LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 21.05.10

Foto zur MitteilungOriginal und Rekonstruktion des rätselhaften Zierobjektes.
Foto: LWL/T. Wegener


Foto zur MitteilungFreilegung der Ofenfundamente.
Foto: LWL/S. Spiong


Foto zur MitteilungSilbermünze Kaiser Heinrichs II. aus Lucca.
Foto: LWL/T. Wegener


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Presse-Infos | Kultur

Von Kirchenbauern und frommen Frauen

Museum in der Kaiserpfalz zeigt aktuelle Funde von der Gaukirche

Bewertung:

Paderborn (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert vom 21. Mai bis 29. August 2010 in seinem Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn (Kreis Paderborn) die Sonder-ausstellung "Von Kirchenbauern und frommen Frauen - neue Ausgrabungen an der Gaukirche". Etwa 30 ausgewählte Funde aus der aktuellen Ausgrabung veranschaulichen die unterschiedliche Nutzung des Geländes im Mittelalter. Dazu lädt am Pfingstmontag (24.5.) die Stadtarchäologie Paderborn um 11 Uhr zu einer kostenlosen Führung über das Grabungsgelände ein.
Bei der Untersuchung des Geländes an der Gaukirche St. Ulrich legen die Archäologen seit 2009 die mittelalterlichen Schichten frei. Dabei kamen unter der barocken Klosteranlage die Mauern des ersten Nonnenklosters in Paderborn zum Vorschein. Ab dem 13. Jahrhundert lebten hier Zisterzienserinnen in schlichten Fachwerkbauten mit Lehmfußboden. Die Objekte in der Ausstellung spiegeln den Lebensalltag im Kloster wieder. Mit dem Bronzegriffel etwa beschrieben die Nonnen Wachstafeln und ein Kamm diente zur Textilherstellung.
Außerdem entdeckte das Team der Stadtarchäologie die Fundamente zweier Öfen, dazu Werkabfälle wie Kupfererz und Gussreste aus Blei und Bronze. "Diese Werkstätten lassen sich als Bauhütte für die um 1170/80 errichteten Gaukirche deuten", erklärt Stadtarchäologe Dr. Sven Spiong, " in unmittelbarer Nähe zur Baustelle arbeiteten die Handwerker hier an der Ausstattung der Gaukirche mit Glasfenstern und weißem Wandputz".
Weitere Funde in der Ausstellung stammen aus einer über 1,60 Meter tiefen Senke mit Verfüllschichten aus mehreren Jahrhunderten. In die Zeit des Kirchenbaus gehört eine nördlich der Alpen sehr seltene Silbermünze Kaiser Heinrichs II. Ihr Prägeort Lucca (Italien) weist auf weit reichende Handelsbeziehungen hin.
Andere Funde geben ihre Geheimnisse dagegen nicht auf den ersten Blick preis. So ließ sich ein kunstvoll gewundener Bronzedraht erst bei genauerer Untersuchung durch winzige anhaftende Textilreste als Zierelement eines Gewebes einordnen. Immer noch unklar ist aber, welche Art Klei-dung der Draht schmückte.
"Die Stadtarchäologie in Paderborn leistet mit jeder Ausgrabung einen wichtigen Beitrag zur Erfor-schung der Stadtgeschichte", betont Museumsleiter Dr. Martin Kroker, "deshalb präsentiert das Museum in der Kaiserpfalz seinen Besuchern regelmäßig die neuesten Funde".
Der Stadtarchäologe Dr. Sven Spiong begrüßt alle Interessierten am Pfingstmontag (24.5.) um 11 Uhr zu einer kostenlosen öffentlichen Führung über die laufende Ausgrabung an der Gaukirche, Treffpunkt ist der Eingang des Museums in der Kaiserpfalz.

Termine und Kosten:
21.5. - 29.8.2010: Sonderausstellung "Von Kirchenbauern und frommen Frauen - neue Ausgra-bungen an der Gaukirche" im Museum in der Kaiserpfalz. Zu entrichten ist nur der Eintrittspreis: Erwachsene 2,50 Euro, Schüler, Studierende und andere Ermäßigungsberechtigte 1,50 Euro.
24.5.2010, 11.00 Uhr: Führung über die Ausgrabung an der Gaukirche. Treffpunkt: Eingang des Museums in der Kaiserpfalz. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg 2, 33098 Paderborn, Tel. 05251 1051-10, www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr, jeden ersten Mittwoch im Monat 10 Uhr bis 20 Uhr



Pressekontakt:
Dr. Martin Kroker, LWL-Archäoligie, Telefon: 05251 105110 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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