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Mitteilung vom 29.03.11

Foto zur Mitteilung1992 installierte Ellsworth Kelly selbst anlässlich einer Ausstellung das Werk in der Eingangshalle des heute abgerissenen LWL-Landesmuseums.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Frühjahrsputz eines gefangenen Giganten

LWL-Landesmuseum restauriert großes Kunstwerk von Kelly

Bewertung:

Münster (lwl). Die Black and White Panels des Künstlers Ellsworth Kelly sind mit einer Größe von 5,28 x 2,59 Metern das größte Kunstobjekt im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Doch was passiert mit einem solchen Werk, wenn ein Museum umgebaut wird? Für einige Stücke der Sammlung ergibt sich die seltene Gelegenheit, sie zu restaurieren, was in diesem Falle aufgrund der Größe eher mit größeren, als mit kleineren Schwierigkeiten verbunden ist. Während das Museum des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kleine Exponate mühelos in die hauseigene Restaurierungswerkstatt schaffen kann, so bringen allein Transport und Lagerung eines solchen Giganten ungeahnte Probleme mit sich.

Kellys Installation befand sich im alten Foyer des Museums und wurde vor dem Abriss des Gebäudes in einen benachbarten Ausstellungsraum gebracht, der während der Neubauphase als Magazin genutzt wird. Anschließend wurde der Eingang zu diesem Raum zugemauert, weil er direkt an der Nahtstelle zwischen Altbau und Neubau liegt. Das Kunstwerk wird seine jetzige Lagerstätte also erst wieder verlassen können, wenn der Neubau fertiggestellt ist und mit dem historischen Altbau verbunden wird.

Die Fachleute bearbeiten die Black and White Panels im Depot mit Hilfe einer extra hierfür gebauten Arbeitsbühne, die es der Restauratorin Frauke Wenzel überhaupt erst ermöglicht, ihre in diesen Dimensionen eher untypische Arbeit durchzuführen. "Unsere Restauratorinnen arbeiten sonst im Zentimeterbereich, da ist eine flächige Reinigung in dieser Größenordnung ungewöhnlich", erklärt Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Frauke Wenzel: "Eigentlich handelt es sich bei meiner Arbeit an dem Objekt um eine Konservierung, da ich das Bild von Fingerabdrücken, Staub und Fliegenexkrementen reinige und kleinere Kratzer aufarbeite."

Hintergrund
1992 installierte Kelly selbst anlässlich seiner Ausstellung "Ellsworth Kelly - Die Jahre in Frankreich 1948-1954" das Werk in der Eingangshalle des heute abgerissenen Museums. Ein Jahr später konnte das Bild mit Hilfe des Landes NRW erworben werden, so dass es auch nach Ende der Ausstellung der Sammlung des LWL-Landesmuseums erhalten blieb.

Ellsworth Kelly wurde am 31. Mai 1923 in Newsburgh im Staate New York geboren. Er studierte 1941-1943 am Pratt Institut in Brooklyn und setzte sein Studium nach Ende des Zweiten Weltkrieges an der Bostoner School of The Museum of Fine Arts fort. 1948 ging er nach Paris an die École des Beaux-Arts und erhielt von 1950-1951 einen Lehrauftrag für die Pariser American School. 1954 kehrte Kelly in die USA zurück, wo er noch heute in Spencertown nahe New York lebt.

Ellsworth Kelly gehört zu den bedeutendsten Künstler der amerikanischen Kunst nach 1945 und sorgte unter anderem mit seiner Farbflächenmalerei für Aufsehen. Seine Bilder sind geprägt von einer gewissen Grenzenlosigkeit: Sie verschmelzen mit ihrer Umgebung und heben die Trennung von Bildraum und Realraum auf. Zugleich werden seine Werke erst im Prozess des Sehens zu einer Einheit, da sie oftmals aus verschiedenen Objekten und Figuren zu bestehen scheinen. Durch Ausstellungen in den großen Museen dieser Welt unter anderem in New York, London, München und Venedig erlangte er internationalen Ruhm und Anerkennung. Er war auf der documenta in Kassel seit 1964 bereits viermal mit seinen Werken vertreten.



Pressekontakt:
Miriam Heintz, Telefon 0251 5907-311, presse.landesmuseum@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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