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Mitteilung vom 17.03.11

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Jüdische Kulturtage auch in Münster

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Münster (lwl). Am Sonntag (20. März) startet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW und in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit "Die Linse" eine Filmreihe zum "Jüdischen Humor im zeitgenössischen Film". Um 17 Uhr führt Filmpädagoge Ernst Schreckenberg im LWL-Landeshaus in Münster in einem multimedialen Vortrag ein in die "Komik des Schlamassels - Formen jüdischen Humors im Film".

So wie jüdische Witze ein Markenzeichen jüdischen Humors sind, so ist die komische Tradition des Kinos, und darüber hinaus die des gesamten Showbusiness, durch jüdische Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseure geprägt. In seinem Streifzug durch die Filmgeschichte, von den frühen Tagen des Kinos bis in die Gegenwart, stellt Ernst Schreckenberg ausgesuchte Höhepunkte vor - neben bekannten Beispielen auch einige Entdeckungen.

Die Filmreihe des LWL-Medienzentrums für Westfalen zeigt im März und April in einer Auswahl aus zeitgenössischen Werken der vergangenen Jahre sieben besonders gelungene Beispiele "jüdischen Humors". Die Filme werden jeweils mittwochs abends und sonntags nachmittags im Cinema Münster vorgeführt und von Journalist Stefan Jung eingeleitet.

Den turbulenten Auftakt macht die Komödie "Alles was ich an euch liebe", in der die Jüdin Leni ihren palästinensischen Verlobten Rafi in ihre Familie einführen möchte (Mittwoch, 23. März um 19 Uhr im Cinema). Vor allem Lenis Mutter Gloria schwant Böses. So wird das erste Aufeinandertreffen auch zur absoluten Katastrophe, nicht nur dank der zahlreichen Neurosen von Lenis Familie.

Weitere Termine der Filmreihe:
So 27. März 2011, 17 Uhr: Der Tango der Rashevskis
Mi 30. März 2011, 19 Uhr: Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy (frz. OmU)
So 3. April 2011, 17 Uhr: Alles ist erleuchtet
Mi 6. April 2011, 20.45 Uhr: Fünf Tage ohne Nora (span. OmU)
So 10. April 2011, 17 Uhr: El Abrazo Partido (span. OmU)
Mi 13. April 2011, 19 Uhr: A Serious Man

Weitere Informationen und Karten unter
http://www.cinema-muenster.de

Vortragsreihe

Ebenfalls im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW findet die Vortragsreihe des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte und der "Villa ten Hompel" statt. Unter dem Titel "Aus der Vergangenheit in die Verantwortung" beschäftigen sich vier Historiker mit der Frage, wer nach Kriegen und Diktaturen die Verantwortung für die begangenen Verbrechen übernimmt und wie das geschehen kann. Die Reihe schlägt mit Blick auf den Umgang mit den Hypotheken der NS-Vergangenheit einen Bogen von den Auseinandersetzungen mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik hin zur Zukunft der Erinnerung nach dem Ende der Zeitzeugenschaft.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 24. März, um 20 Uhr in der Villa ten Hompel Dr. Irmtrud Wojak, Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums in München, mit einem Beitrag über das wechselvolle Leben von Fritz Bauer, der als hessischer Generalstaatsanwalt den Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) maßgeblich initiiert hatte.
Prof. Friedhelm Boll widmet sich der Frage, wie die Erinnerungen von Zeitzeugen der NS-Zeit künftig weitergegeben werden können (31. März, 20 Uhr, LWL-Landeshaus).
Tom Wulf wird als freier Mitarbeiter der Villa ten Hompel seine Recherchen zur Rückerstattungspraxis in der britischen Zone am Beispiel einer jüdischen Frau aus Münster dokumentieren, die als Untergetauchte mit falscher Identität die Shoah überleben konnte (7. April, 20 Uhr, Villa ten Hompel).
Der Transfer historischer Erkenntnisse in ein allgemeingültiges "Prinzip Verantwortung" beschließt die Reihe mit einem eingehenderen Blick auf den jüdischen Philosophen Hans Jonas durch Axel Grube (14. April, 20 Uhr, LWL-Landeshaus).

Den Abschluss der Veranstaltungen in Münster bildet das Konzert "Kadima Collective meets Soundtrips NRW", zu dem die Black Box am 13. April 2011 um 20 Uhr ins Kulturzentrum cuba einlädt. Das Kadima Collective aus Israel ist ein Netzwerk von Musikern zeitgenössischer Improvisationsmusik. Sie organisieren Konzerte, betreiben ein eigenes Plattenlabel und fördern den Austausch mit ausländischen Musikern.

Anlässlich der Kulturtage war schnell die Idee geboren, eine musikalische Begegnung mit Musikern aus NRW zu veranstalten. International bekanntester Musiker des Kadima Collectivs ist Ariel Shibolet. Geboren 1972 in Ramat Gan, Israel, lebt er heute in Tel-Aviv. Er studierte zunächst klassische Musik und lernte Cello, später wechselte er zum Sopransaxophon. Als Musiker und Klangpoet hat er eine eigene Handschrift entwickelt, die ihn als einen der ungewöhnlichsten und interessantesten Improvisationskünstler seiner Generation ausweist.

Hintergrund: Jüdische Kulturtage NRW 2011
Unter dem Motto "einblicke - jüdisches [er]leben" und mit über 500 Veranstaltungen in 52 Städten starten am 20. März die "Jüdischen Kulturtage NRW 2011". Im Mittelpunkt steht die jüdische Kunst und Kultur, wie sie sich heute zeigt: dem Leben zugewandt. Die Geschichte wird dabei nicht vergessen, sie steht jedoch nicht im Zentrum der Veranstaltungen. Die Jüdischen Kulturtage NRW sind ein gemeinsames Projekt der 52 beteiligten Städte, der drei Landesverbände der jüdischen Gemeinden in NRW, der Landschaftsverbände Rheinland LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), des NRW Kultursekretariat Wuppertal und des Kultursekretariat NRW Gütersloh. Die Schirmherrschaft haben die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, übernommen.

http://www.juedische-kulturtage-nrw.de



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Fürstenbergstr. 14
48147 Münster
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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