LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 28.01.11

Foto zur MitteilungDer italienische Bergmann Virgilio C. auf Zeche Hannover 1956.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Bochum, ich komm aus Dir!

Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover blickt auf eine Stadt im Wandel und sucht Erinnerungen

Bewertung:

Bochum (lwl). Bochum steht wie keine andere Stadt für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Noch 1958, zu Beginn der Kohlenkrise, gab es hier 17 Zechen mit einer Gesamtbelegschaft von mehr als 40. 000 Beschäftigten. 1973 schloss mit der Zeche Hannover der letzte Bergbaubetrieb im ursprünglichen Stadtgebiet. Mit den Ansiedlungen von Opel und der Ruhr-Universität eröffneten sich jedoch neue Perspektiven. Auf den Spuren dieser Ereignisse bewegt sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit seiner Recherche für die Ausstellung "Schichtwechsel", die er im Sommer in seinem Industriemuseum Zeche Hannover zeigen wird.

Mit der Zeche Hannover schloss 1973 die letzte der insgesamt 81 Bochumer Zechen. "Damit steht sie für das Ende der Bergbauära in Bochum und illustriert als Teil der Industriekultur gleichzeitig das Phänomen des Strukturwandels im Ruhrgebiet", sagt Jana Golombek vom LWL-Industriemuseum. Parallel zur Krise im Bergbau, zeichnet sich 1961 der beginnende Umbruch ab. Am 18. Juli 1961 wurde die Ruhr-Universität gegründet und noch im gleichen Jahr siedelte sich auch Opel unter zunächst größter Geheimhaltung in Bochum an. Das LWL-Museum sucht für seine Ausstellung noch nach Erinnerungen und Geschichten aus dieser Zeit. Von Bergarbeitern, die an Protestmärschen teilgenommen haben sowie Opel- und Uni-Mitarbeitern der ersten Stunde. Wie wurden die Veränderungen von den Bochumern wahrgenommen? Wie reagierten sie darauf? Welche Gegenstände erinnern sie an die damaligen Ereignisse? "Wir suchen noch Objekte aus den 1950er bis 70er Jahren, die an die letzten Tage auf den Zechen, den Arbeitsbeginn bei Opel oder an der Ruhr-Universität erinnern", so LWL-Museumsleiter Dietmar Osses. Wer hat noch den Arbeitsvertrag von Opel, Objekte eines Streiks (Fahnen, Transparente etc.) oder andere Erinnerungsstücke aufbewahrt?

In dieser Zeit kamen auch viele "Gastarbeiter", vor allem aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei nach Bochum, um am wirtschaftlichen Aufschwung mitzuarbeiten. Manche kamen nach Bochum, um im Bergbau zu arbeiten. Andere hatten bereits in ihrem Heimatland Verträge für die Arbeit bei Opel unterzeichnet oder kamen, um in Industriebetrieben in Bochum und Umgebung zu arbeiten. Auch viele Frauen folgten dem Ruf nach Deutschland und arbeiteten in Bochumer Betrieben. Doch wer waren diese Menschen? Wie wurden sie in Bochum aufgenommen? Unter welchen Bedingungen lebten sie? Wo arbeiteten sie? Wer blieb und wer ging zurück? Wer hat mit den Gastarbeitern demonstriert und gestreikt?

Schließlich gab es auch im kulturellen Bereich ein herausragendes Projekt, das Festival "Kemnade International", das 1974 zum ersten Mal stattfand. Auch hier ist das LWL-Museum interessiert an Geschichten und Erinnerungsstücken der Mitwirkenden und Besucher des Festivals. "Jetzt sind die Bochumer gefragt. Wir brauchen ihre Erinnerungen, Fotos und Objekte", hofft Osses auf viele Rückmeldungen. "Das Team der Zeche Hannover freut sich auf große und kleine Geschichten und Erinnerungsstücke, um die Geschichte Bochums in den 1950er bis 1970er Jahren möglichst facet-tenreich zu erzählen", so der Museumsleiter weiter.
Kontakt:

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Jana Golombek
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
jana.golombek@lwl.org
Tel. 0231 6961 236



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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