LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 17.06.10

Foto zur MitteilungLWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale eröffnete heute zusammen mit Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks (rechts) und den beiden aus Darmstadt angereisten Wissenschaftlern Dr. Norbert Micklich und seinem Kollegen Dr. Oliver Sandrock die neue Sonderausstellung "Messel on Tour" im LWL-Museum für Naturkunde.
Foto: LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungDer Urtapir ist eine der Berühmtheiten der Ausstellung und besticht durch seine Größe und durch die vollplastische Erhaltung der Knochen.
Foto: Wolfgang Fuhrmannek


Foto zur MitteilungAls die "Blaue Mauritius" unter den Messel-Fossilien gilt der 1974 gefundene Ameisenbär (li.), dessen lebender Nachfahre rechts zu sehen ist. Der Ameisenbär ist das einzige vollständige Exemplar eines fossilen Ameisenbären außerhalb von Südamerika.
Fotos: HLMD/Fuhrmannek, LWL/Oblonczyk


Foto zur MitteilungPanoramablick über die heutige Ansicht der Grube Messel.
Foto: Geller-Grimm, Wiesbaden


Foto zur MitteilungDie Sonderausstellung Messel on Tour ist ab/seit Freitag, 18. Juni, im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Foto zur MitteilungWeltberühmten Fossilien aus der Grube Messel sind in Münster zu sehen.
Foto: LWL/Oblonczyk


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Presse-Infos | Kultur

Sonderausstellung über Grube Messel im LWL-Museum für Naturkunde

Urpferdchen, Ameisenbär und Urtapir

Bewertung:

Münster (lwl). Ab Freitag (18. Juni) zeigt das LWL-Museum für Naturkunde in Münster die weltberühmten fossilen Schätze aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel bei Darmstadt. Den Besucher erwartet die größte Auswahl von Messel-Fossilien, die jemals für eine Son-derausstellung zusammengestellt wurde. Auf rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden in "Messel on Tour" 125 seltene Versteinerungen in unterschiedlichen Lebensräumen präsentiert.

Sie lebten vor rund 47 Millionen Jahren - Urpferdchen, Ameisenbär und Urtapir. In Europa herrschte ein tropisch warmes und feuchtes Klima. Zu dieser Zeit war die Grube Messel ein tiefer See, umgeben von einem üppigen Regenwald. Am Wasser trafen sich die Tiere zum Trinken. Wald und See boten einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren ein Zuhause und gleichzeitig auch ihre letzte Ruhestätte. Denn der See barg Gefahren, konnte er doch zu einer schlimmen Falle werden, in der viele Tiere zu Tode kamen. Dank besonderer Bedingungen im See versteinerten ihre Überreste im Laufe von Millionen Jahren. Durch Ausgrabungen sind die Tiere und Pflanzen als "unsterbliche" Versteinerungen aus dem Boden geholt worden.

Alle Fossilien sind Originale und stammen aus der Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Die Exponate wurden teilweise zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zu einer Wanderausstellung zusammengestellt.
Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks: "Wir freuen uns, die seltenen Fossilien einem großen Publi-kum vorstellen zu können."

Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Thale, ergänzt: "Die Ausstellung wird hier im Museum bis zum 1. Mai 2011 gezeigt. So besteht eine genügend lange Präsentationszeit - wir hoffen auf eine gute Resonanz in der Öffentlichkeit."

Hintergrund
Mit bislang rund 10.000 Funden ist Messel weltweit eine der ergiebigsten Fossilienlagerstätten. Die geborgenen Fossilien sind einmalig. Ihre hervorragende Erhaltung hat die Funde der Grube Messel berühmt gemacht, 1995 wurde die Lagerstätte in die Liste der Weltnaturerbe-Denkmäler der UNESCO aufgenommen. Ihre Vollständigkeit - vielfach sind selbst Haare, Hautschatten oder Inhalte des Magen-Darm-Traktes erkennbar - macht die Fossilien zu "Kunstwerken der Natur" und erlaubt zudem eine detaillierte Rekonstruktion ihres damaligen tropisch-subtropischen Lebensraumes vor 47 Millionen Jahren.

Zu den Glanzstücken der Sonderausstellung zählen Seltenheiten wie der Ameisenbär (Eurotamandua joresi), das Scheinraubtier (Lesmesodon behnkeae) oder der "Urtapir" (Hyrachyus minimus). Sie nehmen die Schlüsselfunktionen in Fragen der Entstehung und Verbreitung dieser Tiergruppen ein. Der Besucher begegnet zudem Berühmtheiten wie den Messeler Urpferdchen, von denen unter anderem eine trächtige Stute mitsamt ihrem Fötus gezeigt wird.

"Durch die besonderen Konservierungsbedingungen in Ölschiefer blieben in spektakulärer Weise auch die Weichteile vieler Tiere, speziell von Säugetieren, hervorragend erhalten", so Rüschoff-Thale. "Der Ölschiefer bietet jedoch wegen seines hohen Wassergehaltes erhebliche Probleme bei der Erhaltung der Fossilien. Spezielle, für die Messel-Fossilien entwickelte Einbettungstechniken mit Kunstharz ermöglichen aber eine dauerhafte Konservierung, was eine wichtige Voraussetzung ist, um in einer Sonderausstellung auch die Originale zeigen zu können."

Die Fossilien werden bei "Messel on Tour" unterschiedlichen Lebensräumen zugeordnet: Bewohner des Flachwassers finden sich zusammen präsentiert ebenso wie Tiere, die vorwiegend an den Uferzonen des ehemaligen Maar-Sees oder am Boden bzw. im Astwerk des angrenzenden Urwalds gelebt haben. Diese unterschiedlichen Bereiche werden atmosphärisch so inszeniert, dass sich der Besucher in den damaligen Regenwald zurückversetzt fühlt.

Weltnaturerbe Grube Messel
Zu den spektakulären Fossilienfunden aus der Grube Messel gehören die Überreste von mehr als siebzig Urpferden, darunter über 30 vollständige Skelette. Von Wirbeltieren blieben Skelette mit Weichteilkonturen und sogar Mageninhalten erhalten. Fossilienfunde von Vögeln versprechen neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der frühtertiären Vogelwelt mit einem überraschenden Artenreichtum. Die Vielfalt der Reptilien- und Amphibienfauna ermöglicht Rückschlüsse auf Nahrungsketten und das ökologische System des fossilierten Biotops.

Messel ist auch eine der bedeutendsten Fundstellen fossiler Insekten. Die Flora von Messel gilt unter Paläobotanikern als eine der artenreichsten des Alttertiärs. Die Pflanzenreste lassen Rückschlüsse auf klimatische Verhältnisse und besondere Standortbedingungen zu.

Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit museumspädagogischen Angeboten, Führungen, Vorträgen, Ferienangeboten in der Fossilienwerkstatt und Kindergeburtstagen mit Urpferdchen.

Die Ausstellung wird unterstützt von der LWL-Kulturstiftung.

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen: "Messel - Schätze der Urzeit", Gabriele Gruber & Norbert Micklich, Herausgeber Hessisches Landesmuseum Darmstadt, 160 Seiten, ISBN 978-3-534-20456-4. Das Begleitbuch kann zum Preis von 19,80 Euro im LWL-Museum erworben werden.

Weitere Informationen unter
http://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de
oder Telefon 0251 591-05.


Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.
Eintritt: 3,50 Erwachsene, 2,00 Kinder, 8,00 Familien


LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium

Sentruper Str. 285
48161 Münster
Telefon 0251 591-05
E-Mail naturkundemuseum@lwl.org



Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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