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Mitteilung vom 24.06.11

Foto zur MitteilungDer mit großem Publikumserfolg in der DDR veröffentlichte Film "Die Legende von Paul und Paula" gilt heute als Kultfilm aus den DEFA-Studios.
Foto: Norbert Kuhröber, Progress Film-Verleih


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Presse-Infos | Kultur

LWL-Filmreihe startet: "Mauerblümchen" - DDR-Alltag im DEFA-Film

Bewertung:

Münster (lwl). Vor 50 Jahren wurde mit dem Bau der Mauer die Teilung Deutschlands für lange Zeit besiegelt. Neben der innerdeutschen Grenze ist von der DDR im Westen vor allem die dauerhafte Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung durch die "Stasi" im allgemeinen Gedächtnis. Wie der Alltag für die Menschen im Ostteil Deutschlands zwischen politischer Vereinnahmung und privatem Glück aussah, wollen der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Villa ten Hompel und das "Cinema" mit der Filmreihe "Mauerblümchen. DDR-Alltag im DEFA-Film" zeigen, die am Mittwoch (29.06.) mit dem Film "Berlin - Ecke Schönhauser" beginnt.

Die Filmreihe zeigt vier Filme aus vier Jahrzehnten DDR. Die DEFA (Deutsche Film AG) drehte als einzige offiziell filmproduzierende Organisation der DDR insgesamt etwa 700 Spielfilme. "Es sind gerade die Momente der Kritik am eigenen Staatssystem, die viele DEFA-Produktionen aus heutiger Sicht so interessant machen", sagt Jan Telgkamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter des LWL Medienzentrums für Westfalen und Initiator der Filmreihe. "Jenseits vordergründiger ideologischer Vorgaben spiegeln die Filme von damals - manchmal absichtlich, manchmal eher nebenbei - anschaulich und anrührend die Freuden und Nöte des Alltags der Menschen im real existierenden Sozialismus."

Die vier Spielfilme der Reihe erlauben so einen Blick in das Leben hinter der Mauer auch jenseits der offiziellen SED-Propaganda. Ihre Themen reichen vom Jung sein in den 1950ern (Berlin, Ecke Schönhauser) über ostdeutsche Flower Power (Die Legende von Paul und Paula) sowie Arbeitsroutine und Perspektivlosigkeit in den 1970ern (Die Flucht) bis zu Liebe, Freundschaft und Selbstfindung in den 1980ern (Ete und Ali).

Die abendlichen Filmforen finden vom 29. Juni bis zum 20.Juli jeweils mittwochs um 19 Uhr im "Cinema & Kurbelkiste", Warendorfer Str. 34 in Münster statt. Sie werden umrahmt von einer kurzen Einführung und einer anschließenden Diskussion mit Referenten aus Film und Wissenschaft. Bei Interesse werden alle Filme am jeweiligen Tag auch um 11 Uhr als Schulveranstaltungen angeboten. (Infos und Anmeldung für die Schulveranstaltungen unter 0251 - 591 3913 oder medienzentrum@lwl.org).


Die Filme:
Mittwoch, 29. Juni 2011, 19 Uhr
Berlin - Ecke Schönhauser
Der Jugendfilm aus dem Jahr 1957 von Gerhard Klein dreht sich um eine Gruppe "Halbstarker" aus Berlin, Prenzlauer Berg und ihre alltäglichen Probleme mit der spießigen Enge in der frühen DDR. Der Film wurde 1995 vom Verbund Deutscher Kinematheken zu einem der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten gewählt. In den Film führt der Filmwissenschaftler Dr. Hans Gerhold aus Münster ein.


Mittwoch, 06. Juli 2011, 19 Uhr
Die Legende von Paul & Paula
Der Liebesfilm von Heiner Carow gilt heute als einer der Kultfilme aus den DEFA-Studios. Die beiden starken Hauptdarsteller, die Musik der "Puhdies" und die Botschaft vom privaten Glück, das stärker ist als alle gesellschaftlichen Konventionen, bescherten dem Film bereits in der DDR einen großen Publikumserfolg. Amina Johannsen, Medienbildungsreferentin im LVR-Zentrum für Medien und Bildung (Düsseldorf) und selbst in der DDR aufgewachsen, wird in den Film einführen und ihn anschließend zur Diskussion stellen.


Mittwoch, 13. Juli 2011, 19 Uhr
Die Flucht
Roland Gräfs Film aus dem Jahr 1977 ist einer der wenigen Filme in der DDR, der das Tabuthema "Flucht in die Bundesrepublik" behandeln. Hauptdarsteller Armin Müller-Stahl spielt einen Arzt, der frustriert von Mangelwirtschaft und Perspektivlosigkeit seine Flucht in den Westen plant. Es war Müller-Stahls letzter Film für die DEFA. Wenige Jahre später emigrierte er selbst in die Bundesrepublik. Die Einführung und die Diskussion leitet Prof. Dr. Thomas Großbölting vom Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.


Mittwoch, 20. Juli 2011, 19 Uhr
Ete und Ali
'Ete und Ali‘ von Peter Kahane ist ein tragisch-komisches Roadmovie über ein ungleiches Freundespaar und das Erwachsenwerden in der DDR Mitte der 1980er Jahre. In der Hauptrolle spielt der junge Jörg Schüttauf, der heute vor allem durch seine Rolle als Frankfurter Tatort-Kommissar bekannt ist. Prof. Dr. Saskia Handro, Professorin für Geschichtsdidaktik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und ebenfalls in der DDR geboren, wird in den Film einführen und für Fragen zur Verfügung stehen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Jan Telgkamp, jan.telgkamp@lwl.org, Tel. 0251-591-3913
presse@lwl.org



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