LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 31.08.11

Foto zur MitteilungStellten das neue TextilWerk vor: (v.l.) Dirk Zache, Prof. Uwe R. Brückner, Dr. Wolfgang Kirsch, Dr. Hermann Josef Stenkamp und Michel Casertano.
Foto: LWL/Holtappels


Foto zur MitteilungVon der Dachterasse aus genießen Besucher einen Blick über Bocholt.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDas Bistro im TextilWerk kann für Feiern gemietet werden.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungEhrenamtler Hartmut Hildebrand hält den historischen Bandwebstuhl in der Ausstellung "Zwischen-Räume" in Schuss.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungGerd Hölker, Restaurator des LWL-Industriemuseums, an einer Ringspinnmaschine in Bocholt.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie Künstlerin Laura Ford bei der Arbeit an einer ihrer Figuren in Bocholt.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie Ausstellung zeigt u.a. Arbeiten von Laura Ford aus der Serie "Glory Glory", mit denen Laura Ford 2005 Wales auf der Biennale in Venedig vertrat.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungArbeiten aus der Serie "Anatomie" von Magdalena Abakanowicz.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungArbeiten aus der Serie "Anatomie" von Magdalena Abakanowicz.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungThemen rund um die Baumwolle greift die Ausstellung "Zwischen-Räume" auf.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie Außenansicht des Restaurants bei Tag...
Foto: ATELIER BRÜCKNER, mac tanó


Foto zur Mitteilung...und bei Nacht.
Foto: ATELIER BRÜCKNER, mac tanó


Foto zur MitteilungLichtdurchflutet, entwickelten die Spinnsäle mit ihren Säulen auf allen vier Etagen eine besondere Atmosphäre.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

LWL eröffnet TextilWerk in Bocholt

Historische Spinnerei als neuer kultureller Leuchtturm

Bewertung:

Bocholt (lwl). Ein gläserner Kubus hoch über der Stadt, darunter vier Etagen mit viel Platz für Geschichte, Kunst und Kreativität - das ist der neue "kulturelle Leuchtturm" in Bocholt. Am Freitag (2. September) eröffnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die historische Spinnerei Herding als zweiten Teil seines Textilmuseums. 5,9 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II wurden in den vergangenen zwei Jahren verbaut. 6.000 Quadratmeter Fläche stehen nun für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Mit einem kompakten Kulturprogramm, das von hochkarätiger Textilkunst bis zur Kriminacht reicht, feiert das über 100 Jahre alte Gebäude an der Aa seinen ersten großen Auftritt. Bis November haben Besucher Gelegenheit, das sanierte Denkmal mit seinen Ausstellungen zu besichtigen und Eindrücke vom künftigen Potential der alten Fabrik zu gewinnen.

"Dieses Haus ist ein kultureller Leuchtturm und hat das Potential, in den kommenden Jahren Strahlkraft weit über die Region hinaus zu entfalten", erklärte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Mittwoch (31.8.) vor der Presse in Bocholt. Ein neuer Name macht die räumliche wie inhaltliche Erweiterung deutlich: Statt Textilmuseum wird der Bocholter Standort des LWL-Industriemuseums künftig unter dem Namen TextilWerk mit den beiden Teilen Weberei und Spinnerei firmieren. "Der Name steht für ein neues Konzept. Das Museum wird zum Forum, zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs. Gleichzeitig klingt im Begriff Werk auch die historische Fabrik mit, in der allerdings heute Kunst, Kultur und Kreativität verarbeitet werden", erläutert Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums, sein Konzept für das neue Haus.

Nach dem Umbau unter der Leitung des renommierten Stuttgarter Architekturbüros ATELIER BRÜCKNER zeigt die Spinnerei weiterhin deutlich die Spuren der Arbeit und seiner 100-jährigen Geschichte. Auf allen vier Etagen entwickelt sich ein Zwiegespräch zwischen aktueller Nutzung und historischem Bestand. "Dieses Gebäude atmet Geschichte, und das sollte so bleiben. Gleichzeitig wollten wir neue Akzente setzen und eine Atmosphäre schaffen, die Kunst und Kreativität Raum gibt", so Prof. Uwe R. Brückner.

