LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 21.05.10

Foto zur MitteilungDie Inhalte alter Filme werden auf DVDs wieder sichtbar gemacht, die Originalfilme dadurch geschont.
Foto: LWL


Foto zur Mitteilung35mm-Filmrolle im Kühlmagazin des LWL-Filmarchivs.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Rettet die Filme!"

Projekt "Substanzerhalt des westfälischen Filmerbes" im LWL-Medienzentrum vorläufig abgeschlossen

Bewertung:

Münster (lwl). Substanzerhalt klingt zunächst nicht besonders aufregend. "Aber die Filmquellen, die wir heute nicht erhalten, stehen uns morgen für spannende Projekte in der Bildung und Forschung nun mal nicht mehr zur Verfügung. Darum müssen wir permanent großen Aufwand betreiben, um die Filmsubstanz zu erhalten", sagt Dr. Ralf Springer vom Filmarchiv des LWL-Medienzentrums. Mit Aufwand ist in diesem Fall das Projekt "Substanzerhalt des westfälischen Filmerbes" gemeint, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in den vergangenen zwei Jahren in seinem LWL-Medienzentrum durchgeführt hat.

Von über 800 Filmen, die im Original vorwiegend auf 16mm-, Normal 8- und Super 8-Filmrollen vorlagen, haben die LWL-Filmexperten Ansichtskopien auf DVD erstellt. Mit diesen Kopien werden die Filminhalte erschlossen und die Originale so geschont. Von fast 30 Filmen, deren originale Träger bereits beschädigt waren und bei denen die Mitarbeiter des LWL-Medienzentrum davon ausgehen, dass sie intensiv genutzt werden, hat das LWL-Medienzentrum analoge sowie hochwertige digitale Sicherungskopien erstellt. "Darunter sind sehr spannende Filmdokumente, wie beispielsweise die Einweihungsfeier des St. Georg-Brunnens in Ahaus 1930 oder die Arbeit in einer Detmolder Lampenfabrik in den 1920er und 1930er Jahren", so Springer.

Alle Filme und Kopien hat das LWL-Bedienzentrum in der umfangreichen Datenbank seines Filmarchivs inventarisiert. Von einem Großteil der Filme sind außerdem szenengenaue Bilderschließungen angefertigt worden, die unter
http://www.filmarchiv-westfalen.lwl.org von Interessierten direkt über das Internet abgerufen werden können.

Schließlich waren auch noch zwei DVD-Editionen Bestandteil des Projekts: Ende 2009 feierten die Filme "Kolonnen und Kulissen - Nationalsozialismus in Iserlohn" und "Das Vest Recklinghausen - Ein Kulturfilm aus dem Jahr 1952" ihre Premiere und brachten damit bislang unveröffentlichtes historisches Filmmaterial zurück in eine breite Öffentlichkeit.

Das Projekt wurde maßgeblich von der Kulturabteilung der Staatskanzlei NRW gefördert. "Seit vielen Jahren setzt sich das LWL-Medienzentrum über den Arbeitskreis Filmarchivierung NRW dafür ein, dass das Land NRW eine dauerhafte Fördersumme für den Erhalt von historischen Filmquellen bereitstellt", so der Leiter des LWL-Medienzentrums, Dr. Markus Köster. Ab 2007 war es dann soweit: Die Staatskanzlei NRW stellte zunächst für die Jahre 2007-2009 erhebliche Fördermittel in den Haushalt ein, die für den Substanzerhalt von Filmen abgerufen werden konnte. Das LWL-Medienzentrum erhielt aus diesem Landestopf 115.000 Euro, der LWL steuerte Eigen- und Drittmittel hinzu, so dass das Vorhaben ein Volumen von insgesamt über 250.000 Euro besaß.

Hintergrund
Das Filmarchiv des LWL-Medienzentrum gilt seit vielen Jahren als die Facheinrichtung im Landesteil Westfalen-Lippe, wenn es um Fragen der Archivierung und Nutzbarmachung dieser schwierigen Quellenart geht. Es steht den vielen kommunalen Archiven, aber auch Heimatvereinen und anderen institutionellen Einrichtungen sowie Privatpersonen dabei zur Seite, ihre Filmdokumente zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In seinen Kühlkammern lagert das LWL-Filmarchiv die zumeist als Dauerleihgabe erhaltenen 3.500 Filme. "Deshalb ließ sich der LWL in dem Projekt weniger selbst fördern, sondern stand vielmehr stellvertretend für die zahlreichen Filmgeber aus ganz Westfalen-Lippe. Angesichts dessen wirkt der Förderbetrag auch schon nicht mehr ganz so gewaltig", erklärt Springer.

Auch wenn die Fördermittel ausgegeben worden sind, ist die Aufgabe damit nicht erledigt:
"Es warten schon wieder einige Hundert Filme auf ihre Umkopierung, Sicherung und Sichtung. Zwar ist der Fördertopf des Landes NRW für den filmischen Substanzerhalt nach Auskunft der Staatskanzlei für die nächsten zwei Jahre bereits durch andere Projekte ausgeschöpft ist, doch der LWL hat beschlossen, das Projekt personell und logistisch weiter zu unterstützen. Die Suche nach weiteren Fördermitteln ist allerdings noch nicht abgeschlossen", so Köster.

Weitere Informationen:
http://www.filmarchiv-westfalen.lwl.org



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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