LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 14.09.10

Foto zur MitteilungNina Canell, Shedding Skin, 2009,
Foto: Robin Watkins, Courtesy: The artist and mother's tankstation, Dublin


Foto zur MitteilungMyriam Holme, schwingendeserinnern, 2009,
Foto: LWL-LMKuK/ Sabine Ahlbrand-Dornseif, Courtesy: Galerie Kadel Willborn, Karlsruhe


Foto zur MitteilungMatthew Ronay, Mounting Toward Zenith - Descending and Disappearing, 2008.
Foto: LWL-LMKuK/ Hanna Neander, Courtesy: Lüttgenmeijer, Berlin


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Presse-Infos | Kultur

Der Zauber des Moments

LWL-Landesmuseum eröffnet internationale Gruppenausstellung "Neue Alchemie"

Bewertung:

Münster (lwl). Über 20 Jahre nach dem Tod von Joseph Beuys lässt sich eine neue Entdeckung machen: Junge Künstler greifen in ihren Werken die von Beuys eingeführte Ästhetik und seine inhaltlichen Kategorien in der Gegenwart auf. In der Sonderausstellung "Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys" zeigt das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte vom 19. September 2010 bis zum 16. Januar 2011 in Münster 32 Werke von elf zeitgenössischen Künstlern. Es entstehen Werke aus "armen" Materialien wie Ton, Gips, Holz und Ästen, Metallen, Steinen, angedeuteten oder echten Tiermaterialien und Textilien. Diese junge Künstlergeneration beschwört die Kraft des Ursprünglichen, der Natur, der Energie und des Irrationalen.

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in der Ausstellung erstmals, wie das Werk von Joseph Beuys für die Kunst der Gegenwart aufgegriffen und weitergedacht wird. "Bereits bestehende Arbeiten werden mit speziell für das LWL-Landesmuseum konzipierten Arbeiten kombiniert und in Performances und Veranstaltungen in das Ausstellungsgeschehen eingebunden", so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Die Ausstellung eröffnet kurz nach dem Start der großen Joseph Beuys Retrospektive "Parallelprozesse" in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf.

Schon der Titel "Neue Alchemie" beschreibt die experimentelle, hypothesenhafte Anlage der Ausstellung. "Bei den eingeladenen Künstlern handelt es sich nicht um eine erklärte Kunstbewegung im klassischen Sinne, vielmehr setzen sich hier zahlreiche, voneinander unabhängige und höchst individuelle Einzelpositionen zu einem Gesamtbild zusammen, das in der Ausstellung erstmals als ein zusammenhängendes Phänomen beschrieben wird", erläutert die Kuratorin Melanie Bono ihren Ansatz. Die ausgewählten Künstler sind fast alle in den 1970er Jahren geboren und stehen mit ihrem Werk aktuell im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. So vertritt Karla Black Schottland im nächsten Jahr auf der Biennale in Venedig, Nina Canell zeigt ihr Werk im kommenden Jahr im Museum of Modern Art in New York.

Die eingeladenen Künstler sind selbst nicht mehr Zeugen von der Überlagerung der Person Beuys mit seinem Werk, von seiner Präsenz und seinem Charisma geworden, sondern kennen seine Kunst ausschließlich über medial vermittelte Bilder, Filme oder aus dem Museum als statische, nicht mehr lebendige Werke.

Der Charakter der neuen Kunstwerke ist der des Prozesses. Statt einer endgültigen Form ist der Moment der Transformation maßgeblich: Ein Vorhang aus fragilem Zuckerpapier (It‘s Proof That Counts von Karla Black) zeigt die Vergänglichkeit des Materials. Katinka Bock lässt in ihrer Arbeit Local Colour Balance das Raumklima des Museums eingreifen: Drei Zitronen, an einer Eisenstange befestigt, halten sich die Waage mit einem Stoffband. Im Laufe der Zeit verlieren die Zitronen an Feuchtigkeit, trocknen ein und werden dadurch leichter. Wann wird das Gleichgewicht zerbrechen?

Einige Künstler erzeugen romantische und mystisch-alchemistische Assoziationen, indem sie in ihren Werken Technik, Natureinfluss und Naturimitation kombinieren. Nina Canell schafft aus mit Wasser gefüllten Plastikwannen, die mit Trommelfellen überzogen sind, eine mystische Nebel-Klang-Landschaft (Shedding Skin). Oft werden die Materialien in besonderen, bedeutungsvollen und symbolisch aufgeladenen Anordnungen als Installationen und Skulpturen im Raum positioniert, zum Beispiel in der Rauminstallation "Raum#256 - Opak" von Lone Haugaard Madsen. Es handelt sich dabei um das Aufgreifen einer Ästhetik, die man aus der musealen Präsentation der Beuys-Räume kennt, die aber auch auf die Vitrinen-Arrangements von Beuys anspielen.

Bono: "Durch ihre Präsentation und Materialien werden die Kunstwerke auratisch und spirituell aufgeladen." Eine magisch-energetische Qualität werde thematisiert, indem sie in die assoziative Nähe von archaischen Ritualen und schamanistischer Praktik gerückt werden, oft auch in der Art ethnologischer Objekte, wie in der Installation "Mounting Toward Zenith - Descending and Disappearing" von Matthew Ronay. Während der Eröffnung "aktiviert" der Künstler die Arbeit, indem er selbst zum Teil seiner Installation wird.

Zur Ausstellung erscheint ein 160 Seiten umfassender Katalog im Verlag Wienand, der sowohl die historischen Anknüpfungspunkte als auch die Ausstellung dokumentiert. Er enthält zahlreiche Abbildungen aus der Ausstellung, eine Einführung der Kuratorin Melanie Bono, zwei Essays zu Aspekten von Joseph Beuys' Werk bis in die Gegenwartskunst von Verena Kuni und Barbara Gronau sowie Kurztexte zu allen beteiligten Künstlern. Der Katalog ist zu einem Preis von 24 € erhältlich.

Die Ausstellung wird großzügig unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen und der Sparkasse Münsterland Ost.

Neue Alchemie
Kunst der Gegenwart nach Beuys

19. September 2010 - 16. Januar 2011

Karla Black, Katinka Bock, Björn Braun, Nina Canell, Aleana Egan, Myriam Holme, Sergej Jensen, Lone Haugaard Madsen, Lorenzo Pompa, Matthew Ronay, Michael Stumpf

Direktor: Dr. Hermann Arnhold

Kuratorin: Melanie Bono

Eröffnung: 18. September, 19 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
Montag geschlossen

Informationen unter http://www.lwl-landesmuseum-muenster.de



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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48143 Münster
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