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Mitteilung vom 27.09.11

Foto zur Mitteilung2000 Jahre Stadtgeschichte auf 80 Quadratmetern: Die Grabungen an der Mühlenstraße in Paderborn. Foto: LWL/Spiong

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Presse-Infos | Kultur

2000 Jahre auf 80 Quadratmetern

Stadtarchäologie Paderborn der LWL-Archäologie für Westfalen erforscht Siedlung am Fuß der Kaiserpfalz

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Paderborn (lwl). Zwei Monate lang untersuchte die Stadtarchäologie Paderborn der LWL-Archäologie für Westfalen die Spuren frühester Besiedlungen am Fuße der Paderborner Kaiserpfalz. Am Dienstag (27.9.) beendeten die Wissenschaftler die Ausgrabungen in der Mühlenstraße - mit neuen Erkenntnissen über die Besiedelungsgeschichte des Areals bis in die vorrömischen Eisenzeit. "Seit dem 16. Jahrhundert gab es an dieser Stelle keine Bodeneingriffe mehr, " erklärt LWL-Archäologe Dr. Sven Spiong, "das erklärt den guten Erhaltungszustand der Siedlungsspuren bis heute".

Die Grabungsfläche der Archäologen war nur 80 Quadratmeter Meter groß, doch auf ihr finden sich Spuren einer langen Geschichte: "Wir haben hier auf kleinster Fläche alleine fünfzig Gruben aus einem Zeitraum von über 2000 Jahren gefunden," so Spiong. "Der fruchtbare Lössboden und die Paderquellen machten das Gebiet schon in der Eisenzeit zu einem bevorzugten Siedlungsgebiet." Pfostenlöcher und Baugruben, die aus der Zeit um 300 vor Christus stammen, beweisen dies.

Die Grabungen haben auch Neues über die mittelalterliche Geschichte des Ortes erbracht, der laut einer Quelle aus dem Jahr 1036 Aspethera hieß: "Wir haben erste Nachweise für eine Besiedlung schon im frühen Mittelalter - bislang gab es nur Belege aus einer Zeit rund 100 Jahre später", freut sich Spiong. Dieser früheste mittelalterliche Fund ist ein sogenanntes Grubenhaus aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts - ein in den Boden eingetiefter Bau ohne Wände, dessen Spitzdach bis auf den Boden reichte und der wahrscheinlich als Web-Werkstatt diente . "Damit wissen wir nun sicher, dass hier kontinuierlich seit der Zeit Karls des Großen gesiedelt wurde", meint Spiong. Im 9. Jahrhundert hatte die Siedlung mit 50 mal 200 Metern bereits beträchtliche Ausmaße - in dieser Zeit befanden sich hier weitläufige Gehöfte. Im 12. Jahrhundert wurde das Dorfareal in die Stadt Paderborn einbezogen - was auch eine bauliche Neuorganisation zur Folge hatte: Das Gelände wurde parzelliert und einem neu angelegten Straßenraster unterworfen. Die Wohngebäude lagen nun direkt an den Straßen, dahinter befanden sich Hofanlagen mit Wirtschaftsgebäuden. Die Archäologen fanden hier unter anderem Brunnenanlagen aus der Zeit des 13. Jahrhunderts und einen Ofen.

Ähnlich gute Fundsituationen vermuten die Archäologen auch für die angrenzenden nicht unterkellerten Grundstücke. Das Grabungsteam ist sich einig, dass im Paderborner Ückernviertel noch viel Arbeit auf die Stadtarchäologie wartet.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Eva Masthoff, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-8920,
presse@lwl.org



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