LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 11.03.11

Presse-Infos | Kultur

Säugetiere aus Messel - Biologie und Evolution

Prof. von Koenigswald hält Vortrag im LWL-Naturkundemuseum

Bewertung:

Münster (lwl). Am Dienstag, 15. März, hält Prof. Dr. Wighart von Koenigswald vom Steinmann Institut (Paläontologie) der Universität Bonn um 19 Uhr einen Vortrag im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zum Thema Säugetiere aus der Grube Messel.

Die Fundstelle zahlreicher vorzüglich erhaltener Fossilien bietet einen ungewöhnlichen Einblick in die Säugetierfauna des Alttertiärs (Eozän) vor etwa 47 Millionen Jahren. Das Eozän ist für die Evolution der Säugetiere besonders interessant, weil sich zu dieser Zeit die modernen Säugetiergruppen herausgebildet haben. In vielen anderen Fundstellen kann man die einzelnen Arten der Säugetiere nur durch Gebissreste nachweisen, aber in Messel sind weitgehend vollständige Skelette, oft mit Schatten des Körperumrisses und in einigen Fällen sogar mit Mageninhalten überliefert. Das gibt es in der ganzen Erdgeschichte nur in ganz wenigen Fundorten.

In Messel ist es daher möglich, auch die Anpassungen der Säugetiere für bestimmte Bewegungsweisen, ja sogar für die bevorzugte Nahrung zu rekonstruieren. Daraus ergibt sich ein sehr lebendiges Bild dieser längst ausgestorbenen Tierarten. Manche Gruppen sind völlig erloschen, andere kommen noch in der modernen Fauna vor, haben sich allerdings weiter entwickelt.

Diese Evolution ist in den einzelnen Gruppen mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit erfolgt. So sind die fossilen Fledermäuse von den modernen kaum verschieden. Die Pferde und ebenso die Primaten haben aber im gleichen Zeitraum eine intensive Evolution durchlaufen.

Seit Juni 2010 zeigt das LWL-Museum für Naturkunde in Münster die weltberühmten fossilen Schätze aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel bei Darmstadt. Der Besucher sieht die größte Auswahl von Messel-Fossilien, die jemals für eine Sonderausstellung zusammengestellt wurde.

Prof. em. Dr Wighart von Koenigswald, Jahrgang 1941, hat Geologie und Paläontologie an der Universität Bonn studiert. Er war von 1977 bis 1987 Kustos am Hessischen Landesmuseum Darmstadt, wo er u.a. im Forschungsfeld "Fossillagerstätte Messel" tätig war. Bis 1987 lehrte er an der Universität Frankfurt am Main. 1987 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Paläontologie an der Universität Bonn, wo er sich mit der Evolution und Spezialanpassungen von Säugetieren beschäftigte. 2006 wurde er emeritiert. Seine aktuellen Forschungsfelder beschäftigen sich u.a. mit den Primaten aus Messel.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Westfälischen Naturwissenschaftlichen Verein Münster e.V.

Eintritt:
Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 3,00 Euro.



Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos