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Mitteilung vom 05.05.11

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Glasmalerei - nur Kunst?

Vortrag im Mindener Dom von Dr. Annette Jansen-Winkeln

Bewertung:

Minden/Petershagen (lwl). Wie sind Glasmalereien aus moderner Sicht zu bewerten? Welche Funktion erfüllten sie in der Vergangenheit? Wie können sie erhalten werden? All diesen Fragen geht Dr. Annette Jansen-Winkeln, Leiterin der Forschungsstelle Glasmalerei, in ihrem Vortrag 'Glasmalerei - nur Kunst‘ nach. Er findet am Donnerstag 26. Mai, um 19 Uhr im Dom zu Minden statt und wird veranstaltet von dem Dombau-Verein Minden e.V., der Dom-Gemeinde Minden und dem LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim.

Seit je hat funkelndes Glas die Menschen fasziniert, haben sie in großen, leuchtenden Bildern ihre Geschichte und ihren Alltag dargestellt. In Ratssälen repräsentieren ausgewählte Berufsgruppen den Reichtum der Stadt; in Schulen zeugen Glasmalereien von humanistischer Bildung; in Kirchen künden christliche Botschaft und Heiligenlegenden von abendländisch-christlicher Tradition.

Die Blütezeit der Glasmalerei im 20. Jahrhundert - noch bedeutender als das Mittelalter - begann mit der Begeisterung des Jugendstils und der Expressionisten an individueller Raumgestaltung, zu der auch die bemalte Wand und das gestaltete Fenster gehörten.

Jeder kennt Glasmalerei und hat eine Vorstellung davon, und doch sind diese strahlenden Kulturwerke noch nie untersucht worden, kennt kaum jemand die Hunderte von Künstlern, die diese Kulturwerke geschaffen haben. Dabei gibt es keine andere Kunstform, die wie die Glasmalerei vom Bürger gespendet wurde, die als demokratisch diskutierte Kunst unsere demokratische Gesellschaft widerspiegelt.

Zugleich ist Glasmalerei in ihrer Existenz bedroht: In öffentlichen Gebäuden wird sie ein Opfer des Wärmeschutzes in den Fenstern; Kirchenumbauten, Profanierungen oder gar Abrisse vernichten Glasmalereien, bevor sie eine Chance hatten, ins öffentliche Bewusstsein zu gelangen.

Die Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V. mit Sitz in Mönchengladbach arbeitet seit fast zwanzig Jahren daran, die Werke der Glasmalerei zu erheben und zu dokumentieren, um eine Grundlage für ihre Erforschung zu schaffen und ihre Werte bewusst zu machen. In ihrem Vortrag wird Jansen-Winkeln, die Leiterin und Mitgründerin der Forschungsstelle, die vielen Facetten der Glasmalerei aufzeigen und den Kampf um ihren Erhalt schildern. In flächendeckenden Projekten konnten bereits 50.000 Glasmalereien erfasst werden. Vorläufiges Ziel nach der bereits erfolgten Aufnahme der Glasmalereien im Großherzogtum Luxemburg und der niederländischen Provinz Limburg ist die Erhebung der Glasmalerei in ganz Nordrhein-Westfalen, wovon etwa die Hälfte bereits erhoben ist.

"Die Beschäftigung mit der Glasmalerei ist jeden Tag spannend wie die Archäologie," so Jansen-Winkeln, "nur mit dem Unterschied, dass es sich hier um unsere jüngste Kulturgeschichte handelt, und dass jeder mithelfen kann, Zeitzeugen ausfindig zu machen, versteckte Informationen zu finden und zum Erhalt der Werke beizutragen".



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Katrin Holthaus, LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim, Telefon: 05707 9311-30,
presse@lwl.org



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