LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 17.05.11

Foto zur MitteilungDas neue LWL-Hörbuch beschäftigt sich mit der Geschichte der Entschädigung von NS-Unrecht.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungChristoph Spieker (Leiter der Villa ten Hompel), Klaus Schelp (Präsident des Landgerichts), Historiker Daniel Gollmann (Autor des Hörbuchs), Dr. Markus Köster (Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen) bei der Übergabe des Hörbuchs im Landgericht Münster.
Foto: Villa ten Hompel


Foto zur MitteilungHistoriker Daniel Gollmann (Autor des Hörbuchs) während der Präsentation des Hörbuchs im Landgericht Münster.
Foto: Villa ten Hompel


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Presse-Infos | Kultur

"Gestern kein Recht, heute keine Gerechtigkeit"

Neues Hörbuch zum Thema "Wiedergutmachung" von NS-Unrecht

Bewertung:

Münster (lwl). Mehr als sechs Millionen Menschen wurden Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Wie kann man entschädigen für Terror, Grauen und Unrecht, das ganzen Bevölke-rungsgruppen angetan wurde? Wie lässt sich "wieder gut machen", was in keinem Fall ungeschehen zu machen ist? Dieser Frage widmet sich ein neues Hörbuch mit dem Titel "Gestern kein Recht, heute keine Gerechtigkeit - Der lange Weg zur Entschädigung von NS-Unrecht". Gemeinsam mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster und mit finanzieller Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Doppel-CD konzipiert und produziert.

"Mittels zeitgenössischer Originaltöne, nachgesprochener Quellen, Zeitzeugeninterviews und Kommentaren des Bochumer Zeithistorikers Prof. Dr. Constantin Goschler wird dieser besondere Aspekt der deutschen und auch westfälischen Nachkriegsgeschichte lebendig mit manchmal geradezu absurden Facetten des langen Weges zur Entschädigung", so Christoph Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel. Am Dienstag (17. Mai) überreichte Spieker das erste Exemplar an den Präsidenten des Landgerichts Münster, Klaus Schelp, überreichte. "Die große Geschichte begegnet den Hörern im Kleinen, aus dem Alltag ganz normaler Menschen heraus, und fordert zu einer kritischen Würdigung der westdeutschen 'Wiedergutmachung‘ auf."

Mit dem Bundesentschädigungsgesetz von 1956 versuchte die Bundesrepublik einen juristischen Weg zur "Wiedergutmachung" zu finden. Dieses Gesetz bildete die Grundlage für unzählige langwierige Verfahren, an deren Ende allzu oft keine finanzielle Entschädigung für die Opfer stand.

Im Fokus des von Daniel Gollmann konzipierten circa 85-minütigen Audio-Features stehen unter-schiedliche Schicksal und individuelle Erlebnisse. Ob Opfer, Verwaltungsbeamte, Juristen, Ärzte oder Politiker, sie alle waren in den Entschädigungsprozess involviert und erzählen ihre Geschichte.

Hintergrund
Unter anderem sichtete Gollmann für das Kapitel zu den Prozessen um das Bundesentschädigungsgesetz einen Bestand von knapp 1800 Prozessakten, der in der Villa ten Hompel lagert und aus den Registraturkellern des Landgerichts Münster stammt. Landgerichtspräsident Schelp zeigte sich bei der Präsentation der CD davon beeindruckt, wie nur schwer zu lesende, sperrige Akten in ein "eindringliches Hörerlebnis übersetzt" worden seien. Durch die Konzentration auf einzelne Fälle werde ein abstrakter bürokratischer Prozess erfahrbar und auch für Laien gut verständlich.

Die Doppel-CD ist das zweite Medium in der Reihe "Hörbücher zur historisch-politischen Bildung", die die Villa ten Hompel und das LWL-Medienzentrum gemeinsam herausbringen. "Die Reihe möchte die besonderen Möglichkeiten von Hörbüchern auch für die regionalhistorische Bildung erschließen", betonte Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums, bei der Präsentation. Wie kaum ein anderes Schulfach sei Geschichte auf jede Möglichkeit der Vergegenwärtigung seiner Inhalte angewiesen, ergänzte Gollmann. "Gerade Tonaufnahmen sind prädestiniert, neugierig auf die Beschäftigung mit Geschichte zu machen", so sein Fazit.


Die Villa ten Hompel beherbergte von 1954 bis 1968 das Dezernat für Wiedergutmachung des Regierungsbezirks Münster und war damit Anlaufstelle für Klagen und Ansprüche. Nicht immer konnten die Antragsteller auf Hilfe hoffen, da die Wiedergutmachung an strenge Kriterien gebunden war. So hatten zunächst nur diejenigen einen Anspruch auf Entschädigung, die aus rassischen und politischen Gründen verfolgt worden waren. Erst in den 1980er Jahren wurden auch andere, "vergessene" Gruppen wie Zwangssterilisierte und Homosexuelle als NS-Opfer anerkannt.


Gestern kein Recht, heute keine Gerechtigkeit?
Der lange Weg zur Entschädigung von NS-Unrecht

Reihe: Hörbücher zur historisch-politischen Bildung
Doppel-CD mit Booklet, ca. 85 Minuten, Preis 14,90 Euro
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster,
E-Mail: medienzentrum@lwl.org, Telefon: 0251 591-3902, Fax: 0251/ 591-3982,
http://www.westfalen-medien.lwl.org



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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