oktober, um 19 Uhr. Er zeichnet die Entwicklung des Streiks beim Automobilzulieferer Pierburg in Neuss nach und beleuchtet die wichtigsten Akteure und Motive. Im August 1973 legten hunderte von Frauen die Arbeit nieder. Sie demonstrierten gegen die schlechte Bezahlung in "Leichtlohngruppen" und setzten sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie ausländischen und deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Im Anschluss an die Filmvorführung gehen in einer offenen Diskussionsrunde der damalige Betriebsrat Peter Leipziger und die Journalistin Claudia Piel der Frage nach der Wirkung des Streiks und der Bedeutung für die Arbeitsmigranten in Deutschland nach.

Am Donnerstag, 27. Oktober, um 19 Uhr liest Hawa Gülcan Ayvalik aus ihrem Buch "Verheimatet. Wie Menschen aus der Türkei nach Deutschland kamen und warum sie hier blieben". Türkische Einwanderer der ersten Stunden, aber auch Angehörige der zweiten und dritten Zuwanderergeneration, die in Deutschland geboren sind, geben in dem Band tiefe Einblicke in die Erfahrungen von Zuwanderern aus der Türkei. Die Geschichten berichten von Reise, Ankunft, Alltag in Deutschland, von Begegnungen, Verständnis und Missverständnissen, von Hoffnungen und Ängsten. Die Lesung wird von Musik auf der Oud begleitet.

Die Reihe "Pott-Püree" ist eine Zusammenarbeit des LWL-Industriemuseums mit dem Festival der Kulturen "Melez".

Führung: "Wege der Migration"
Fr, 16. Oktober, 15 Uhr

Treffpunkt: Zechenvorplatz
Die Teilnahme ist kostenfrei

Vortrag: "50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen"
Do, 20. Oktober, 19 Uhr

Treffpunkt: Grubenlüftergebäude
Die Teilnahme ist kostenfrei

Film und Diskussion: "Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf"
Fr, 21. Oktober, 19 Uhr

Treffpunkt: Grubenlüftergebäude
Die Teilnahme ist kostenfrei

Lesung und Musik: "Verheimatet"
Do, 27. Oktober 19 Uhr

Treffpunkt: Grubenlüftergebäude
Die Teilnahme ist kostenfrei



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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