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Mitteilung vom 13.05.11

Foto zur MitteilungMax Frisch in Berlin während einer Lesung: Die Zeichnung befindet sich im LWL-Landesmuseum.
Foto:LWL


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Presse-Infos | Kultur

Ein Klassiker der Weltliteratur in der Sammlung des LWL-Landesmuseums

100. Geburtstag des Schriftstellers Max Frisch

Bewertung:

Münster (lwl). Kein anderer Schriftsteller aus der Schweiz - abgesehen von Friedrich Dürrenmatt - prägte die deutschsprachige Literaturszene der Nachkriegszeit so wie er: Architekt und Schriftsteller Max Frisch. Vor genau 100 Jahren wurde er am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Im Porträtarchiv Diepenbroick des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster befindet sich ein Konvolut mit 112 Blättern einer Künstlerin, die unter anderem den Weltliteraten zeigen.

Die Zeichnungen stammen von der Schweizer Künstlerin Dora von Steiger (1915 Bern - 2008 Bern), die ihren Landsmann Max Frisch während einer Lesereise in den sechziger Jahren in Berlin traf und ihn während einer Lesung in einer Federskizze festhielt. Diese zeigt den Schriftsteller stehend von der Seite und nicht wie so oft auf Grafiken und Fotos streng en face, also im Profil. Sein Kopf ist geneigt, die Hände zu einem Redegestus gefaltet. Die in diesem Fall eher ungewöhnliche Porträtstudie könnte als Vorlage für eine Zeitung gedient haben, da die Komposition von Markierungslinien und Pfeilen gerahmt ist. Der massige Kopf mit den zurückgekämmten Haaren ist in kantigen, teilweise sich stark verdichtenden Federstrichen detailreich durchgearbeitet, wohingegen die Umrisse der Gestalt nur skizzenhaft angedeutet sind.

Als passionierte Porträtzeichnerin begegnete Dora von Steiger in den fünfziger und sechziger Jahren zahlreichen berühmten Persönlichkeiten aus Kultur und Politik, unter anderem Willy Brandt, Josephine Baker, Jean Cocteau und Walt Disney. Sie alle verewigte sie auf Papier, in Federzeichnungen wie "Max Frisch, in Berlin" (Titel der Porträtzeichnung).

"Schreiben heißt: sich selber schreiben" - das Motto des Schweizer Autors begleitete ihn durch seine zahlreichen Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, Tagebüchern, Essays und Reisereportagen, in denen er immer wieder der Frage nach der Schicksalshaftigkeit des Lebens und der Schuld und Ohnmacht des Einzelnen in der Gesellschaft nachgeht. In seinem berühmtesten Roman, dem 1957 erschienenen "Homo faber", verliebt sich ein rational denkender, fortschrittsgläubiger Ingenieur, ohne es zu wissen, in die eigene Tochter und zerbricht daran. Die Suche nach der der eigenen Identität, nach den Rollen, die jemand freiwillig oder unfreiwillig im Leben spielt, war Frischs Triebfeder für das Schreiben.

Bildangaben:
Porträtstudie Max Frisch (1911-1991),
gezeichnet von Dora von Steiger (1915 Bern - 2008 Bern)
Federzeichnung auf Papier, Berlin frühe 60er Jahre
Signiert r. u., D. v. Steiger
Bez. l. u. "Max Frisch, in Berlin"
29,7 x 21,0 cm (Blatt )
Porträtarchiv Diepenbroick



Pressekontakt:
Nadine Block, Telefon 0251 5907-311 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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