LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 10.03.11

Foto zur MitteilungDer LWL und die Stadt Dortmund erinnern mit der DVD "Erich, lass mal laufen!" an die Filmpionierin Elisabeth Wilms.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungErich und Elisabeth Wilms bei der Bearbeitung eines Filmes am Wohnzimmertisch.
Foto: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Asseln/Stadtarchiv Dortmund


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Presse-Infos | Kultur

"Erich, lass mal laufen!"

LWL und die Stadt Dortmund geben DVD über die Dortmunder Filmpionierin Elisabeth Wilms heraus

Bewertung:

Dortmund (lwl). Elisabeth Wilms war ein Phänomen. In der Zeit von 1941 bis zu ihrem Tod 1981 drehte die resolute Dortmunder Bäckersfrau rund 150 Filme. Dabei ging es ihr nicht nur um Aufnahmen ihrer näheren Umgebung, sie dokumentierte auch ihre idyllische münsterländische Geburtsheimat, das Leben und Überleben im bombenzerstörten Dortmund und den Wiederaufbau. Später drehte sie neben Reportagen auch Reise- und Werbefilme. Mit der DVD "Erich, lass mal laufen!", die ein Wilms-Porträt und fünf ihrer Kurzfilme enthält, erinnern der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Dortmund an die Filmemacherin. Die öffentliche Uraufführung der DVD findet am Dienstag, 15. März, um 19.30 Uhr im Dortmunder Lichtspiel- und Kunsttheater Schauburg (Brückstraße 66) statt.

"Elisabeth Wilms war eine geborene Münsterländerin mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Sie war eine respektable Bäckers- und Geschäftsfrau in Dortmund-Asseln, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen ließ", sagt Dr. Volker Jakob, Leiter des Filmarchivs im LWL-Medienzentrum für Westfalen. "Und ganz nebenbei war sie eine sehr bemerkenswerte Kamerafrau und Cutterin. Ihr breit angelegtes Werk trägt nicht die Handschrift einer Amateurin, sondern zeigt eine professionelle Filmemacherin, die ihre kreativen Ideen gekonnt in Bilder verwandelte", so Jakob weiter.

Der Hauptteil der DVD ist ein Porträt, das der Bochumer Filmemacher Claus Bredenbrock auf der Grundlage eines Fernsehinterviews gezeichnet hat, das zwei Journalisten 1980 mit Elisabeth und Erich Wilms geführt haben. Aus diesem Interview stammt auch der Titel "Erich, lass mal laufen!", mit dem Elisabeth Wilms während des Interviews ihren Mann resolut dazu aufforderte, den Filmprojektor zu starten. "Im Gespräch geben die Ehepartner sehr ehrlich und authentisch Auskunft über ihr Leben und die Arbeit - und natürlich über die Filme. Zusammen mit ausgewählten Szenen und Bildsequenzen wird so die kleine Welt der Bäckersfrau und Filmpionierin lebendig", so Jakob. Außerdem sind auf der DVD folgende Filme zu sehen: "Der Weihnachtsbäcker", "Münsterland - Heimatland", "Alltag nach dem Krieg", "Dortmunds neue Westfalenhalle - Der Gigant unter den Sportpalästen" und der Werbefilm "Flirt mit einer Maschine".

Hintergrund
Das kinderlose Ehepaar Wilms hat den gesamten Filmnachlass der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Asseln vermacht. Die Alterung der Filme, die hohen Investitionskosten für die Schaffung geeigneter Lagerbedingungen und der große Zeitaufwand, den die Verwaltung eines solchen Filmbestandes mit sich bringt, stellte die Kirchengemeinde vor große Probleme. Der Initiative des städtischen Kulturamtes und des Stadtarchivs Dortmund war es zu verdanken, dass der umfangreiche Bestand restauriert, dupliziert und durch ein Findbuch erschlossen werden konnte. Schließlich kamen die Filme ins Archiv des LWL-Medienzentrums, sie sind aber immer noch Eigentum der Kirchengemeinde Asseln.

Der LWL hat zu Beginn der 1990er Jahre in seinem damaligen Landesmedienzentrum ein Archiv für Filmschätze aus der Region geschaffen. Seit der Gründung dieses Archivs haben zahlreiche Archive, Institutionen und Privatpersonen die Möglichkeit genutzt, ihre Filme in den LWL-Magazinräumen kostenlos einzulagern. Seit 1995 bringt das LWL-Medienzentrum einen ausgewählten Teil der Archivschätze in Form von DVD-Editionen neu heraus. Fast 40 historische Filmschätze sind inzwischen auf diese Weise der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht worden.

Elisabeth Wilms
Elisabeth Wilms wurde am 22. Juli 1905 in Lengerich-Hohne (Kreis Steinfurt) als Tochter eines Metzgermeisters geboren. Nach der Mädchenschule wechselte sie auf die Höhere Mädchenschule, schon früh arbeitete sie im Betrieb der Eltern mit. 1931 kam sie nach Dortmund, wo sie wenig später im ländlichen Vorort Asseln den Bäckermeister Erich Wilms heiratete. Als sie 1941 bei Nachbarn die erste Amateurfilm-Vorführung erlebte, war sie tief beeindruckt. Die resolute Geschäftsfrau lieh sich bei einem Lieferanten eine 16-mm-Kamera, die sie später kaufte. Im Tausch gegen Lebensmittel beschaffte sie sich während des Zweiten Weltkrieges das immer schwerer zu bekommende Rohfilmmaterial. Ersten Aufnahmen der Familie und der näheren Umgebung folgten kleine Episoden mit Spielhandlung wie "Der Weihnachtsbäcker" (1943). Für den Film "Münsterland - Heimatland" filmte sie vor den ersten Bombenangriffen die noch unzerstörte Stadt Münster. Einige dieser frühen Filme wurden 1944 von der NS-Filmprüfstelle im Reichministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgezeichnet. Wie unerschrocken Wilms war, zeigt die Tatsache, dass sie trotz des strikten Verbots auch die Bombenangriffe auf Dortmund und Münster dokumentierte. Nach dem Krieg filmte Wilms das Leben der Ausgebombten in den Dortmunder Trümmerwüsten. Für diese Dokumente der "Stunde Null" wurde sie mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Später wandte sich Wilms dem Wiederaufbau zu. So drehte sie im Auftrag der Stadt Dortmund eine Dokumentation über den Bau der Westfalenhalle und über die Bundesgartenschauen 1959 und 1969.

Erich, lass mal laufen!
Die Filme der Elisabeth Wilms
DVD mit Begleitheft

Filmporträt, 24 Minuten, schwarz/weiß und Farbe
fünf Originalfilme als Bonusmaterial, ca. 90 Minuten
Preis 14,90 Euro.

Bezug:
LWL-Medienzentrum für Westfalen,
Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster,
E-Mail: medienzentrum@lwl.org,
Telefon: 0251 591-3902,
Fax: 0251/ 591-3982,
http://www.westfalen-medien.lwl.org
oder im örtlichen Buchhandel



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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