Abblätternde Farbschichten und zerschlissene Betonböden wurden deshalb bewusst belassen und kontrastiert mit modernen Einbauten, allen voran die rote Stahltreppe, die in den 20 Meter hohen Seilgang eingebracht wurde, dazu klare Kuben für den Shop und Servicebereiche sowie die Gast-ronomie auf dem Dach.

Das neue Bistro mit Dachterrasse ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Höhepunkt des Umbaus. Nachts ist der leuchtende Glaskubus schon von weitem zu sehen. Aus luftiger Höhe genießen Besucher den Ausblick über die ganze Stadt. Stahlstäbe vor der Glasfassade deuten textile Strukturen an; Sheddächer als Oberlichter sind ein Zitat aus der Fabrikarchitektur der unmittelbaren Umgebung.

Auch städtebaulich setzt das TextilWerk Akzente: Die Lage zwischen Fußgängerzone und Aasee ermöglicht es, das gesamte Umfeld diesseits und jenseits der Aa deutlich aufzuwerten. "Im Rahmen der Regionale 2016 bestehen hier gute Chancen, diesen Weg gemeinsam mit unseren Partnern von Land, Kreis und Stadt weiter zu verfolgen", so Kirsch. Im Rahmen der Spinnerei-Eröffnung haben Besucher in den nächsten Monaten erstmals Gelegenheit, das einst geschlossene Industriequartier zu durchschreiten: Eine provisorische Pontonbrücke über die Aa wird die Spinnerei mit dem alten Standort des Textilmuseum verbinden.


Eröffnungsprogramm

Das Eröffnungswochenende findet von Freitag, 2.9., bis Sonntag, 4.9., statt. Nach dem offiziellen Festakt am Freitagvormittag öffnen sich die Türen zur Spinnerei um 15 Uhr für die Öffentlichkeit. Führungen, Musik und Theater stehen am Nachmittag auf dem Programm. Im neuen Wechselausstellungsraum im Erdgeschoss vermittelt die Ausstellung "Zwischen-Räume" erste Eindrücke von der künftigen Museumsarbeit: Technik, Stoffe und Betriebe, Globalsierung und Ökologie, Kunst, Design und Mode. "Das Textile steckt voller Themen. Und unsere Sammlung an Maschinen, Musterbüchern und Objekten gehört zu einer größten in Europa. Da haben wir reichlich Stoff für Dauer- und Sonderausstellungen", erklärt Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp. Das neue Haus wird an diesem Eröffnungstag bis Mitternacht geöffnet sein.

Freitagabend um 20 Uhr wird im Drosselsaal im zweiten Obergeschoss - dem schönsten Raum des Gebäudes - die Ausstellung "Magdalena Abakanowicz - Laura Ford. Atelier.Industrie
(s. gesonderte Pressemitteilung) eröffnet. Präsentiert werden textile Skulpturen der beiden international renommierten Künstlerinnen Laura Ford (London) und Magdalena Abakanowicz (Warschau). "Den ersten Vortrag zu den Spinnereiplänen in Bocholt hatte ich vor einigen Jahren unter den Titel 'London - New York - Bocholt‘ gestellt. Die beiden Künstlerinnen sind diesen Weg genauso gegangen, mit vielen Zwischenstationen, darunter allein fünfmal der Biennale in Venedig. Ich denke, Bocholt hat gute Chancen, d e r Ort für Textil-Kunst in Europa zu werden", blickt Dirk Zache in die Zukunft.

Der Samstag und Sonntag stehen ganz im Zeichen des Eröffnungsfestes mit Kulturprogramm, Führungen durch Gebäude und Ausstellungen, Vorführungen historischer Maschinen und kreativen Angeboten für Kinder (10-18 Uhr, Eintritt frei!).


In den folgenden Wochen erwarten die Besucher in der Spinnerei dann zahlreiche Veranstaltungen: Vom Konzert im Rahmen des Münsterland-Festivals, über die Kriminacht, eine große Show der Mode bis hin zu kulinarischen Abenden und Comedy der "Bühne Pepperoni", die in der Spinnerei ein neues Domizil gefunden hat.

Der Eröffnungsbetrieb wird gefördert durch die LWL-Kulturstiftung. Die Stadtsparkasse Bocholt sponsort einen wesentlichen Teil der Eröffnungsprogramme. Am 20. November endet die erste Saison mit regulären Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr). In den Wintermonaten ist das Haus an der Industriestraße für Gruppenführungen und Veranstaltungen geöffnet.


Hintergrund Textilmuseum

Das Textilmuseum in Bocholt ist einer von acht Standorten des LWL-Industriemuseums. Weil ein historisches Gebäude seinerzeit nicht zur Verfügung stand, beschloss die Landschaftsversammlung zunächst den Nachbau einer typischen Weberei aus der Zeit der Jahrhundertwende als Standort für ein Textilmuseum. 1989 wurde an der Aa Eröffnung gefeiert. Im Jahr 2004 konnte der LWL den viergeschossigen Backsteinbau der in den 1970er Jahren stillgelegten Spinnerei Herding in Sichtweite zum heutigen Museum mit finanzieller Unterstützung des Landes, des Kreises Borken, der Stadt Bocholt und der Sparkasse Bocholt erwerben. 2009 begann der Umbau mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II.

Hintergrund Unternehmen und Gebäude

Das Spinnen und Verweben von Baumwolle hat in Bocholt eine lange Tradition. Über 450 Jahre lang prägt eine Faser, die aus Übersee importiert werden muss, das Wirtschaftsleben Bocholts und der gesamten Region. Vor allem zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg boomte die Branche: Bocholt zählte bis zu 80 Textilbetriebe. Die Spinnerei und Weberei Herding ist ein typisches Beispiel: Eine Handweberei war die Keimzelle eines der zeitweilig größten Textilbetriebe der Stadt, gegründet 1870 von Heinrich Schüring und seinem Schwager Max Herding.

Als es sich in den Jahren hoher Garnpreise nach 1900 lohnte, eigene Spinnereikapazitäten aufzubauen, entschied sich Max Herding jun. zum Bau einer Spinnerei neben der bestehenden Weberei. Er wählte dazu das Architekturbüro Sequin & Knobel in Rüti bei Zürich.

Die Schaufassade des viergeschossigen Gebäudes mit dem repräsentativen Wasserturm zeigte zur Innenstadt und kündete von dem neuen aufstrebenden Unternehmen: Mit fast 600 Webstühlen und 23.600 Spindeln gehörte die "Spinnweb" Herding lange Zeit zu den größten Bocholter Textilbetrieben. 1943 wurde der zur Straße gelegene Teil mit dem Wasserturm bei einem Luftangriff zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1949/50 in schlichten Formen und ohne den Turm. Anfang der 1960er Jahre begann die Krise.

Als Kammgarnspinnerei und Weberei konnte die Produktion unter neuen Eigentümern noch bis 1973 in reduzierter Form aufrecht erhalten werden. Dann ließ man alle Hallen räumen, die Maschinen verkaufte und verschrottete man, um die Flächen als Lagerraum zu vermieten.

Achtung Redaktionen:
Den Pressetext auf Niederländisch finden Sie als pdf-Dokument im Anhang. Eine weitere Pressemitteilung zu diesem Thema finden Sie unter folgendem Link:

http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=25241



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: NL_Pressetext_Eröffnung_Spinnerei.pdf


LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum - TextilWerk Spinnerei
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Industriestraße 5
46395 Bocholt
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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