LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 03.03.11

Foto zur MitteilungRainer Ohliger in seiner Werkstatt vor dem Schleifstein mit der Absaugung.
Foto: LVR-Industriemuseum


Foto zur MitteilungArbeiterinnen der Ravensberger Spinnerei, 1950er Jahre.
Foto: Stadtarchiv Bielefeld


Foto zur MitteilungTraumberuf Verkäuferin?
Foto: LWL / Martin Holtappels


Foto zur MitteilungWunsch und Wirklichkeit von Traumberufen verrät das Glücksrad in der Ausstellung.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungArbeitsplatz einer Sekretärin um 1930.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Gute Arbeit - Von Wünschen und Wirklichkeiten

LWL präsentiert neue Ausstellung im Ziegeleimuseum Lage

Bewertung:

Lage (lwl). Von der Kindheit bis zum Lebensende, zehn Stunden am Tag, sechs Tage die Woche - Arbeit war früher harter Broterwerb. Auch in der heutigen Gesellschaft bestimmt Arbeit einen großen Teil des Lebens, aber sie hat eine andere Bedeutung bekommen. Viele Menschen definieren über ihren Job auch ihr Selbstverständnis und die Zufriedenheit im Leben. Mit diesem Wandel beschäftigt sich eine neue Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Sonntag, 6. März, in seinem Ziegeleimuseum Lage zeigt. "Gute Arbeit - Von Wünschen und Wirklichkeiten" geht den Ansprüchen und Erwartungen an Arbeit aus historischer und aktueller Sicht nach.

Die Schau setzt historische Arbeitsplätze in Szene und zeigt Utensilien von der Schutzkleidung eines Gießers bis hin zur Werkstatt eines Scherenschleifers und dem Büro einer Sekretärin aus den 1930er Jahren. "Wir fragen hier, welches Selbstverständnis die Beschäftigten damals von ihrer Arbeit hatten", erläutert LWL-Museumsleiter Willi Kulke. Im Vergleich dazu werden in sechs Abteilungen heutige Berufe dargestellt, in denen Wünsche nicht immer mit den Wirklichkeiten im Beruf übereinstimmen. Für die moderne Arbeitswelt stehen Exponate wie Hightech-Herd, Scannerkasse, Laptop und der "Coffee to go"-Becher. Eine Fotoserie, die Menschen in ihren Traumberufen zeigt und dazu Zitate vorstellt, ergänzt die Präsentation.

Zum Schluss gehen die Besucher in der Ausstellung der Frage nach, was "gute Arbeit" nach heutigen Vorstellungen eigentlich bedeutet. Wann bin ich selbst zufrieden mit meiner Arbeit? Wie müssen die Arbeitsbedingungen gestaltet werden, um diese Erwartungen zu erfüllen? Muss gute Arbeit sinnreich und qualitätsvoll sein? Macht ein hoher Lohn glücklich? Ein "Glücksrad" bringt Besucher per Zufall zu verschiedenen Traumberufen, um dann Vorstellung und Wirklichkeit des jeweiligen Jobs aufzuzeigen.

Hintergrund

Mit der Herausbildung von Berufen änderte sich die Bedeutung der Arbeit. Handwerksstolz und Berufsethos hießen die neuen Wertbegriffe, die für viele Menschen wichtig wurden.

Seit dem Beginn der Industrialisierung definierten sich immer mehr Menschen über den Wert ihrer Arbeit. Sie identifizierten sich mit ihrem Beruf als Bergmann, als Ziegler oder als Sekretärin in einem Unternehmen. Arbeit ist für die meisten Menschen heute immer noch ein wichtiges Mittel zur Finanzierung des Lebensunterhalts. Die Bedeutung der Arbeit hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Sie dient nicht mehr allein dem Broterwerb, sondern soll immer stärker auch sinngebend sein. Die Menschen stellen Ansprüche an die Qualität und die Rahmenbedingungen ihres Arbeitslebens. "Gute Arbeit" bietet Perspektiven für die eigene Entwicklung, sie macht nicht krank und ist leistungsgerecht bezahlt.

Die Gewerkschaften entwickelten die Idee der "Guten Arbeit" in den 1970er und 1980er Jahren, als sie sich für die Humanisierung der Arbeit einsetzten. Aber erst beim DGB-Bundeskongress 2006 beschlossen die Mitgliedsgewerkschaften, sich gemeinsam und gezielt für "humane und gute Arbeit" einzusetzen.

Gewerkschaftliches Ziel der daraus entstandenen Kampagne ist die Organisation des Widerstands gegen die zunehmende Veränderung der Arbeitswelt. Flexibilisierung, Schichtarbeit und die Abkehr vom sogenannten "40-Stunden-Normalarbeitsverhältnis" verschlechtern die Arbeitsbedingungen einseitig zu Ungunsten der Arbeitnehmer. "Gute Arbeit" definiert sich für den DGB daher durch die Arbeitszufriedenheit der Arbeitnehmer. Das Konzept "Gute Arbeit" sollte gewerkschaftliche Arbeitspolitik wieder aus ihrer Defensive holen und die Ansprüche und Interessen der Beschäftigten an gute Arbeit positiv formulieren.


Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Das LWL-Industriemuseum hat in Kooperation mit dem Bündnis "Arbeit und Leben" des DGB und der VHS im Kreis Herford sowie der ver.di-Bildungsstätte "Das Bunte Haus" ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt:


6. März, 11 Uhr
Ausstellungseröffnung

Musikalische Begleitung: Duo Dinero: Populäre Lieder rund um das Thema Arbeit, Felix Hoffmann, Bariton und Sascha Giebner, Klavier

27. März, 14 Uhr
"Meine Zeit ist mein Leben!"

Der Philosoph und Burn-Out-Experte Stephan Siemens trägt über die Anforderungen vor, die die neuen Formen der Arbeitsorganisation an die Menschen stellen und warum Stress und Burnout in der modernen Arbeitswelt um sich greifen. Kosten: Museumseintritt

3. April, 14 Uhr
"Traumberufe: Darum liebe ich meinen Job!"

Arbeit - nur Frust und keine Lust? Keineswegs! Für viele Menschen bedeutet ihr Beruf nicht nur Broterwerb, sondern vor allem Freude und Sinnerfüllung. Drei von ihnen berichten in der Talk-Runde, was ihnen ihr Beruf bedeutet und was sie an ihm lieben. Bei einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen ist das Publikum herzlich eingeladen, seine eigenen Ansichten und Erfahrungen einzubringen. Mitreden erwünscht! Kosten: Museumseintritt

10. April, 14-16 Uhr
"Bin ich Arbeit?"

Eine Theatergruppe zeigt die Auswirkungen der neuen Arbeitswelt auf den Arbeitsmarkt. Die Gruppe ist ein Kulturprojekt, das unterstützt von der Gewerkschaft ver.di, dem Kulturamt der Stadt Köln und anderen Initiativen, kritisch hinterfragt, was denn überhaupt der Arbeitsmarkt ist. Was oder wer wird da vermarktet? Wie können wir Einfluss nehmen auf die Welt in der wir arbeiten? Kosten: Museumseintritt

19. Juni, 14 Uhr
"Musikarbeit: Duo Dinero"

Das Duo Dinero, bestehend aus zwei hart arbeitenden Musikern aus Bielefeld, präsentiert zur Kaffeezeit ein buntes Programm aus populären Liedern und Humorvollem (nicht nur) rund um das Thema Arbeit. Kosten: Museumseintritt

10. Juli, 14-16 Uhr
"'Gute Arbeit.‘ Was ist das eigentlich für mich?"

Irmhild Rüffer, Bildungsreferentin und DGB Beraterin im Themenfeld "Gute Arbeit", wird mit den Teilnehmern der Frage nachgehen, was gute Arbeit für den Einzelnen bedeutet. Hierbei werden die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen aus der eigenen Lebens-und Arbeitswelt sowie in lebendiger Art und Weise Erwartungen und Wünsche für die Zukunft deutlich. Kosten: Museumseintritt

11. September, 14-16 Uhr
"Gelebte Solidarität geht anders!"

Der Journalist und Autor Markus Breitscheidel lebte undercover mehr als ein Jahr am Existenzlimit von Hartz IV und Mini-Löhnen. Mit seinem erschütternden Bericht "Arm durch Arbeit", aus dem er lesen und berichten wird, analysiert er die persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der staatlich subventionierten Billiglohnpolitik. Kosten: Museumseintritt


Museumspädagogische Angebote und Führungen

Mein Beruf - Traum oder Albtraum?

Für Schulklassen bietet das LWL-Industriemuseum ein 1,5-stündiges Programm inklusive Führung durch den historischen Teil der Ausstellung an. Die modernen Arbeitswelten werden in Kleingruppenarbeit erkundet. Die Schüler sollen dabei eigene Vorstellungen entwickeln, welche Eigenschaften ein Beruf haben muss, damit er zu ihnen passt. 45 Euro + Eintritt, 2 Begleitpersonen kostenfrei.

Gute Arbeit. Von Wünschen und Wirklichkeiten
1,5 stündige Führung für Erwachsene. Teilnehmerzahl: max. 25 Personen je Gruppe, 40 Euro + Eintritt Anmeldung und Information unter 05232 9490-0


Gute Arbeit
Von Wünschen und Wirklichkeiten

6. März bis 25. September 2011
Ziegeleimuseum Lage
Sprikernheide 77, 32791 Lage



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum - Ziegeleimuseum Lage
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Sprikernheide 77
32791 Lage
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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